Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirksjägertag 2018



 

BJM Rudolf Kapsammer, begrüßte zum Bezirksjägertag am 3. März 2018 im Veranstaltungszentrum Manglburg ca. 400 Teilnehmer der Jägerschaft. Zahlreiche Ehrengäste zeichneten mit ihrer Teilnahme den Jägertag aus. Unter ihnen befanden sich unter anderem Landesrat Max Hiegelsberger, Landesjägermeister Sepp Brandmayr, Bürgermeisterin Maria Pachner, BBK-Obmann Bgm. Martin Dammayr, Vertreter der Jagd- und Forstbehörde, Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer, Bezirksjägermeister und Medienberichterstatter. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jagdhornbläsergruppe Geboltskirchen unter der Leitung von Hornmeister  Julius Schmid.

In einer Gedenkminute wurde der seit dem letzten Bezirksjägertag verstorbenen Weidgefährten gedacht:

Dominik Schrank, Eschenau, 19. Lj; Johann Anzengruber, Pram,  69. Lj; Franz Wastlbauer, Weibern, 72. Lj.; Josef Seiringer, Geboltskirchen, 82. Lj., Goldener Bruch; Franz Schauer, Wendling 84 Lj, Goldener Bruch; Franz Berger, Meggenhofen, 85 Lj., Goldener Bruch; Hermann Humer, Meggenhofen, 87. Lj., Goldener Bruch; Alois Oberndorfer  Wendling, 87. Lj.; Franz Pfeiffer, Kallham, 87. Lj., Goldener Bruch; Rudolf  Polzinger, Taufkirchen/Tr., 87. Lj., Goldener Bruch; Sebastian Baumgartner, Pram,  87. Lj.; Franz Wallner, Hofkirchen/Tr.,  88. Lj.; Siegfried Stieger, Gallspach, 89. Lj.,   Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung; Robert Zweimüller, 98. Lj.,  Goldener Bruch, 60 und 70 Jahre Jagdausübung,  Silbernes Ehrenzeichen des Oö. Landesjagdverbandes

Die Bürgermeisterin von Grieskirchen, Frau Maria Pachner,  wies in der Begrüßungsansprache  darauf hin, dass die Jägerschaft sehr fleißig ist und sich die Jagd  zeitgemäß mit angewandtem Natur- und Tierschutz und weidgerechter Jagd präsentiert.  Die Jagd ist ein österreichisches Kulturgut und ein wichtiger Beitrag zur Volkswirtschaft und zitierte eine Studie wonach die Jägerschaft  10,6 Millionen ehrenamtliche Stunden erbringen.

BBK-Obmann Bgm. Martin Dammayr  sprach die Problematik mit den Bibern an und dass es für die Bauernschaft noch keine Lösung gäbe. Weiters habe die Wildschadensberatung bei der Landwirtschaftskammer in Linz mit zwei Personen, welche für die Bewertung von Wildschäden zuständig sind, die Arbeit erfolgreich aufgenommen. Heuer wird die Aufforstung der großen Schadflächen, welche durch Borkenkäfer und Sturm entstanden sind, eine Herausforderung. Es sollten Lösungen ohne Einzäunungen gefunden werden.  Er sprach abschließend die afrikanische Schweinepest an und ersuchte um entsprechend vorsichtigen Umgang.

Bezirkshundereferent Gerhard Hofinger eröffnete seinen Bericht mit einigen Denkanstößen.

Ihm fällt es in den letzten Jahren vermehrt auf, dass sich Jäger einen Hund nehmen und nach anfänglicher Euphorie, wenn der Hund nicht so tut wie man es sich vorstellt, der Hund zum Haus- und Schoßhund verkümmert. Im Hinblick auf das Hundeabrichten verwies er darauf, dass das Abrichten nicht etwa erst mit einem halben Jahr beginnt sondern am ersten Tag und Konsequenz ist dabei gefordert. Es gilt der altbekannte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“ Die Brauchbarkeitsprüfung am 8.10.2017 wurde mit 14 Hunden in Tollet durchgeführt; drei Hunde konnten nicht durchgeprüft werden. Derzeit sind im Bezirk 161 Jagdhunde, aufgeteilt auf 23 Rassen, gemeldet, wovon 122 geprüfte Hunde sind und 29 in der Ausbildung. Der BHR beendet seinen Bericht mit einem Zitat „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig seine Fehler zu besitzen“.

Mag. Stefan Göttfert als Vertreter des Jagdreferates brachte einen Überblick über die Tätigkeit der Behörde im abgelaufenen Jagdjahr. Im Bezirk Grieskirchen gibt es  910 Jagdkartenbesitzer die die Beiträge für das Jagdjahr 2016/2017 eingezahlt haben; Jagdkartenbesitzer gibt es im Bezirk ca. 950. Für die Einhaltung der Abschusspläne ist nicht nur der Jagdleiter sondern sind alle Jagdausübungsberechtigten (Pächter, die im Pachtvertrag namentlich aufscheinen) verantwortlich.

Bei einigen Jagden muss geprüft werden, ob ein Strafverfahren eingeleitet werden.

Bezirksforstinspektion DI Martin Pichler berichtete, dass von den 38 Jagden im Bezirk insgesamt 28 begangen wurden und davon 22 in Stufe I beurteilt wurden. Die Verbissprozente bei der Tanne sind deutlich angestiegen; bei Laubholz geringfügig. Er betonte, dass ein ausreichend dichtes Netz an Vergleichs- und Weiserflächen  die Grundlage einer guten und objektiven Abschussplanung ist. Das Netz der Vergleichszäune hat dabei eine wichtige Funktion, besonders wenn es um Laubholz geht. Pro Jagd sind mindestens 3 Vergleichszäune vorgeschrieben. Bei den heurigen Begehungen wird besonderes Augenmerk auf ausreichend viele und funktionstüchtige Vergleichszäune gelegt.

BJM Rudolf Kapsammer eröffnete seinen Bericht mit einem Rückblick auf die Jagdprüfung (Mai 2017: 34 Kandidaten angetreten, 30 haben die Prüfung bestanden).

Zum Rehwildabschuss führte der BJM aus, dass dieser im Bezirk zu 99,8 % erfüllt wurde. Von den erlegten Rehböcken entfallen 59 % (62) auf Klasse III, 27 % (26) auf Klasse II (2 bis 4-jährige) und 14 % (12 ) auf Klasse I (5-jährige und älter). Das Durchschnittsalter der mehrjährigen Böcke beträgt 3,8 (3,8) Jahre. Das Durchschnittsgewicht der Trophäen der 3-jährigen und älteren Böcke beträgt 310 g (305).  Die auf Grund der Witterung im Vorjahr doch, wenn auch nur leicht um ca. 220 Stk., gestiegenen Abschusspläne, waren eine große Herausforderung für manche oder viele Jagden. Vor den Waldbegehungen war die Stimmung negativer, als sie nachher ausgefallen ist. Ich danke der Jägerschaft für den Willen und die Bereitschaft die Abschusspläne zu erfüllen. 99,8 % sind nicht 100% aber beachtlich. Durch den Borkenkäfer und Windwurf sind viele Aufforstungen vorzunehmen. Die Jagden sind aber auch da auf die Zusammenarbeit der Waldbesitzer bezüglich Definition waldbaulicher Ziele (Baumarten) angewiesen. Um neue Aufforstungsflächen auch in die Höhe zu bringen, aber ohne Flächenzäune, könnte in Zukunft kleinflächig, wo es erforderlich ist, chemischer Baumschutz aus Fördermittel eingesetzt werden. Durch die Änderung des Jagdgesetzes 2017, Bewertung und Festlegung was Wildschaden ist, ist etwas mehr Ruhe in den Revieren eingekehrt. Diese Rechtssicherheit war aber auch längst notwendig. Für ein gedeihliches Miteinander hat sich aber auch die Installierung eines Wildschadensberaters der Landwirtschaftskammer und des LJV herausgestellt. DI Schlemper hat im Bezirk Grieskirchen schon mehrmals seine Fähigkeiten als Fachmann und Mediator unter Beweis gestellt. Im Hinblick auf die Niederwildsituation im Bezirk verwies der BJM, dass die Population beim Hasen leicht und dem Federwild gut angestiegen ist und betonte, dass ohne intensive Raubwild- und Raubzeugbejagung gar nichts geht. Der zweitgrößte Regulator nach der Witterung sind die Prädatoren also die Feinde des Niederwildes. Zur Schrotschussfertigkeit verwies der BJM auf die Bezirksmeisterschaft im jagdlichen Wurftaubenschießen in Pollham. Der Schütze mit den besten Nerven war JL Fritz Gründlinger aus Gaspoltshofen. Im Mannschaftsbewerb nützte Pollham den Heimvorteil (Werner Kaltenböck, Stefan Offenzeller, Philipp Aschauer und Karl Dallinger).

Seinen Bericht schloss er mit einem Zitat von einem ehemaligen deutschen Forstmann (Oskar von Riesenthal), welchen der BBK-Obmann von Urfahr-Umgebung, selbst kein Jäger, beim BJT in Bad Leonfelden sagte: Es ist des Jägers Ehrenschild, dass er hegt und schützt sein Wild, weidmännisch jagt wie`s sich gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt, der Jäger kennt den Atem der Natur, ihren Pulsschlag und selbstverständlichen Rhythmus, die Einfachheit und Ursprünglichkeit empfindet er als Glück.

Landesrat Max Hiegelsberger wies darauf hin, dass Grieskirchen zu einem der drei Bezirke  zählt, bei dem sich die Niederwildstrecke wieder verbessert hat. Bezüglich der großen Beutegreifer wurde eine Studie in Auftrag gegeben um zu sehen, wie sich der Wolf in einem Kulturland wie Österreich entwickelt und welche Auswirkungen es auf die Landwirtschaft, Tourismus und die Jagd gibt. Die Studie wird Ende 2018 fertig werden. Es gibt eine Forderung, wonach eine Bestandsregulierung bei Wolf unbedingt erforderlich ist. Er sprach in diesem Zusammenhang auf den Fischotter an, wonach dieser dezimiert werden muss, wenn er nicht mehr tragbar ist. Dies ist nunmehr der Fall und dies muss in allen Segmenten möglich sein. Er wies auf ein Gespräch mit dem Botschafter von Kasachstan hin, wonach dieser sagte, dass er davon ausgehe, dass in seinem Land das meiste Fleisch wohl von den Menschen verzehrt wird, jedoch danach kommt gleich der Wolf! Er verwies darauf, dass in Europa der Wolfbestand gesichert ist und somit der Erhaltungszustand bereits vorhanden ist und daher der Bestand in Österreich thematisiert werden muss. Im Hinblick auf den Tourismus und die Landwirtschaft muss es eine Bestandsregulierung geben, welche eine Serviceleistung der Jagd ist. Der Landesrat wies darauf hin, dass die Abschussplanverordnung ein sehr taugliches Instrument ist und es in gewissen Bereichen Adaptierungen braucht. Abschließend wies er auf die beiden Wildschadensberater bei der Landwirtschaftskammer hin und betonte, dass bereits das erste Jahr zeigte, dass sie eine sehr gute Arbeit geleistet haben.

Der Hornmeister der JHB Geboltskirchen, Julius Schmid, bedankte sich für die heutige Spende und wies darauf hin, dass die Jagdhorn-bläser genauso zur Jagd gehören wie die Jagdhunde. Ohne die beiden geht es zwar auch, aber es sei nur eine halbe Sache. Nächstes Jahr hat die Jagdhornbläsergruppe ihr 25-jähriges Bestehen. Abschließend ersuchte der Hornmeister, damit dieses jagdliche Brauchtum fortgesetzt werden kann, dass sich neue junge Mitglieder bei ihm melden sollen.

Ehrungen und Auszeichnungen: Goldene Brüche:

Berger Johann, Meggenhofen; Beutlmair Wilhelm, Meggenhofen; Breitwieser Josef, Gallspach; Famler Karl, Gaspoltshofen; Haider August, St. Agatha; Kalteis Leopold, Waizenkirchen; Krotsch Rudolf, Bad Schallerbach; Reizl Johann, Neumarkt

Ehrungen 60 Jahre Jagdausübung:  Bauernfeind  Rudolf, Waizenkirchen; Kimberger Adolf, Waizenkirchen

Die Ehrenurkunde für besondere Verdienste um die heimische Jagd des Oö. Landesjagdverbandes wurde verliehen an Eigelsberger  Friedrich, Wallern/Tr.

Raubwildnadel: Kronsteiner Alexander, Kematen/I.

Beste Rehbocktrophäen: Gold: Bad Schallerbach, Brandl Heinz, 520 g, 151,90 Pkt.; Silber: Bad Schallerbach, Brandl Heinz, 500 g, 147,75  Pkt.; Bronze: Waizenkirchen, Stögermüller Johann, 490 g, 144,30  Pkt.

 

 

 

 

 

 

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