Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirksjägertag 2015

Am Samstag den 31. Jänner in Naarn – Gasthaus Lettner.

Der BJM ZUM MOTTO

Warum wird der Jäger als mitwirkender Naturschützer von der urbanen Gesellschaft zum Sündenbock gestempelt?

Ich habe dieses Thema zum Motto des heurigen BJT gewählt, weil ich im abgelaufenen Jahr eine zunehmend aggressive Angriffslust auf Jagd und Jäger in den Medien, aber auch durch Einzelpersonen feststellen musste.

Von bekannten jagdfeindlich eingestellten Organisationen und Vereinen wurden schwerwiegende Angriffe formuliert. Dabei bediente man sich häufig

- einer gezielten DESINFORMATION, die ich stellenweise sogar als Lüge einzustufen gedenke

- und der AUFBAUSCHUNG von leider auch vorgefallenen Fehlverhalten und Übergriffen von einzelnen Jägern und sonstigen sich als Jäger bezeichnenden Personen (wobei auch namhafte jagdliche Vertreter mit einzubeziehen sind – auch wenn diese nicht in OÖ die Jagd ausüben)

Man schlachtete diese geschickt aber höchst unfair – und nach meinem Rechtsempfinden – illegitim nach dem Prinzip der grenzenlosen Sippenhaftung für alle Jäger – auch rechtswidrig, aus.

Auch einzelne JAGDUNFÄLLE, egal ob diese durch Fahrlässigkeit oder auf ein im Leben immer unvermeidbares RESTRISIKO zurückzuführen waren, wurden ohne vorherige Wahrheitsfindung dazu benutzt, die Gesamtheit der Jägerschaft zu denunzieren.

Hier frage ich mich, ob die Pressefreiheit nicht einer höheren moralischen und ethischen Einstellung der Redakteure zur Wahrheitsfindung ohne Vorverurteilung bedarf. (Selbst bei Berichten über Kriminelle wird von der Presse an sonst die „Unschuldsvermutung“ angeführt). Die örtliche Presse ist hier auszunehmen, sie hat sich immer fair verhalten.

Die urbane Gesellschaft, also jene meist städtische Bevölkerungsschichte, die die natürlichen Zusammenhänge zwischen Lebensmittelversorgung und töten von Tieren nicht zur Kenntnis zu nehmen gedenkt, weil damit das HEILE BILD ihrer IDEALISIERTEN WELT zusammenbrechen würde, ist ein NÄHRBODEN, in dem der Samen für eine HETZE gegen die JAGD gut gedeiht.

Wir dürfen keinesfalls dem Fehler verfallen, diesen Vorgängen nicht entgegenwirken zu wollen.

Ich weiß aus Erfahrung, dass ein Teil der hier anwesenden Jäger das Problem nicht verspürt oder glaubt es negieren zu können.

Es denken viele:

Die Jagd ist ja schließlich eine NOTWENDIGKEIT, um das Gleichgewicht in unserer KULTURLANDSCHAFT zu erhalten – die ERFÜLLUNG der Abschussaufträge sogar ein BEHÖRDLICHER AUFTRAG.

Wir wissen das und so wird es uns auch immer gesagt, wenn ein erhöhter Einsatz von uns verlangt wird.

Nur die BEHÖRDE und die LWK nimmt uns nicht gegenüber medialen Angriffen in SCHUTZ – wir müssen uns also selbst damit auseinandersetzen und künftig STRATEGISCHER reagieren.

Bekanntlich leben wir in einer Demokratie. Eine Bevölkerungsmehrheit (und die dürfte in den Städten gegeben sein) könnte auch ohne Rechtfertigung soviel politischen Druck ausüben, dass die JAGD in der uns vertrauten Form in Frage gestellt werden könnte.

(Als INDIZ hierfür gilt auch der Umstand, dass sich österreichweit nur wenig jagdausübende Politiker öffentlich zur Jagd bekennen. Dies trifft allerdings – Gott sei Dank – kaum bei unseren unmittelbaren politischen Vertretern zu).

Wir dürfen auch die Gefahr, die sich mit Verwendung des Internets ergibt, nicht unterschätzen. Wenn früher einer von 1000 die Jäger als „kranke Mörder“ diffamiert hat, war das vielleicht wirkungslos,

Wenn aber diese Einzelpersonen sich in einem INTERNETFORUM zusammenfinden, sind ihnen KONZENTRIERTE Aktionen zur Beeinflussung der unbedarften urbanen Bevölkerung gegen unsere Jagd leicht möglich.(„Es wird gehört, wer am meisten schreit“)

Um dem entgegen zu wirken bedarf es auch einiger psychologischer Überlegungen.

Ich bin mir bewusst, dass nicht jeder der Anwesenden bereit ist, mir in der PSYCHOLOGISCHEN ARGUMENTATION zu folgen. Wenn es aber einige tun wird uns dies helfen, den Zusammenhalt und die Standfestigkeit der Jägerschaft zu erhöhen.

Allen zusammen müsste es gelingen eine Strategie zu entwickeln, in der die Jagd als „Selbstverständlichkeit“ auch in Zukunft behauptet werden kann.

Eine ethisch einwandfreie, weidgerechte und gesetzeskonforme Jagd setze ich hier voraus.

Ich glaube, dass den „NICHT PROFESSIONELLEN“ Jagdgegnern (und das sind die von der ländlichen Kultur abgekoppelten) bewusst gemacht werden sollte, dass ihnen die urbane Lebensweise des Städters nur mehr ein FRAGMENTIERTES Bild des Lebensgeschehens bietet.

Unter „PROFESSIONELLEN JAGDGEGNERN“ verstehe ich jene jagdgegnerischen Vereine und Einzelpersonen, die aus ihrer JAGDGEGNERSCHAFT vorwiegend KAPITAL schlagen wollen – ein Diskurs mit ihnen ist erfolglos.

Im idealisierten Bild des Alltages eines STÄDTERS kauft dieser eben sein Fleisch als SCHNITZEL, STEAK oder Wurst im GROSSMARKT oder in der Fleischerei ein.

Er blendet das Lebewesen, das hierfür getötet werden muss, aus. (Allerdings – und das blendet er nicht aus – soll die Versorgung durch den Landwirt billig sein).

Ein Vegetarier, der glaubt, dass für die Erzeugung des Gemüses, von dessen Verzehr er sich fleischlos zu ernähren gedenkt, keine Lebewesen beeinträchtigt oder getötet werden, verkennt VÖLLIG die Tatsachen.

Beides entstammt dem WUNSCH nach einer HEILEN WELT.

Dem Verbraucher ist dabei meist nicht bewusst, dass er damit auch seinem EIGENEM WUNSCH nach einem SCHUTZBEDÜRFNIS entspricht und diese IDEALISIERUNG auch auf die GESAMTE TIERWELT überträgt.

In der GROSSTIERHALTUNG zur billigen LEBENSMITTELVERSORGUNG gibt es sicher mehr MISSSTÄNDE einzuklagen, als im jagdlichen Geschehen. Das dort manchmal vorhandene Tierleid wird oft medial anschaulich aufbereitet.

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum die Jagdgegner und Tierschützer des urbanen Raumes nicht ausreichend bereit sind, durch höhere Lebensmittelpreise eine Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen zu ermöglichen und auch anzuerkennen, dass WILDTIERE unter natürlichsten Bedingungen bis zur Entnahme heranwachsen dürfen

(höchstens der WOLF frisst sie früher!)

Das FRAGMENTIERTE Bild des LEBENSGESCHEHENS erlaubt es ihnen, ihren VERANTWORTUNGSTEIL zu negieren und dafür aber die ENTNAHME von Wild aus der NATUR ( die sie für ihre ERHOLUNGSZWECKE vereinnahmen ), zu VERTEUFELN:.

Dazu kommt, dass ein Fleischhauer in der Regel nicht aufgefordert wird, sich direkt zum Töten der Tiere im betrieblichen Bereich öffentlich zu rechtfertigen.

Der Jäger dagegen muss sich im Zusammenhang mit seiner Jagdausübung auch zum erforderlichen Töten von einzelnen Wildtieren bekennen.

In einer idealisierten Vorstellungswelt wird der Tod mit Bezug auf den eigenen Wunsch zur Unsterblichkeit ausgeklammert.

So lässt sich leicht das „AGGRESSIVE“ BILD des Jägers als TÄTER schaffen, auch wenn der TOD unveränderbarer allgegenwärtiger Begleiter allen Lebendigen ist.

Der Jäger, der eine Jagdwaffe trägt und gebraucht, wird zur ÜBERTRAGUNGSFIGUR und zum SÜNDENBOCK für dieses AGGRESSIVE BILD der urbanen Gesellschaft.

Dabei wird nach psychologischen Erkenntnissen nur das auf andere übertragen, was selbst in einem steckt.

Das heißt aber, dass in Bevölkerungsschichten selbst eine hohe Aggressivität latent vorhanden ist, die auf andere – hier insbesondere auf den Jäger – zur eigenen Entlastung projiziert wird.

Manchmal komme ich nicht umhin festzustellen, dass auch öffentliche Organisationen und Interessensvertretungen oder vereinzelt Grundeigentümer, die der Hilfe der Jagd bedürfen, gewillt sind ihre aggressiven Anteile auf die Jägerschaft zu projizieren, wenn ihren Wunschvorstellungen nicht, oder nicht ausreichend entsprochen wird.

(Die Rigorosität der derzeit gültigen Abschussplanverordnung ohne Berücksichtigung des Anteils der waldbaulichen Gegebenheiten und sonstiger von der Jägerschaft nicht zu beeinflussenden Umstände auf das Ergebnis der Bewertung schafft vielfach Aggressionen, die der Jäger auszubaden hat).

Wenn wir den Jagdgegnern und –Kritikern diese für sie unbewussten Zusammenhänge als Spiegel vorhalten, erwarte ich mir nicht eine unmittelbare Einsicht. Ich betrachte es aber als einen Boden unter den Füssen, der unsere „Standfestigkeit“ gegen Angriffe erheblich erhöht……gegen alle Seiten.

Trotzdem fordere ich alle jagdlichen Vertreter aber auch alle Kammerfunktionäre und sonstige Interessensvertreter, die sich der Hilfe der Jagd bedienen, auf, Strategien zu entwickeln, die helfen, die weiter zunehmende mediale Hetze gegen jene Jägerschaft, die ethisch verantwortlich die Jagd ausübt zu entschärfen oder zu unterbinden und den Jäger / die Jägerin vor der Abladung aggressiver Übertragungen zu schützen.

Dazu gibt es gleich eine gute Anregung:

Der Salzburgische TIERSCHUTZVEREIN behauptet mit Blick auf die von LWK und LJV inszenierte SCHULUNG zur Wildschweinbejagung in allen Bezirken, dass sowieso nur die Jäger am zu hohen Bestand SCHULD seien, weil sie mit ihrer scharfen Bejagung die natürliche Nachwuchsproduktion nur steigern würden.

Es wäre fein, wenn eine derartige Behauptung durch eine von der LWK eingebrachte ENTGEGNUNG oder Aufklärung entkräftet werden würde, weil sie sicher eine höhere AKZEPTANZBEREITSCHAFT vorfinden wird, als die ständig angegriffene Jägerschaft.

Wir Jäger bilden uns trotzdem ein, dass wir mit zum Naturschutz beitragen.

Nach den vielen unqualifizierten Angriffen auf die Jagd im letzten Jahr, wollte ich aus berufenem Munde hören, wie dies von der Naturschutzbehörde des Landes OÖ gesehen wird.

Hr. LR Dr. Haimbuchner hat sich bereit erklärt, dies aus seiner Sicht darzustellen, wofür ich ihm meinen Dank ausspreche.

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EHRUNGEN

Wer heute eine EHRUNG, sei es der GOLDENE BRUCH oder eine Ehrung für 60 Jahre Jagdausübung bekommt, hat die Veränderungen in der Jagd hautnah miterlebt.

Konnte vor 50 Jahren und mehr noch die Lust an der Jagd im Vordergrund stehen, überdecken heute die Anforderungen und Verpflichtungen, überschattet mit ungerechtfertigten Angriffen der Jägerschaft zunehmend die Freude an der Jagd.

Diesen Weg sind alle, die heute eine Ehrung erhalten gegangen – und ich danke Ihnen, dass sie sich nicht beirren haben lassen.

Vor einiger Zeit habe ich auf dem Umschlag einer deutschen Jagdzeitung die Überschrift gelesen:

……ALTER SCHÜTZT VOR`M JAGEN NICHT…..

Ich möchte das noch ergänzen mit den Worten:

…..UND IHRE IHRE JAGDLICHE ERFAHRUNG PRÄGT DIE

ZUKUNFT DER JAGD.

 

a) GOLDENE BRÜCHEBJT 31.1.15 187

- AIGNER Josef Ried/Riedmark

- EBENHOFER Matthäus Münzbach

- HUBER Maximilian Perg

- KAINDL Karl Baumgartenberg

- Dr. PÖSCH Engelbert Ried/Riedmark

- WÖCKINGER Johann Ried/Riedmark

 

b.) 60 JAHRE JAGDAUSÜBUNG

- BRUNNER Johann Mitterkirchen

- BRUNNER Karl Au/DonauBJT 31.1.15 210

- GUSENBAUER RUDOLF Schwertberg

- HINTERHOLZER Johann Schwertberg

- KARLINGER Franz Perg

- KRAGL Georg Pergkirchen

- KRANZL Johann Auhof

- PAIREDER Rupert Münzbach

- RAMHARTER Kurt Grein

- SCHÖFL Franz Langenstein

- SCHOISSENGEYER Johann Tragwein

BJT 31.1.15 215

 

c.) JAGDHORNBLÄSER EHRUNGEN

- KASTLER Wolfgang 50 JAHRE !

 

 

 

 

d.) RAUBWILDNADELNBJT 31.1.15 217

 

- AISTLEITNER Johann Pergkirchen

-SICKINGER Peter St. Georgen/W.G

-STANGER Alois Katsdorf

 

 

e.) PRÄMIERUNG DER ERNTEBÖCKE

GOLD: BURGSTALLER RUDOLF

Revier Mitterkirchen

152.7 Pkte!!

SILBER: BUCHBERGER JOSEF

Revier Münzbach

143.6 Pkte

BRONZE: AIGNER ANTON

Revier Saxen

134.6 Pkte

 

 

 

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