Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Der Landesjägermeister berichtet

Wohin geht die Reise? Gedanken über die Zukunft der Jagd in Oberösterreich.

Die Jagd in Oberösterreich zählt für viele Landesbürgerinnen und Landesbürger in einem hohen Maße zu den besonders wertvollen Kulturgütern unserer Heimat und es liegt an uns, dieselbe zu hegen, zu pflegen, nachhaltig zu nutzen und für unsere Nachkommen zu bewahren.

Nichtsdestotrotz stellt uns diese Tatsache ständig vor große Herausforderungen, insbesondere was die praktische Jagdausübung einerseits und ihre Präsentation in der Öffentlichkeit andererseits betrifft.

In den vergangenen Jahren wurde sehr viel an der Verbesserung der Aus- und Weiterbildung der Jägerschaft gearbeitet. Und am Bemühen, der oberösterreichischen Jagd in einer schnelllebigen Welt ihren Platz zu erhalten. Wohl wissend, dass gerade die alpenländische Jagd in hohem Maße die Verantwortung an einer gesunden und Erholung spendenden Natur mit zu tragen hat. Die Verteidigung einer weidgerechten Jagd in einem abwechslungsreichen Lebensraum für Wildtiere und Menschen ist dabei ein hohes Ziel.

Die Jagden in Oberösterreich sind beinahe vollzählig in heimischen Händen und gewährleisten auf diese Weise eine feste Verbindung zwischen den Jagdberechtigten und den Jagdausübungsberechtigten, wobei Grundsätze wie das Festhalten am Revierjagdsystem, am Genossenschaftsgefüge und das Entspringen des Jagdrechts aus Grund und Boden hoch gehalten werden.

Unsere Jägerinnen und Jäger wissen sehr wohl um die Nützlichkeit und die Wohlfahrtsfunktion unserer schönen Wälder, sie wissen um den Wert einer kultivierten Landwirtschaft und um den Erhalt einer gesunden Natur. Gerade deshalb machen sie von ihrem Auftrag zur Erhaltung einer vielfältigen und gesunden Umwelt Gebrauch und warnen vor ihrer Totalnutzung durch moderne Erholungsgesellschaft.

Ich stelle fest, dass viele der Freizeitnutzerinnen und -nutzer mit der Jägerschaft zusammenarbeiten und so im Sinne eines gelebten Naturschutzes immer wieder gute Lösungen finden.

Ich stelle jedoch auch fest, dass die Rastlosigkeit des heutigen Alltags, der Verlust eines gesunden Rechtsempfindens und ein großes Maß an Egoismus zu einem brutalen Verdrängen der von der Öffentlichkeit so geschätzten und erträumten Naturräume führen.

Es ist für mich hoch an der Zeit, aufzuzeigen, dass damit ein nicht wieder gut zu machender Schaden angerichtet wird! Es hilft nicht, in Abständen darauf hinzuweisen, dass die Lebensräume für die wild lebenden Tiere und Pflanzen täglich um ein gewaltiges Flächenausmaß weniger werden, wenn andererseits die verbleibenden Naturräume für sogenannte Trendsportarten und ungezügelte Erholungsnutzung aus Unwissenheit oder Profitstreben geöffnet werden.

Der Ruf der oö. Jägerschaft geht nach einer natur- und wildtiergerechten Raumordnung! Wir rufen auf zu einem gemeinsamen Bekenntnis aller Naturnutzer zur Rettung und Erhaltung unserer schönen oberösterreichischen Natur.

 

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