Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirk Grieskirchen

Zur Geografie:

Der Bezirk Grieskirchen erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von rund 57.800 ha im Nordwesten von den Ausläufern des Sauwaldes (Grenze zum Bezirk Schärding), mit Höhenlagen bis ca. 650 m, bis an den Rand der Welser Heide im Südosten mit Erhebungen bis 300 m und von den Höhen des Hausruckwaldes im Südwesten mit Höhenlagen bis 760 m, bis an den Rand des Eferdinger Beckens im Osten mit Höhenlagen bis 360 m.

Im Norden, im Bereich der Schlögener Schlinge, bildet die Donau auf einer Länge von rund 300 m die Grenze zum Bezirk Rohrbach.

Die 34 Gemeinden haben Flächenausmaße von 211 ha (Neumarkt i. H.) bis 4086 ha (Gaspoltshofen). Abgesehen von der Marktgemeinde Neumarkt i. H. mit nur rund 211 ha Fläche, die obendrein zu zwei Dritteln verbaut ist, weisen alle Gemeinden ausreichend große Jagdgebiete auf. Keine der Gemeinden ist in mehrere genossenschaftliche Jagdgebiete aufgeteilt. Insgesamt sind im Bezirk 34 genossenschaftliche und drei Eigenjagdgebiete. Die Eigenjagden liegen in den Gemeinden Aistersheim („Hofau“), Haag a. H. („Hausruckwald“) und Natternbach („Hörzingerwald“).

Nicht allein die verschiedenen Höhenlagen und die klimatischen Unterschiede, sondern auch die Größe der Waldbestände und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die vielfältigen Biotope prägen die Struktur des Bezirkes. Von den Granitlagen des auslaufenden Sauwaldes über die Molasse-(Schlier-)Zone hin zum Hausruckwald und in östlicher Richtung vom Waizenkirchener Becken bis an das Eferdinger Becken und weiter südlich bis an den Rand der Welser Heide finden wir die unterschiedlichsten Bodentypen, Bodennutzungen und Standorte. Die Bodennutzung im Bezirk verteilt sich (laut Bodennutzungserhebung 1999) auf zirka 9900 ha Wald, 26.000 ha Ackerland und 15.000 ha Dauergrünland. In den letzten zwei Jahrzehnten hat eine Umstellung der Bodennutzung stattgefunden.

Viele landwirtschaftliche Betriebe haben von der Gemischtwirtschaft auf den (oft viehlosen) Getreideanbau umgestellt. (1987 noch Wiesen 17.600 ha, Felder 24.700 ha). Im Hinblick auf den Maisanbau hat keine gravierende Änderung stattgefunden. Er betrug 1986 ca. 7800 ha; lt. Statistik der abgegebenen Mehrfachanträge betrug der Maisanbau 2006 im Bezirk rund 6500 ha. Ebenfalls wenig verändert hat sich der Anbau vo  Wintergerste (1986 rund 3500 ha, 2006 rund 3300 ha). An Grünbracheflächen wurden 2006 im Bezirk insgesamt 2608 ha gefördert. Der Anbau bzw. die Förderungsfläche von „Elefantengras“ betrug im Jahr 2006 17,7 ha. Die Schaffung und Nutzung von Ökoflächen sowie die Grünbracheflächen haben sicher eine positive Wirkung, insbesondere auf unsere Niederwildbestände, obwohl in den letzten beiden Jahren bei den Fasanen das Wetter „gar nicht mitspielte“.

Nun zu den einzelnen Wildarten:

Zunächst zur Hauptwildart des Bezirks, dem Rehwild: So viel wie in den letzen Jahren ist wohl zu keiner Zeit über das Rehwild diskutiert worden – über tragbare Bestandsdichte, Geschlechterverhältnis, Altersaufbau, Trophäengüte und -stärke und nicht zuletzt über die vom Rehwild verursachten Wildschäden. Die Abschussplanung hat sich in den letzten 20 Jahren gravierend verändert. Nicht zuletzt durch die Einführung der Abschussplanverordnung im Jahr 1994 kam es teilweise zu einer drastischen Erhöhung des Rehwildabschusses. Vereinzelte Reviere haben nachhaltig 15 bis 19 Stk./100 ha erlegt! Der „Knickpunkt“ scheint nun erreicht zu sein: Weil in den letzten Jahren ein immer höherer Abschuss vorgeschrieben wurde, konnte dieser vielfach exorbitante Abschuss, wie die Statistik zeigt, kontinuierlich nicht mehr erfüllt werden.

Im HInblick auf die Trophäengüte haben sich nicht zuletzt durch Fütterung und Änderung des Futterangebotes wesentliche Änderungen ergeben; Jagdjahr 1989/990: Goldmedaille mit 127,6 Pkt. (470g); 2005/2006: 166,4 Pkt. (580g). Im Jagdjahr 2002/2003 wurde der an Gewicht und Güte beste Rehbock mit 184,55 Pkt. (660g!) bewertet.

Zum Niederwild:

Der Bezirk Grieskirchen ist auch eines der besten Niederwildrevier in Oberösterreich. Die bisher höchste Hasenstrecke von 12.935 wurde im Jahr 2003 erreicht. Die höchste Fasanstrecke im Jahr 1993 mit 12.077. Die Rebhuhnstrecke betrug im Jahr 1969 3.135 Stk.; im Jahr 2006 waren es nur noch 80 Stück.

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