Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Theorie & Praxis

Theorie & Praxis

Ausbildung der Jagdhunde

Einen Hund auszubilden heißt, ihn unter Berücksichtigung seiner Verhaltensbiologie Erfahrungen machen zulassen, aufgrund derer die für sein spezielles “Aufgabengebiet” wesentlichen Verhaltensweisen gefördert, erlernt und konsequent weiterentwickelt werden.

Als eine der Grundvoraussetzungen für eine tierschutzgerechte und den jagdlichen Erfordernissen erfolgreiche Jagdhundeausbildung ist die Ausbildung in einem Jagdrevier unumgänglich. Als weitere wesentliche Voraussetzungen sind ein Sachkunde-kursnachweis und eine gültige Jagdkarte sowohl für den Hundeführer als auch für den Jagdhundetrainer notwendig.

Eine Jagdhundeausbildung auf einem Hundeausbildungsplatz ist nur bedingt möglich, da an einen Jagdhund andere Anforderungen für seinen Einsatz gestellt werden, als für einen Begleithund. Er muss an die vielen Eindrücke in der Natur, an die Begegnung mit Wild behutsam herangeführt werden und dabei den für jeden Jagdhund wichtigen Einsatz und Gebrauch seiner überragenden Nase lernen.

Hund und Führer müssen zu echten Jagdkameraden werden. Das heißt, der Hundeführer muss sein vierbeiniger Jagdgehilfe ein verständnisvoller, geduldiger und vor allem ein konsequenter Lehrer sein, ohne dabei grob zu werden. Wer seinem Hund den Willen bricht, kann niemals ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen. Nur durch bedingungsloses Vertrauen kann aus Hund und Führer ein unzertrennliches Gespann werden. Der Jagdhund begreift schnell, dass man gemeinsam mit dem Führer viel besser jagen und viel mehr Beute machen kann.

Wer keine Zeit für eine qualifizierte Ausbildung hat, der sollte den Hund zu anerkannten

Jagdhundeausbildern geben oder ganz auf eine Anschaffung verzichten!

 

Training für Jagdhunde

Im Bezirk Vöcklabruck wird seitens des Bezirkshundereferenten allen interessierten Hundeführern die Möglichkeit geboten, an zwei Trainingseinheiten teilzunehmen. Ziel der Veranstaltung: Theorie und Praxis in Einklang bringen. Das heißt, während und im Anschluss an den praktischen Teil werden noch theoretische Fragen rund um die Brauchbarkeitsprüfung und deren Prüfungsordnung besprochen.

Neu im Programm 2014 ist ein zusätzlicher Infoabend mit dem Schwerpunkt: Wie trainiere ich mit meinem Junghund? Was gebe ich meinem Hund – vor allem in der Prägungsphase – mit auf seinem Lebensweg? Was ist bei der Ausbildung entscheidend? Welche „MUSS“ und welche „NO GOs“ gibt es in der Hundeausbildung? Was wird bei der Brauchbarkeitsprüfung gefordert?

Trainingseinheiten-Brauchbarkeitsprüfung-2016.pdf (79 kB)

Foto Trainingseinheiten 2013:

 

Praxis für Jagdhunde

Praxis ist unumgänglich. Denn bei der Ausbildung eines jungen Jagdhundes, vor allem eines Apportierhundes, gibt es stets einige besonders kritische Momente:

Und zwar immer dann, wenn der Jundhund nach den Prüfungen seine ersten jagdlichen Einsätze hat. Wir müssen den Hund konsequent und einfühlsam auch auf diese Situation vorbereiten und ihn nicht einfach in das sprichwörtliche kalte Wasser springen lassen. Sonst stellen sich ganz schnell Unarten wie Ungehorsam, wildes Hetzen und Bringfehler ein. Je weniger Arbeit ein Jagdhund in der Praxis hat, umso häufiger werden sich Probleme einstellen, falls der Hund endlich einmal zum Einsatz kommt. Doch nicht nur nach der Ausbildung, ein Leben lang brauchen sie Training.

 

ENDLICH GEHT’S ZUR ERSTEN TREIBJAGD!

Wenn nach langer Schonzeit die erste Treibjagd des Jahres ansteht, ist das nicht nur für uns etwas Besonderes, sondern auch für unseren Vierbeiner. Vergessen ist die Zeit des monatelang in seinem Zwinger sein und nur auf das Brennholz von Herrchen aufpassen zu dürfen. Heute ist Jagd – endlich!

Dazu eine kurze „frei erfundene“ Geschichte:

Statt unter der Flinte zu buschieren, rast der Hund wie ein Wilder durch das ganze Treiben. Was die Pfeife seines Herrn bedeutet, hat er gänzlich vergessen. Alle anderen Reize sind wesentlich interessanter. Den ersten erlegten Feldhasen, den er apportiert, ist bereits verendet. Und wird geschüttelt, als ob es ein Stück Raubwild sei.

Nun gilt es erst einmal, das Stück vor den anderen Hunden in Sicherheit zu bringen, also ab damit. Da kommt Herrchen gerade recht und nimmt den Feldhasen ab. Aber dieser warme Schweiß, dieser Duft, der Hund ist ganz hin und weg und möchte schnell wieder los, um weiter zu jagen. Kaum unterwegs, der nächste Hase, der zweihundert Meter weiter rechts im Trieb krankgeschossen wurde. Mit dem Hasen macht er sich auf den Weg zum Herrchen. Da gehen aus einem Wildacker mit lautem „Gock-gockgock, gock-gock-gock” Fasane hoch! Fasziniert bleibt Hasso stehen, mit dem Hasen im Fang. Er beobachtet das Szenario. Es fallen Schüsse, ein Gockel fällt, der Hase wird fallen gelassen und rennt los. Als er den Ort erreicht, an dem der Hahn vom Himmel fiel, hat ein anderer Jagdhund diesen bereits im Fang. Der zweite Hund schnappt wenigstens nach dem baumelnden Kopf des Fasans und versucht, dem Konkurrenten die Beute zu entreißen. Der aber hält eisern fest, und plötzlich hat der eine nur den Fasanenkopf im Fang – immerhin. Den bringt er stolz wie ein Spaniel seinem Herrchen. Herrchen aber ist genervt, möchte am liebsten im Boden versinken, nutzt die Gelegenheit und leint Hasso an. Vorbei ist es mit dem Stöbern. Am Ende des Treibens wurde Herrchen mehrfach die Frage gestellt: „Hatte dein Hund nicht einen Hasen im Fang?”. Zusätzlich gibt es noch ein weiteres Problem: Da wird gepfiffen und getrillert, was das Zeug hält. Nach kurzer Zeit ignoriert jeder vernünftige Hund dieses Konzert. Ergebnis: Er wird harthörig. Anders geht es ja auch nicht.

DAHER:      

Mit der Prüfung allein ist es nicht getan.

Unsere Jagdhunde, vor allem die Junghunde,   müssen auf die Praxis vorbereitet werden

 

FAZIT:         Hund und Führer müssen zu echten Jagdkameraden werden. Das heißt, dass auch nach der bestandenen Prüfung noch fleißig mit dem Vierbeiner weitergearbeitet werden muss. Bis zur Prüfung hat der Jagdhund nur etwas gelernt, viele verschiedene Eindrücke sind auf den Hund eingeflossen. Die Zeit nach der Prüfung dient der Festigung des Erlernten und darf bis zum hohen Alter des Jagdhundes nie aufhören.

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