Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Der Landesjägermeister berichtet

1946-2016 - 70 Jahre OÖ. Landesjagdverband - Hier kommen Sie zum Programm der Veranstaltung!

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Wer sind wir Jäger? Diese Frage stellten sich in der Geburtsstunde des Verbandes unsere Vorgänger. Und sie lieferten die Antwort dazu: Wir Jäger sind Menschen, die die Natur voll und ganz in ihr Herz geschlossen haben. Ein Leitsatz, der die oberösterreichische Jägerschaft bis heute begleitet und in die Zukunft führen wird.

Der Landesjagdverband wurde in keine reiche, gefestigte und wohl geregelte Gegenwart hineingeboren, lagen doch die schrecklichen Kriegswirren kaum Monate zurück und hatten fremde Mächte die politischen und gesellschaftlichen Stränge fest in ihren Händen. Die Männer und Frauen der ersten Stunde besaßen hingegen Tugenden, die unsere Heimat in eine gute und gefestigte Zukunft führen sollten, nämlich Hoffnung, Fleiß und einen unbändigen Willen zum Wiederaufbau. Und eben in diese Zeit hinein wurde unsere geliebte Jagd mit der Neuschaffung entsprechender Legislative und der Gründung des Landesjagdverbandes in geordnete Bahnen gebracht. Das ging nicht ohne Geburtswehen vor sich, denn seitens der Jägerschaft musste praktisch um jede traditionelle Jagdart und Jagdpraxis gerungen werden, wobei das Tragen und Benützen von Jagdgewehren, also Waffen, eine bedeutende Rolle gespielt hatte. Zudem besaßen die heimischen Jagden damals aus den Besatzungsmächten heraus unangenehme Konkurrenten, wobei den Bodenständigen mit ganz wenigen Ausnahmen nur das kontrollierte Führen von Flinten erlaubt war.

Doch bald spielte sich das Jagdrecht ein und das Genossenschafts- und Eigenjagdsystem wurde unter Einbindung traditioneller, aus der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts stammender Gefüge, angewendet, wobei damals z.B. die Vergaben der Genossenschaftsjagden von den politischen Gemeindeorganen – den Gemeinderäten – getätigt wurden. Dass in Oberösterreich von Beginn des Verbandsbestehens an mit großer Begeisterung und  Passion gejagt wurde, zeigt die Statistik, denn die Zahl der Jägerinnen und Jäger stieg und führte schließlich zum sogenannten „neuen“ Jagdgesetz 1964. Und damals war es für die Jägerschaft nicht einfach, Änderungen, die heute als normal empfunden werden, zu übernehmen. Um einige zu nennen: Der Schrotschuss auf Schalenwild wich dem Kugelschuss, ein neues Vertretungsorgan des Grundeigentums wurde mit den Jagdausschüssen geschaffen und dieses war nunmehr für die Vergabe der Genossenschaftsjagden zuständig. Das hatte zur Folge, dass praktisch alle, die guten Willen zum Miteinander einbrachten, vom Arbeiter bis zum Industriellen, vom Bauern bis zum Fabrikanten, Jäger oder Jägerin werden konnten.

Als nun Anfang der Neunziger Jahre vom Gesetzgeber, vom Grundeigentum und von der Jägerschaft nach einem Weg zur Festsetzung der Abschusspläne gesucht wurde, fand man mit der Abschussplan-Verordnung eine Lösung, die bis heute angewendet wird und die im allseitigen Interesse einer ständigen Evaluierung und jagdpolitischer Diskussion unterzogen wird.

Ein großer Meilenstein im Werdegang unseres Verbandes wurde im Jahr 2000 mit der Inbetriebnahme des Schlosses Hohenbrunn als Verbandssitz gesetzt. Jahrelang dauernde gewissenhafte Umbauarbeiten, die Schaffung von Rechtssicherheit in Eigentumsfragen und die Belebung des architektonisch wertvollen Baues als Mittelpunkt der Oberösterreichischen Jagd  wurden durch die neue Installation des Jagdmuseums, die Schaffung eines Bildungs- und Informationszentrums und die Einrichtung einer zeitgemäßen Geschäfts- und Servicestelle sowie eines beliebten Veranstaltungsortes gerechtfertigt. Dieser kurze Ausflug in unsere Vergangenheit wird noch Ergänzung finden und eben deshalb laden wir zu einem Festtag ein:

Der Oberösterreichische Landesjagdverband wird  sein Jubiläum in Form eines „Familienfestes der Jägerschaft“ begehen und alle seine Mitglieder und ihre Familien, aber auch Freunde dazu einladen, und zwar für Sonntag, 29. Mai 2016! Sie finden Programm und Einladung im OÖ. Jäger vom März 2016.

In diesem Sinne wünsche ich für das aufgehende Jagdjahr ein kräftiges Weidmannsheil!

Ihr Landesjägermeister

Sepp Brandmayr

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