Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Über den Bruch am Jägerhut

Der Bruch, den wir Jägerinnen und Jäger speziell meinen und jagdlich vorrangig gebrauchen, ist beim Nadelholz ein „Dreispross“ (Kreuztrieb) und beim Laubholz ein Zweig mit ein paar Blättern. Wobei in beiden Fällen weniger, also kleiner, mehr ist als übertriebene Größe! Er wird von einer „bruchgerechten“ Baumart, von Tanne, Fichte, Eiche und Erle (im Bergland auch von Latsche oder Almrausch) möglichst wirklich „gebrochen“ und nicht geschnitten und steht an der Spitze aller jagdlich althergebrachten Bruchzeichen. (Über deren Vielfalt und Sinnfälligkeit soll an anderer Stelle der Serie Alter Brauch in neuer Zeit gesprochen werden.)

Als Beutebruch ist er uns Zeichen der Anerkennung für das gelungene Weidwerken eines anderen Jägers oder für Freude und Dankbarkeit über eigenes erfolgreiches Jagen. Als Schützenbruch soll er zufrieden stellende Schussleistung belohnen.

Als Standesbruch ist er „Zunftzeichen“ der Jägerei, Sinnbild unserer Zusammengehörigkeit und Demonstration unserer Geschlossenheit  im öffentlichen Auftreten bei jagdlicher Festlichkeit oder bei gemeinsamer Ehrenbezeigung im Trauerfall.

Am Hut, wie es heißt „des Jägers liebstem Stück“, tragen wir den Beute- oder Schützenbruch rechts, den Standesbruch als Fest- oder Trauerbruch aber an der linken Hutseite! (Peinlich, wenn ein Jäger im Leichenzug durch rechtsseitig getragenen Bruch gewissermaßen ein jagdliches Erfolgserlebnis andeutet!)

Übrigens, die vereinzelt praktizierte Gepflogenheit, im Trauerfall den Bruch mit der Unterseite nach außen zu tragen, ihn also umzudrehen, ist eine anderswo erfundene, unsinnige Komplizierung, ist keinesfalls echter Brauch und sollte daher hierzulande unterlassen und vergessen werden.

Wie halten wir es nun mit dem Hut beim Begräbnis, beim Gottesdienst im Freien und in der Kirche? In allen diesen Fällen bleiben Jägerinnen und Jäger, wenn sie als Gruppe oder gar in geschlossener Formation auftreten, bedeckt. Der Hut wird also auf behalten. Abgenommen wird er selbstverständlich immer in der Kirche, ferner beim Begräbnis, wenn der Sarg versenkt wird,  und bei Messen im Freien (Hubertusfeiern) während der Wandlung. Auch wenn wir am offenen Grab dem Verstorbenen den Bruch als letzten Gruß widmen, nehmen wir natürlich den Hut ab.

Schade eigentlich, dass die Jägerschaft geschlossen und einheitlich den Bruch am Hut fast nur im Trauerfall trägt. Es würde uns gut anstehen, den Standesbruch links am Hut auch bei manchen jagdlichen Festlichkeiten, wie Hubertusfeiern, Trophäenschauen und ähnlichen öffentlichen Auftritten zu tragen; beim ohnehin seltenen Landesjägertag müsste er eigentlich selbstverständlich sein!

 

 

 

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