Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirksjägertag 2015

Der Bezirksjägertag stand im Zeichen der Geschlossenheit

Der Bezirksjägertag Vöcklabruck wurde mit den Klängen der Jagdhornbläser Niederthalheim feierlich eröffnet und stand im Zeichen der Geschlossenheit.

Über 400 Jägerinnen und Jäger nahmen am Bezirksjägertag 2015, der mit der Hubertusmesse um 9.00 Uhr begann, teil. Pfarrer Mag. Josef Schreiner und Kaplan Marek Nawrot zelebrierten die Messe und der Pfarrer sprach in seiner Predigt von der Natur als Fundament allem Irdischen und deren göttlichen Schöpfung. Die Messe wurde von der Hubertus-Musikkapelle Attnang-Puchheim musikalisch umrahmt.

Zahlreiche Ehrengäste zeichneten mit ihrer Teilnahme den Bezirksjägertag 2015 aus:

Klubobmann LAbg. Mag. Thomas Stelzer, Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr, Abgeordnete zum Nationalrat Dr. Angelika Winzig und NR Leo Steinbichler, LAbg. Bgm. Anton Hüttmayr, LAbg. Michaela Langer-Weninger, Bezirkshauptmann-Stv. Hofrat Dr. Johann Sagerer, Hofrat DI Leo Hofinger und BBK-Obmann ÖR Hans Schachl.

Bezirksjägermeister Bgm. Anton Helmberger nahm in seinem Bericht inhaltlich darauf Bezug,

dass die Vorstellung, Wildtiere in einer von Menschen geprägten Kulturlandschaft problemlos stets sich selbst überlassen zu können, ist eine Illusion, meist ideologisch basiert, vielleicht gut gemeint, aber unrealistisch. Das die Jagd und somit die Jäger im Bezirk Vöcklabruck in ihrer Arbeit einen großen Beitrag für die Biodiversität von Tier und Pflanzenarten durch Entlastung jener Arten, die durch die Aktivitäten des Menschen benachteiligten Kulturflüchter und jene Arten, die durch die Kulturfolger bedrängt werden, leisten, hob Bezirksjägermeister  Helmberger betonend hervor. Er verdeutlichte aber auch, dass die Jägerinnen und Jäger des Bezirkes ihre gesetzliche Verantwortung im Sinne eines guten Wald –  Wildausgleich für die Kulturlandschaft, für den Lebensraum der heimischen Wildtiere als verlässliche Partner zu sehen sind. Er bedankte sich bei der anwesenden Jägerschaft für den zu 100 % erfüllten Abschussplan beim Rehwild.

Der einschneidende Rückgang beim Niederwild hält erschreckend an.

Ungebremst ist die Tatsache, dass die schwindende und  verbleibende Naturverfügbarkeit in einer intensiv genützten Kulturlandschaft unsere Bodenbrüter und somit unser Niederwild massiv zurückdrängt. Fasan, Rebhuhn und Hase verringerten sich bereits im Vorjahr erschreckend und dies ließ sich auch im heurigen Jahr nicht einbremsen. Die Nutzung des Hasenbestandes ging in den letzten  sechs Jahren von 2268 Stk. auf 585 Stk. beängstigend zurück. Auch der Fasan nahm von 689 Stk. auf 202 Stk. drastisch ab. Bezirksjägermeister  Helmberger bedankte sich für den sorgsamen Umgang in der Bejagung, aber vor allem hob er die Bemühungen von biotopunterstützenden Maßnahmen durch die Jägerschaft hoch heraus. Notwendig Hoch und das ist eine unumgängliche Notwendigkeit, ist die Kurzhaltung von Prädatoren und Krähen, die  zusammen eine Höhe von 2517 Stück betrugen.

 

Schadensvermeidung und Kurzhaltung beim Schwarzwild ist die Primärbotschaft von Bezirksbauernkammer – Obmann ÖR Hans Schachl.

BBK – Obmann ÖR Hans Schachl bedankte sich für das gute Klima zwischen Grundeigentümer und Jagd. Er rief jedoch abermals zu einem Schulterschluss bei der Kurzhaltung des Schwarzwildes auf. Er hält eine Evaluierung der derzeitigen Lösung bei der Abgeltung von Schwarzwildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen durch die Jägerschaft als unbedingt notwendig und sprach hier einen deutlich höheren Einzugskreis in der Abgeltungsverpflichtung an.  Bedankt sich aber auch für die pflichtbewussten Abschusspläne, die behördlich in Anbetracht der Abschussplanverordnung durch die Jägerschaft zu erfüllen sind.

Jagd und Behörde – geschlossene und gemeinsame Vorgangsweise.

Bezirkshauptmann – Stv. Hofrat Dr. Hans Sagerer bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen Behörde und Jagdverantwortlichen. In der schwierigen Frage bei der Abhaltung von Hege- und dem notwendigen Kontrollschießen vor Jagdjahresbeginn appellierte er aber eingehendst, dass die Jagdleiter auf eine sachlich und rechtlich sichere Abhaltung zu sorgen haben, um sich allfällige verwaltungs- und strafrechtliche Vorwürfe oder Erhebungen zu ersparen. Begrüßt aber auch hier das vorbildliche Commitment in der Lösungserarbeitung durch Behörde und dem Bezirksjagdausschuss.

Klubobmann LAbg. Mag Thomas brachte als ranghöchster Vertreter des Landes Oberösterreichs am Bezirksjägertag in Vöcklabruck ebenfalls die facettenreiche Arbeit, die Bedeutung der jagdlichen Kultur und die Wertschätzung zur Natur, die in der Jägerschaft besonders verankert ist, zum Ausdruck.   Es ist ihm verständlich, dass die Freude bei der Jagd unmittelbar mit einem nachhaltigen und respektierten Lebensraum verbunden ist und bringt Verständnis für und zu den jagdlichen Schwierigkeiten in einer intensiv geführten Landwirtschaft, in einer vom Freizeitgedanken überbeanspruchte Lebensraum, der als notwendiger LEBENSRAUM für das Wild nicht vergessen werden darf.

Professionale Wegbegleitung für die Zukunft.

In seinem Referat ging Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr auf eine ganze Reihe heißer Themen ein: Krähenproblematik, Geschossmuniton – Bleifrei, Änderung bei der kundigen Person, Einsetzung eines Disziplinarsenates, aber vor allem nahm er Bezug auf die notwendige professionelle Wegbegleitung in Umgang mit der Öffentlichkeitsarbeit.

In einem verständlichen Entgegengehen von Jagd und Nichtjägern, professionell begleitend, in einem pro aktiv zu all jenen hin, die es zulassen, dass die Jagd und ihr Handeln auch verständlich verstanden wird.  Hin zum Verständis, zu Lösungsansätze das Jagd in unserer Kulturlandschaft unumgänglich ist und dass eine wildökologische Raumplanung alle Naturnutzer auf einen Tisch bringt. So seine Schwerpunkte, die ihm in den nächsten Wochen und Monaten intensiv beschäftigen werden.

Die höchste Wertschätzung am Bezirksjägertag 2015 für Hofrat DI Leo Hofinger.

Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr sowie Bezirksjägermeister Helmberger überreichten den Leiter der Forstabteilung Hofrat DI Leo Hofinger eine Ehrenurkunde sowie ein persönliches Geschenk und bedankten sich für seine engagierte Tätigkeit im Bereich des Spannungsfeldes Wald – Wild in Form eines partnerschaftlichen Zugehens der Akteure. Es konnte sich somit das gute Verhältnis zwischen den jagdlich Verantwortlichen und den Grundeigentümern, sowie der Behörde seit jeher in einem getragenen Miteinander etablieren. Hofrat DI Leo Hofinger ist seit 1.1.1989 dienstzugeteilt zur BH Vöcklabruck und seit 1.04.1989 Leiter des BFI und wird in den nächsten Wochen seine dienstliche Tätigkeit verlassen und seinen wohlverdienten Ruhestand antreten.

(Bild: links beginnend-LJM ÖR Sepp Brandmayr, Veronika Kroißl, BH-Stv. HR Dr. Hans Sagerer, HR DI Leo Hofinger, BJM Anton Helmberger, LAbg. Mag. Thomas Stelzer)

Im Rahmen der Tagung fanden auch zahlreiche Ehrungen statt. Ein Teil der Weidmänner wurde für 50-und 60-jährige Jagdausübung ausgezeichnet.

 

Goldener Bruch - 50-jährige Jagdausübung

Plaminger Alfred, Zeininger Ferdinand, Habermaier Oskar, Schiller Josef, Wagner Hermann,

Weinhäupl Franz, Huemer Johann,  Zeininger Franz, Thalhammer Karl, Kroißböck Johann, Zopf Gerhard, Dr. Schmoller Hansjörg, Oberndorfer Friedrich, Huber Franz,

Bgm a.D. Kons. Martin Wilhelm, Pramendorfer Fritz, JL Wohlmuth Hugo, Scheichl Georg, Neudorfer Franz, Dir.Alois Hans Schmidinger, JL Sonntag Rudolf, Purrer Alois

 

60 Jahre Jäger

Tober Franz, Holzinger Franz, Teufelberger Johannes, KR Franz Hochhauser

Funktionärs-Ehrung

Haitzinger Franz, JL Nagl Ludwig

Ehrungen von Jagdhornbläsern -  Jagdhornbläsergruppe Attergau

Pühringer Anton – 35 jährige Mitgliedschaft

Haslinger Johann – 40 jährige Mitgliedschaft

Prünster Anton –  40 jährige Mitgliedschaft
                                                

Raubwildnadel

Josef Knoll – GJ Timelkam

Ing. Karl Kemptner – GJ Ungenach

Rudolf Stadlmayr -  GJ Rüstorf

KalleitnerErwin – GJ Oberwang

Jonathan Dorfinger – GJ Tiefgraben



 

 

 

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