Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirk Ried

Am 13. Mai 1779 beendete der Friedensschluss von Teschen den sogenannten "Kartoffelkrieg" zwischen Preußen und Österreich. Durch diesen Vertrag wurden die Grenzen Österreichs an den Inn verlegt und Ried zum Mittelpunkt des nunmehr österreichischen Innviertels sowie Sitz der Zentralbehörden des neuen "Innkreises".

Mit der Errichtungen einer eigenen Bezirkshauptmannschaft in Grieskirchen und der damit verbundenen Abtrennung des Gerichtsbezirkes Haag a. H. im Jahre 1911 entstanden für den Bezirk Ried, von geringfügigen Änderungen abgesehen, die noch heute gültigen Bezirksgrenzen.

Der Bezirk Ried umfaßt eine Gesamtfläche von 585,14 km², was 4,88 % der Fläche des Bundeslandes Oberösterreich entspricht. Er liegt im mittleren Innviertel und grenzt im Norden an den Bezirk Schärding, im Osten an den Bezirk Grieskirchen, im Süden an den Bezirk Vöcklabruck, im Südwesten an den Bezirk Braunau und im Nordwesten, wo der Inn eine natürliche Grenze zu Bayern bildet, an die Bundesrepublik Deutschland.

Landschaftlich ist das Gebiet des Bezirkes durch eine leicht hügelige Gestalt gekennzeichnet, wobei das Gebiet vom Norden nach Süden um rd. 400 Höhenmeter ansteigt. Im südlichen Teil des Bezirkes liegen bedeutende Wälder, nämlich der Hausruckwald mit langgezogenem, schmalem Rücken und vielen bewaldeten Ausläufern und der Kobernaußerwald, als geschlossener Block.



Herzstück des Innviertels

Nicht nur ob seiner geographischen Lage, sondern auch wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung nimmt der Bezirk innerhalb der Wirtschaftsregion Inn- und Hausruckviertel eine bedeutende Stellung ein.

Grundsätzlich ist der Bezirk als agrarisch strukturiert anzusehen, da das Verhältnis der gewerblichen zu den land- und fortswirtschaftlichen Betrieben in etwa 1:2,5 beträgt, was aber seit Anfang der 90iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ständig in Veränderung begriffen ist.

Rund 90 % der Gesamtfläche werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die schweren tiefgründigen Böden eignen sich speziell für den Ackerbau und die Viehzucht.

Nicht zufällig liegen im Bezirk Ried auch die Wurzeln so manchen bäuerlichen Fortschirtts. Führende Molkereiverbände und Lagerhausgenossenschaften haben hier ihren Sitz. Die bäuerlichen Maschinen- und Betriebshilferinge sind zum Vorbild für Einrichtungen dieser Art auch andernorts geworden.

Der Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel mit Sitz in Ried wurde durch seine Exporte weltweit bekannt. Die “Internationale Rieder Landwirtschaftsmesse” übt eine entsprechende Anziehungskraft aus.

Heimat der Schwanthaler und Franz Stelzhamers

Das kulturelles Zentrum des Bezirkes stellt das Augustiner Chorherrenstift Reichersberg dar.

Neben permanent leufenden Ausstellungen – erwähnt seien besonders die Landesausstellung 1974 “Das Schaffen und Wirken der Schwanthaler”, die Landesausstellung 1984 “900 Jahre Stift Reichersberg – Die Klöster am Inn” und die Landesausstellung 2004 die grenzüberschreitend in Zusammenarbeit zwischen Bayern und Oberösterreich ausgerichtet wurde – finden hier ständig große Konzerte und kulturelle Veranstaltungen wie z.B. der “Klostermarkt”, die “Bikerwallfahrt” oder der “Kunsthandwerksmarkt” statt.

Es kann auch auf die wertvolle Tätigkeit der Innviertler Künstergilde, auf das weithin bekannte Rieder Voklskundehaus, auf das Heimatmuseum in Obernberg am Inn, das Osternacher “Bauernmuseum” und auf das Heimathaus unseres Mundartdichters und Verfassers der oö. Landeshymne Franz Stelzhamer hingewiesen werden.

Das Jagdgebiet

Jagdlich gliedert sich der Bezirk in 37 Genossenschafts- und 8 Eigenjagdreviere, deren Fläche etwa 55.175 ha. beträgt.

Rehwild:

Die Entwicklung der Rehwildpopulation im Bezirk Ried unterscheidet sich zum übrigen Bundesland nicht wesentlich. So gab es den niedrigsten Abschuss m Jahr 1984 mit 1.709 Stück und den höchsten im Jahr 2005 mit 4.295 Stück.

Durch die 1994 in Leben gerufene Abschussplanverordnung, die im wesentlichen die Wald Wild Situation beleuchtet und auf Basis der Verbisssituation den Abschuss festlegt, wurde der Rehwildstand auf ein sowohl für den Land- bzw. Forstwirt als auch den Jäger tragbares Maß angepasst.

Mufflon:

Eine kleine Populaiton im Hausruckwald erlaubt in den angrenzenden Revieren in unregelmäßigen Abständen den einen oder anderen Abschuss.

Rotwild:

Ehemals, noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts vor allem im Kobernaußerwald und dessen Ausläufern vorkommendes Rotwild kann seit Jahren nicht mehr bestätigt werden und ist demnach in unserem Bezirk praktisch als nicht mehr existent anzunehmen.

Schwarzwild:

Ähnlich wie auch im gesamten Bundesland weist die Schwarzwildpopulation, mit Ausnahme des Jahres 2006 nach dem strengen Winter, in den letzten Jahren steigende Tendenz auf. Vor allem muss hier auf das strikte Fütterungsverbot verwiesen werden. Die Fortsaufsichtsorgane der Bezirksverwaltungsbehörden haben Anweisung die Einhaltung dieses Verbotes im Zuge ihrer dienstlichen Tätigkeit zu überprüfen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.

Niederwild:

Wurde bereits vor etwa 20 Jahren in einem Bericht über den Bezirk Ried festgehalten, dass die Niederwildstrecken einen Rückgang zu verzeichnen haben der sich auch im gesamten Bundesland bekermbar macht, so gab es Ende der 90iger Jahre ein Rekordhoch, dem im Jahr 2006 ein absoluter Tiefpunkt folgte.

Alleine durch intensive Hege – Maßnahmen und Raubwildbejagung konnte dem Rückgang des Niederwildes nicht entgegengewirkt werden. Es zeigt sich, dass eine maßgebliche Beeinflussung unterschiedlichster Umweltfaktoren, vor allem von Witterungsverhältnissen, entscheidend beitragen.

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