Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirk Vöcklabruck

 

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Landschaftlich vielseitiger kann ein Bezirk wohl kaum sein!
200 Millionen Jahre formten die Urgewalten der Erde sein Erscheinungsbild. Im Süden ragen die schroffen Kalkstöcke des Höllengebierges bis 1300 Meter über die sie umgebenden Täler empor – eindrucksvolle Zeugen aus der Trias!

Im Anschluss zieht sich das schmale Band der Flyschzonequer durch den Bezirk. Die tonigen Gesteine dieser geologischen Spezialität sind einst in den finsteren Tiefen der Tethys entstanden und Segen und Fluch zugleich. Einerseits bringen sie gute Bodeneigenschaften für eine florierende Forstwirtschaft mit sich, andererseits neigt der tonige Untergrung zu Hangrutschungen.Die Molassezone im Norden des Bezirkes, ebenfalls ein ehemaliger Meeresboden, ist reich an Sanden und Schottern. Aufgelassene Kiesgruben werden schnell wieder mit Vegetation bedeckt und stellen in den intensiv genutzten, landwirtschaftlichen Flächen ideale Inselrefugien für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dar.Die jüngere Vergangenheit war geprägt vom Wirken mächtiger Gletscher. Die Kraft des Eises schürfte nicht nur die Becken der großen Seen aus, sondern formte auch den Hausruck, die Grenze zum Innviertel. Dies ist ein Waldgebiet, welches beste Voraussetzungen für das Gedeihen eines soliden Tannenbestandes bietet.

 

Genau so facettenreich wie seine Topographie ist auch die Wildartenzusammensetzung. Neben dem Reh als Hauptwildart ziehen in den Gebirgsrevieren Rot- und Gamswild ihre Fährte. Vor allem die westlichen Reviere von Mondsee bis in den Hausruck sind reich an Schwarzwildvorkommen und auch Muffelwild gehört in einigen Revieren zum fixen Bestandteil der Fauna. In den Niederungen finden sich zum Teil gut besetzte Fasanen- und Hasenreviere. Intensiven Bemühungen zur Lebensraumverbesserung seitens der Jäger ist es zu danken, dass mancherorts die Rebhuhnbestände wieder ansteigen. Waldschnepfen und Ringeltauben sind ebenfalls in guten Populationen vertreten.
An den großen Gewässern wird vor allem in den Wintermonaten ornithologisch interessierten eine üppige Vielfalt an Wasservogelarten – vom Höckerschwan bis zum Eisvogel – geboten, jagdlich genutzt werden freilich nur die gesetzlich erlaubten Enten- und Gänsearten.
Die großen Waldgebiete zwischen Traun- und Attersee sind seit wenigen Jahren auch Heimat des Braunbären. Seine Wanderzyklen führen ihn oft weit über die Grenzen des Bezirkes hinaus, lassen ihn aber in periodischen Abständen immer wieder zurückkehren. Die Exsistenz von Bären wurde gerade in jüngerer Vergangenheit zum Prüfstein menschlicher Toleranz. Dass der Bär gerade im Bezirk Vöcklabruck seit geraumer Zeit in friedlicher Koexistenz mit dem Menschen lebt, zeugt von großer Aufgeschlossenheit und Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und Jägerschaft.
Nicht zuletzt ist dieser Umstand den gut funktionierenden Hegeringen zu verdanken. Die Jagden des Bezirkes sind in elf Hegeringen zusammengefasst. Sie sind Plattform für Informationsaustausch und revierübergreifende Zusammenarbeit.

Wild kennt keine Grenzen – umso wichtiger ist es für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Bejagung, sich an diese Umstände im Sinne der Jagd uind des Wildes anzupassen.

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Die 1084,26 km² Gesamtfläche des Bezirkes teilen sich in 53 Genossenschaftsjagden, 27 Eigenjagden und 23 Reviere der Österreichischen Bundesforste AG auf. 4 Jagden, die nicht in forstlichen Betrieben integriert sind, runden diese Statistik ab.

Die südlichen Teile des Bezirkes sind von hohem Waldanteil geprägt. Sie sind nicht nur Zufluchtsstätte für selten gewordene, traditionell jagdlich genutzte Tierarten wie Auer- oder Birkwild, sondern auch andere, hinsichtlich des Artenschutzes interessante wie Schwarzstorch, Steinadler oder Wanderfalke finden hier den ihnen entsprechenden Lebensraum.

Ein Großteil des Waldes gehört bäuerlichen EigentümerInnen, der Rest teilen sich die österreichischen Bundesforste mit einigen Großwaldbesitzern.Je nach ökologischen Standortbedingungen ändert sich das Bild des Waldes und seine Baumartenzusammensetzung. In den intensiv genutzten Flächen dominieren nachn wie vor – nicht immer standortgemäß – die Fichte, wenngleich häufige Tendenzen zu mehr Laubanteil und authochthoner Bestockung zu erkennen sind. Vor allem die lehmigen Böden der Flyschzone bieten der Rotbuche gute Wachstumsbedingungen und bilden ausgedehnte Laub- und Mischwälder mit Anteilen von Ahorn, Eiche und Hainbuche.

 

Die Jagd hat lange Tradition in den Gemeinden des Bezirkes. So gibt es neben den vielen Jägern auch aktive Falkner, die bemüht sind, die uralte Jagdart vor dem Hintergrund moderner Tierhaltungsmethoden zu bewahren.

Eine bedeutende Innovation im Bezirk stellt der neue Modus der Trophäenbewertung dar. Weg vom biotopabhängigen Kriterium “Gramm”, hin zu einer praxisorientierten Bewertung nach den bekannten Ansprechmerkmalen, die dem Jäger vor Ort und vor dem Schuss zur Verfügung stehen.
Die Einschätzung der Qualität eines Abschusses wird den Jagdleitern und Hegemeistern überlassen – einem Kreis, der wohl am besten geeignet erscheint, die Entnahme eines Induvidiums aus der Population zu beurteilen!

(Dr. Roman Auer als Verfasser dieses Artikels lehrt am BRG Schloß Wagrain  in Vöcklabruck Biologie, er ist Obmann des Öffentlichkeitsausschusses der Bezirksgruppe)

 

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