Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirksjägertag 2017



 

BJM Rudolf Kapsammer, begrüßte zum Bezirksjägertag am 4. März 2017 im Veranstaltungszentrum Manglburg weit über 400 Teilnehmer der Jägerschaft. Zahlreiche Ehrengäste zeichneten mit ihrer Teilnahme den Jägertag aus. Unter ihnen befanden sich unter anderem Bundesrat Bgm. Peter Oberlehner, Landesjägermeister Sepp Brandmayr, Bürgermeisterin Maria Pachner, BBK-Obmann Bgm. Martin Dammayr, Vertreter der Jagd- und Forstbehörde, Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer, Bezirksjägermeister und Medienberichterstatter. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jagdhornbläsergruppe Hausruck unter der Leitung von Hornmeister  Fritz Eigelsberger. In einer Gedenkminute wurde der seit dem letzten Bezirksjägertag verstorbenen Weidgefährten gedacht:

Auer Hermann, Weibern,  63. Lj.; Hinterberger August, Heiligenberg, 63. Lj.; Haas Ernst, St. Agatha, 74. Lj.; Senzenberger August, Pram, 74. Lj.; Ing. Ernsthofer Horst Günther, 80. Lj.; Wassermair Engelbert, St. Thomas, 83. Lj.; Huemer-Parzer Georg, Meggenhofen, 84. Lj. Goldener Bruch; Maier Josef, Haag, 84. Lj.; Klinger Wilhelm Karl, Gaspoltshofen,  84. Lj.; Weidenholzer Max, Rottenbach, 84. Lj., Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung; Zellinger Franz, Haag, 84. Lj., Goldener Bruch; Benetseder  Franz, Kallham, 85 Lj., Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung; Berger Franz, Meggenhofen, 86. Lj., Goldener Bruch; Blätterbinder Hans, Grieskirchen, 87. Lj., Goldener Bruch; Gföllner Leopold, Meggenhofen, 87. Lj., Goldener Bruch; Obermayr Franz, St. Agatha, 87. Lj., Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung;  Zauner Gottfried, Weibern, 88. Lj., Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung; Eibelhuber Franz, Hofkirchen/Tr. 89. Lj, Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung; Hiptmair Eduard,  Weibern, 89. Lj., Goldener Bruch; Hurnaus Johann, Steegen, 89. Lj., Goldener Bruch; Köpf Karl,  Hofkirchen/Tr., 89. Lj., Goldener Bruch, 60 Jahre Jagdausübung.

Bezirkshundereferent Gerhard Hofinger eröffnete seinen Bericht mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit; insbesondere für die Zurverfügungstellung entsprechender Reviere. Im Hinblick auf das Hundeabrichten verwies er darauf, dass das Abrichten nicht etwa erst mit einem halben Jahr beginnt sondern am ersten Tag und Konsequenz ist dabei gefordert. Es gilt der altbekannte Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“ Die Brauchbarkeitsprüfung am 9.10.2016 wurde mit 9 Hunden in den Revieren Gallspach und St. Georgen/Gr. durchgeführt; drei Hunde konnten nicht durchgeprüft werden. Derzeit läuft auch wieder ein Vorbereitungskurs für die Brauchbarkeitsprüfung. Derzeit sind im Bezirk 161 Jagdhunde, aufgeteilt auf 23 Rassen, gemeldet. Aus dem Hundefond wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 4.067 Euro ausbezahlt.

Dr. Josef Öberseder als Vertreter des Jagdreferates brachte einen Überblick über die Tätigkeit der Behörde im abgelaufenen Jagdjahr. Im Bezirk Grieskirchen gibt es  905 Jagdkartenbesitzer die Beiträge für das Jagdjahr 2016/2017 eingezahlt haben; Jagdkartenbesitzer gibt es im Bezirk ca. 950. Dr. Öberseder wies darauf hin, dass gegen die Jagdausübungsberechtigten ein Verwaltungsstrafverfahren einzuleiten, sofern die Abschusszahlen in den Abschussplänen bzw. vorgeschriebene Schwerpunktbejagungen nicht erfüllt wurden und bei der Begehung keine positive Wald-Wild-Situation festgestellt wurde. Für die Einhaltung der Abschusspläne ist nicht nur der Jagdleiter sondern sind alle Jagdausübungsberechtigten (Pächter, die im Pachtvertrag namentlich aufscheinen) verantwortlich. Bei einigen Jagden muss geprüft werden, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird.

Bezirksforstinspektion DI Martin Pichler berichtet, dass von den 38 Jagden im Bezirk insgesamt 20 begangen wurden und alle in Stufe I beurteilt wurden. Die Verbissprozente bei der Tanne 8 auf 6 %, (Landesdurchschnitt 10 %), Laubholz von 34 auf 26 % (Landesdurchschnitt 23%). Er wies darauf hin, dass einige Jagden den vorgegebenen Abschuss nicht erfüllt haben. Im Bezirk werden im heurigen Jahr mehr als 2/3 der Jagden wieder begangen werden, zumal auch viele nachhaltige Ier-Jagden turnusmäßig wieder begangen werden müssen.

BJM Rudolf Kapsammer eröffnete seinen Bericht mit einem Rückblick auf die Jagdprüfung (Mai 2016: 24 Kandidaten angetreten, 31 bestanden. Im abgelaufenen Jahr wurden vom Landesjagdverband und auch von der Bezirksgruppe viele Aktivitäten gesetzt und Schulungen sowie Weiterbildungen angeboten. Die Jäger müssen ihr Wissen vermehren um in der nichtjagenden Bevölkerung als Fachleute anerkannt zu werden. „Weil Jagd mehr ist“ darf keine lose Floskel sein. Offensives herangehen an die Sache Jagd, Werbung in eigener Sache sind in Zukunft mehr gefragt denn je. Informationen und Schulungsangebote sind aber keinesfalls nur eine Bringschuld der Geschäftsstelle, sondern sehr wohl auch eine Holschuld der gesamten Jägerschaft; nutzen wir diese Angebote daher reichlich. Im Bezirk wurden im abgelaufenen Jahr überdurchschnittlich viele  Wildackerflächen mit von Jägern zur Verfügung gestelltem Saatgut bestellt. Dadurch profitierten viele Tierarten, angefangen von den kleinen Insekten bis hin zum Rehwild. Lebensraumverbesserung sowie Beifütterung in Zeiten, wo es dies sinnvoll erscheinen lässt, ist sicher im Sinne aller Naturliebhaber, und davon sind die Jäger eine Hauptgruppe. Wo gibt es noch Naturlandschaft? Hier bei uns ist es meistens eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Es ist selten ein Thema so viel diskutiert und zerdiskutiert worden wie die Rehwildfütterung. Nach dem heurigen Winter, normal oder nicht normal, aber sehr unangenehm wegen der sehr lange anhaltenden Eisdecke, die über 10 Tage bis zu 2 cm dick war; da braucht man nicht über die Sinnhaftigkeit der Fütterung zu diskutieren. Eine artgerechte Wildfütterung ist mehr gefragt denn je. Der BJM betonte, dass er  froh darüber ist, dass der Landesjagdverband eine „ Fütterungsrichtlinie für Rehwild“ beschlossen hat. Denn bei artgerechter Fütterung hat sich in der Praxis eines herausgestellt: Rehwildfütterung artgerecht ist Waldschutz! Und genau das wollen wir. Hinsichtlich der Niederwildstrecken wies der BJM darauf hin, dass es eine erfreuliche Tendenz gab; Hasen- und Fasanstrecke ca. 20-30 % mehr als im Vorjahr. Die Streckenergebnisse sind zwar deutlich besser als zuletzt, jedoch kann man noch nicht von sehr guten Streckenergebnissen sprechen. Drei Faktoren sind insbesondere maßgeblich, wovon zwei gar nicht bzw. unwesentlich beeinflussbar sind – Wetter und die intensive landwirtschaftliche Nutzung. Der dritte Faktor kann von den Jägern beeinflusst werden um dem Niederwild zu helfen, nämlich die intensive Bejagung des Raubwildes wie aber auch der Krähen und Elstern. Die Krähen- und Elsternbejagung mit der Flinte und der Falle ist auf gute Weise gesetzlich gelöst worden.

Zum Rehwildabschuss führte der BJM aus, dass dieser im Bezirk zu 98,6 % erfüllt wurde. Von den erlegten Rehböcken entfallen 62 % (61) auf Klasse III, 26 % (25) auf Klasse II (2 bis 4-jährige) und 12 % (14 ) auf Klasse I (5-jährige und älter). Das Durchschnittsalter der mehrjährigen Böcke beträgt 3,8 (4) Jahre. Das Durchschnittsgewicht der Trophäen der 3-jährigen und älteren Böcke beträgt 305 g (295).

Ehrungen und Auszeichnungen: Goldene Brüche:

Auer Josef, Peuerbach; Brillinger Ferdinand, Meggenhofen; Burgstaller Franz, Bruck-Waasen;

Enser Alois, Aistersheim; Litzlbauer Ferdinand,  Tollet; Maier Franz, Gaspoltshofen;

Pichler Herbert, Geboltskirchen; Standhartinger Alois, St. Georgen/Gr

Ehrungen 60 Jahre Jagdausübung:  Hangweier Peter, Pram; Hattinger Erwin, Hofkirchen/Tr.;

Holzmann Josef, Weibern; Langanger Herbert, Grieskirchen; Pichler Josef, Rottenbach

Die Ehrenurkunde für besondere Verdienste um die heimische Jagd des Oö. Landesjagdverbandes wurde verliehen an JL Franz Hangweirer, Tollet.

Rebhuhnnadel: Mair Josef, Grieskirchen

Umweltdipolm für Lebensraumverbesserung: Holzmann Josef, Hofkirchen/Tr.

Raubwildnadel: Stöttner Hermann, Rottenbach

Ehrungen Jagdhornbläser: 35 Jahre: Eigelsberger Fritz

Beste Rehbocktrophäen: Gold: Bruck-Waasen, Pamminger Harald, 590 g, 166,30 Pkte.; Silber: Waizenkirchen, Gfellner Manuel, 580 g, 163,08 Pkte; Bronze: Wendling, Stelzhammer Franz        520 g, 149,38  Pkt.

 

 

 

 

 

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