Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Das Jagdmesser

Individuell unterschiedlich und wohl wichtigstes Jagd-Werkzeug neben dem Gewehr

von Roland Mayr

 

Wie in Jagdkreisen bekannt, wird neben der Büchse und der Flinte sowie dem Fernglas das Messer für zahlreiche Arbeiten benötigt, welches aber oft qualitativ nicht so wertgeschätzt wird. Bereits bei der Auswahl eines Messers für den Jagdbedarf sind einige wichtige Punkte zu beachten:

a)      Form
b)      Material
c)      Verarbeitung

 

Die Form

Auch wenn ein Jäger das Messer als „Beiwerkzeug“ sieht, ist die Form bzw. Länge für jeden Einzelnen von Wichtigkeit. Hier ist das persönliche Gespräch ausschlaggebend, um für jeden Jäger und seine Bedürfnisse individuell das richtige Messer zu finden.

Von Vielen werden gerne feststehende Klingen gewählt. Ein Vorteil bei feststehenden Messern ist die Stabilität gegenüber Klappmessern und auch die Reinigung ist einfacher.

Bei der Form der Klinge gibt es zum Beispiel keine „typische“ Aufbrechklinge. Aus eigener Erfahrung liegt die Messerklinge für diese Arbeit zwischen 7 und 10 cm, damit die Bauchdecke des erlegten Tieres problemlos aufgeschärft werden kann, ohne das Gescheide zu verletzen. Die Grifflänge variiert je nach Handbreite.

 

Das Material

Beim Material wird zuerst die Stahlsorte ausgewählt. Insbesondere für den Jagdgebrauch wird ein rostbeständiger Stahl bevorzugt. Ein beliebter Stahl ist der Böhler M390. Er kann auf einen Härtegrad von 64 HRC (Härte nach Rockwell (HR)) gehärtet werden. Bei dieser Härtung ist eine lange Schnitthaltigkeit gegeben und man kann noch manuell nachschärfen.

Auch ein Damaststahl, der optisch zwar dekorativer sein kann, jedoch keine Vorteile im Einsatzbereich hat, kann verwendet werden.

Nach Auswahl des Stahles ist noch die Frage des Griffmaterials offen. Die erste Entscheidung bei vielen ist Hirschhorn. Bei häufiger Benützung ist dieses aus hygienischen Gründen aber nicht die beste Wahl. Weiters springt und reißt das Hirschhorn schnell. Für den jagdlichen Gebrauch wären Edelhölzer, aber auch Micarta besser, deren Reinigung aufgrund der glatten Oberfläche leichter ist und es auch kein „Nacharbeiten“ des Materials gibt.

 

Die Verarbeitung

Nach Auswahl der Form und des Materials, startet nun die Aus- und Verarbeitung des Messers. Die Klinge wird vereinbarungsgemäß ausgeschnitten. Danach erfolgt noch ein wichtiger Schritt, das Keilschleifen. Dies ist insbesondere für die Schnitthaltigkeit des Messers wesentlich. Ich persönlich bevorzuge den Flachschliff.

 

Nach der Härtung wird das Griffmaterial angepasst. Bei diesem Schritt ist Genauigkeit angesagt. Die Verwendung von qualitativ hochwertigem Material ist für die Langlebigkeit des Messers wichtig.

Die Aufbringung des Griffmaterials erfolgt mit einem speziellen Kleber. Dieser Schritt verlangt Präzision, denn zwischen dem Stahl und dem montierten Material darf sich kein Spalt bilden, in welchem sich diverse Reste z.B. nach dem Aufbrechen absetzen könnten. Diese spaltenfreie Griffmontage muss genau und schnell erfolgen, da nach Härtung des Klebers keine Veränderung mehr möglich ist. Darum muss jegliches Entstehen von Rillen oder Spalten vermieden werden. Diese würden dem hygienischen Standard, der insbesondere bei der Verwendung des Messers im Jagdgebrauch wichtig ist, nicht entsprechen.

 

Zum Autor:

Roland Mayr wohnt und jagt in Wels. Der gelernte Werkzeugmacher und Jagdhundeführer fertigt in seiner Freizeit hauptsächlich qualitativ hochwertige Jagdmesser, die auch im Online-Shop oder der Geschäftsstelle des OÖ Landesjagdverbandes erhältlich sind.

Weitere Informationen auf www.messerscharf-mayr.at

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