Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Der Landesjägermeister berichtet

Zahlreiche jagdliche Themen beschäftigen uns momentan und ich darf Sie über Aktuelles, Neuerungen und Änderungen informieren

Die Jagd bzw. wir Jäger wurden in letzter Zeit in den Medien durch verschiedenste Vorfälle, die z.T. Unfälle waren, mehr oder weniger negativ dargestellt. In diesem Zusammenhang bitte ich alle, vermehrt in den eigenen Reihen, also bei Bekannten und Verwandten, aber auch in den Wirtshäusern sowie Cafés der Heimatgemeinde unsere Öffentlichkeitsarbeit mit- und weiterzutragen (Poster, Postkarten, Folder und Gespräche) – einfach, weil Jagd mehr ist!

Unfälle passieren leider nun einmal, auch wenn man noch so aufpasst – so bei der Jagd, beim Schifahren, Bergsteigen oder im Straßenverkehr. Man beachte dazu die Sportunfallstatistik 2013 vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Andere Vorfälle sind leider hausgemacht!

Wie in einer Pressekonferenz kürzlich bekannt gegeben starten das Land OÖ in Kooperation mit dem Oö. Landesjagdverband und der Landwirtschaftskammer OÖ eine umfassende Informationskampagne unter dem Titel „Schwarzwildausbreitung in Oberösterreich – Strategien zur Schadensminderung“in den Bezirken. Gemeinsam mit den GrundeigentümerInnen und JägerInnen werden Strategien zur Schadensminderung besprochen. Die Einladungen dazu werden auf Bezirksebene ausgesendet.

Seit letztem Jahr läuft das Projekt bezüglich Rehwildabschussplanung in unterbewaldeten Gebieten über die Universität für Bodenkultur (Prof. Dr. Reimoser und MSc Obermair), um auch hier gemeinsam mit dem Land OÖ und der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich ein Instrument herauszuarbeiten, das die Abschussplanung für Rehwild in waldarmen Gebieten objektiviert.

Für Rehböcke wurde im Landesjagdausschuss außerdem beschlossen, dass die Oberkiefer bei mehrjährigen Stücken belassen werden. Ernstzunehmende und korrekte Altersschätzung einer Rehbocktrophäe setzt das dazu gehörige Unterkiefer nämlich voraus. Das dazu notwendige Oberkiefer an der Trophäe bedeutet für die Jägerschaft einen unbedeutenden Mehraufwand bei der Reinigung, wie die Praxis beweist. Vor allem unterstützt diese Regelung (die ohnehin in den meisten Bezirken angewendet wird) die Bewertungskommission bei ihrer Tätigkeit für eine möglichst objektive und korrekte Altersschätzung.

Dies soll aber nicht dem oft zitierten Trophäenkult huldigen, sondern vielmehr veranschaulichen, ob die Bestände eine naturnahe Alterspyramide mit gut erhaltener Mittelklasse aufweisen. Die oö. Jäger lassen sich dadurch sicher keine Trophäenjagd vorwerfen, denn in den meisten Jagdgebieten wird einerseits die Drittelregelung angewandt, andererseits sind landesweit nur 17% des Rehwildabschusses mehrjährige Rehböcke.

Nachdem die Bürokratie auch in der Jagdwirtschaft nicht Halt macht, sind wir bemüht, diese trotzdem möglichst gering zu halten. So haben wir mit der Veterinärdirektion des Landes OÖ bezüglich der “kundigen Personen” und der Wildbrethygiene-Bestimmungen Vereinfachungen vereinbart. Dabei soll der Wildbretanhänger ersatzlos wegfallen und nur mehr die Bestätigung der kundigen Person sowie das Protokollbuch zur Rückverfolgbarkeit und Absicherung des Jägers eingesetzt werden. Die elektronische Meldung im JADA rundet diese Vorgehensweise ab.

Als ein besonderes Service haben wir in Zusammenarbeit mit der OÖ Versicherung letztes Jahr eine kostenlose Rechtsberatung angeboten, wo an jedem ersten Freitag im Monat Rechtsanwälte Jäger in Hohenbrunn beraten haben. Nachdem diese Beratung unregelmäßig, aber zum Teil gut besucht war, werden wir im Jahr 2015 diese Beratung je nach Bedarf und nach Voranmeldungen weiter anbieten.

Mit einem kräftigenWeidmannsheil

Ihr

Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr

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