Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Bezirksjägertag Vöcklabruck 2017

Bezirksjägertag Vöcklabruck -  11. März 2017 stand unter der Prämisse des Jagddialog zum Nichtjäger der wichtiger  denn je ist.

Gottesdienst  zelebriert von Stadtpfarrer Herrn KonsR. Mag. Helmut Kritzinger.

1

Er geht in seiner Predigt auf die Vollkommenheit ein. Damit spannt er ein Verständnis zur Natur und zum Menschen als Individuum, der in seinem Bemühen zur Vollkommenheit nie die Gaben aus Gottes Schöpfung erreichen wird. Diese Erkenntnis jedoch ist naturgegeben und darf zu einem immerwährenden Bemühen führen.

 Beginn des Bezirksjägertag:

Mit der Jagdhornbläsergruppe Niederthalheim, die den BJ-Tag 2017 traditionell beschallten, eröffnete Bezirksjägermeister Bgm. Anton Helmberger den Tag der Jagd im Bezirk Vöcklabruck. Zahlreiche Ehrengäste verliehen mit ihrem Kommen diesen BJT ihre besondere Wertschätzung. An der Spitze LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Landtagspräsident KommR. Viktor Sigl, Bezirkshauptmann-Stv. HR Dr. Johann Sagerer, Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr, Vertreter der Abt. Forst und Jagd HR DI Johann Lichtenwagner, HR DI Leo Hofinger, Amtstierarzt HR Dr. Herbert Seiringer, Manuela Glocker, Gabi Bretbacher und BBK Obmann ÖR Hans Schachl und von den ÖBf Forstleiter DI Andreas Gruber. Weiters konnte begrüßt werden der Hausherr Bgm. Josef Six und seine VizeBgmIn. Mariter Achleitner und zahlreiche Bezirksjägermeister aus den angrenzenden Bezirken. 

Besonderer Dank für die geleistete Arbeit im abgelaufenen Jagdjahr wird ausgesprochen an Veronika Kroißl, Manuela Glocker und Gabi Bretbacher.

2

 Ein besonderer Gruß entrichtete BJM Anton Helmberger an die anwesenden  Jagdausschussobmänner, somit hebt er die gute Zusammenarbeit zwischen Jagd und Grundbesitzer hervor.

 

  1. Grußworte

In den Grußworten aller Ehrengäste wurde die beispielhafte Zusammenarbeit von Jagd und Behörde sowie von Bauernschaft und Jägerschaft herausgehoben. BBKO ÖR Hans Schachl verwies nochmals auf das ausgezeichnete Ergebnis beim der Unterbindung von Missbrauchsfällen in der Schadensforderungen in der ausgearbeiteten Gesetzesänderung 2016 und bezeichnet dies als gelungenes Projekt eines gegensamen Schulterschluss von Landwirtschaft und Jagd. Mahnend und mit der BITTE einer fortführenden scharfen Bejagung beim Schwarzwild, setzte er einen kritischen Appell an Großgrundbesitzer und ÖBf hin, zu einer fortführend höheren Anstrengung in der Reduktion des Wildbestandes.   

LH-Stv. Dr. Haimbuchner nahm in seinen Grußworten Bezug auf Naturschutz und Jagd und den damit verbundenen Ausgleichsbemühungen zum EU-Recht bei der Problematik der Zuwanderer. Notwendig sieht  er die Aufrechterhaltung des Föderalismus auch in der Jagdverantwortung, denn somit bleibt eine entscheidende Eigenständigkeit in der örtlichen Problemlösung, aber zu einer übergreifenden Gesamtheit Zusammenschluss. Die EU wirft OÖ vor, bei der Ausweisung von Natura-2000-Gebieten säumig zu sein, vor allem beim geschützten Lebensraum. Bei einer Verurteilung drohen OÖ Strafzahlungen von bis zu 300.000 Euro-pro Tag

  3

Landtagspräsident KommR Viktor Sigl betont in seinem Referat ebenfalls die Aufrechterhaltung der örtlichen Entscheidungsnotwendigkeit. Gut gemeinten Naturschutz von Personen deren Lebensmittelpunkt in Wien oder in Brüssel ist, können die tatsächlichen Zusammenhänge bei der Problematik in jagdlichen Themen nur spärlich bis kaum erkennen.  Zuwanderer brauchen in unserer Kulturlandschaft Spielregeln. Denn die Sicherheit bleibt immer oberstes Gebot. Die Notwendigkeit und Nachbesserung beim Managementplan und die möglichen Auswirkungen des Wolfes auf die Landwirtschaft, auf die Almbauern, sowie auf die Jagd und auf den Menschen müssen offen und ehrlich kommuniziert werden.

4

 

  1. Bericht des Bezirksjägermeisters Helmberger

Im Bezirk leben 5 Schalenwildarten (Rehwild als Hauptart, Rot-, Gams-, Muffel- und Schwarzwild), sowie Auer- und Birkwild permanent, regelmäßige Anwesenheit ist auch der Luchs und spontane lässt sich auch bereits der Wolf sehen.

Der Bezirksjägermeister zeichnete in seinen Bericht ein hohes Leistung-Bild der Jägerschaft im Jahresverlauf. Neben der vorbildlichen Erfüllung des Abschussplanes sind die Tätigkeiten der Jägerschaft ein Dienst an der Allgemeinheit: Zahlreiche Projekte (Heckenpflanzungen, Anlegen von Wildpflanzenflächen,…) fördern die der Ersatzbeschaffung von Lebensraum und Biodiversität. Viele Jagden vermitteln Kindern und Jugendlichen unter dem Titel „Schule und Jagd“ professionell in Aktionsprogrammen die  Vernetzungen zwischen Wald, Wild und Mensch; eine professionelle Jungjägerausbildung garantiert die Vorbereitung der Jäger auf die aktuellen und künftigen Aufgaben der Jagd. Erstmals im Bezirk wir auch die Ausbildung zum Jagdschutzorgan als Wacheorgan der Behörde durchgeführt. Die 16 Teilnehmer absolvieren ihre Prüfung Ende Mai am Amt der OÖ Landesregierung.

Diese vielen Aktivitäten um Lebensraum und Artenvielfalt, so Anton Helmberger macht den Jäger in der Kulturlandschaft unverzichtbar. Den Wildtiere in einer von Menschen geprägten Kulturlandschaft problemlos sich selbst überlassen zu können, ist eine Illusion, meist ideologisch basierend, Medien verzerrend, vielfach gut gemeint, aber unrealistisch und unwirklich. Dramatisch abnehmender Lebensraum wird von einer zunehmenden höheren Anzahl von Menschen genutzt. Diese Vielfachnutzung im Lebensraum der Tierwelt verlangt nach Flexibilität, Disziplin und Professionalität der Jäger im Umgang mit den anderen Naturnutzern. Daher ist der gestartete JAGDDIALOG der vor einigen Tagen durch den OÖ. Landesjagdverband gestartet wurde, nötiger denn je. Auf einer neuen Plattform „Fragen zur Jagd“ stellt sich die Jagd den interessierten Nichtjägern. Denn Vorurteile und Unwissenheit ist größer und verwirrender als je zu vor und somit hat ein aktives fragen und beantworten zu Nichtjägern an Bedeutung bekommen. Wir müssen den Naturinteressierten Zusammenhänge begreiflicher und erlebbarer machen.

5

Bezirksjägermeister Anton Helmberger betont weiters die ausgezeichnete Indizierung eines Naturschutzprojekts im Spannungsfeld „Wald ist Wohnung“. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzabteilung des Landes OÖ. thematisierte in den letzten Jahren der Bezirksjagdausschuss Vöcklabruck in einer Themenführung und ausgearbeitet verknüpfende Funktionsräume von Natur und urbaner Gesellschaft. Beispielhaft und weit über die Bezirksgrenzen einzigartig könnte dies in den Naturpark des Bezirkes eingebettet werden. Vorwissenschaftliches, schulisches Spiel, Erleben und Begreifen sind Kernthemen in dieser Auseinandersetzung.

 

  • Streckenstatistik siehe Beilage

Die Abschusszahlen belegen relativ konstante Bestände der Schalenwildarten. Nach mehreren schlechten Jahren für Fasan und Feldhase ist in der vergangenen Jagdsaison ein leicht positiver Trend zu erkennen. Die Strecken blieben leicht konstant. Vergleicht man allerdings die Streckenzahlen von Hasen und Füchsen ist nach wie vor ein viel zu großer Prädatorendruck auf das Niederwild zu erkennen.

 

  1. Bericht Bezirkshundereferent DI Gerald Loy

Der Hund ist für die Jagd nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern unverzichtbar. Damit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt werden können wurden im Bezirk unter der Leitung von Meisterführer Gerald Loy und unter Mitwirkung von MF Gerhard Huemer und BJM-Stv. Ing Franz Kirchberger eine alljährliche Brauchbarkeitsprüfung im Revier Neukirchen a. d. V. abgehalten.

6

Loy erwähnte auch die Wichtigkeit der Hundemeldung. Ohne Meldung ist im Falle eines Unfalles während der Jagdausübung, kein Versicherungsschutz gegeben. Ebenso wenig wird ein Zuschuss für Impfungen gewährt.

Auch in diesem Jahr werde wieder Kurse entsprechend der Hundehalter-Sachkundeverordnung abgehalten, sowie Info-Abende und Trainingseinheiten. Mitte. Oktober findet erneut im Revier Neukirchen eine Brauchbarkeitsprüfung statt.

 

  1. Ehrungen siehe Beilage

 7

 Hohe Auszeichnung für BJM-Stv. Baron Theodor Stimpfl-Abele.

Zu den höchsten Auszeichnungen gehört die Verleihung des silbernen Ehrenzeichens des OÖ. Landesjagdverbandes, dass bei diesem Bezirksjägertag Herrn BJM-Stv. Baron Theodor Stimpfl-Abele für seine engagierte Tätigkeit für das Jagdwesen verliehen wurde.  

8

 Referat Landesjägermeister Ehren-BJM ÖR Sepp Brandmayr

Allgegenwärtig verspürt LJM ÖR Sepp Brandmayr den   metaphorischen Klimawandel im täglichen Miteinander in der Gesellschaft. Es gibt eine steigende Anzahl von Naturnutzern, die sich ohne Rücksicht auf andere Lebewesen das Recht einer jeglichen Nutzung und jeglicher Mitbestimmung herausnehmen.  Es gehört nicht jedem alles! Im Hinblick auf den dramatischen Verlust von Lebensraum (täglich werden in Österreich 22 Hektar Fläche verbaut) sieht er einen übergebührenden Druck auf die noch verbleibenden Lebensräume des Wildes.

Tierschutz ist wichtig und ein moralisch ethisches Grundprinzip. Jagd ist gelebter Tierschutz. Eine falsch verstandene Thematik darf aber nicht zur Religion werden und das Tier zum Menschersatz machen. Naturromantik in diesem Zusammenhang ist unrealistisch und realitätsfern und LJM ÖR Sepp Brandmayr verweist gleichzeitig auf die vereinzelten Anträge auf Jagd-Freistellungen in Oberösterreich.

9

Das Hauptproblem der Jagd sieht er darin, dass die steigende Zahl an urbaner Bevölkerung viel zu wenig über die Zusammenhänge in der Natur wissen. Jäger und Bauern machen aber nur 5% der Bevölkerung aus und müssen ca. 8.000.000 Menschen von ihrem Wirken und Arbeit überzeugen, denn sie gestalten das Gesicht unserer Heimat.

Eine enorm wichtige Aufgabe ist der Dialog mit dem Naturbegeisterten und deswegen startet der OÖ-Landesjagdverband einen JAGDDIALOG. Eine neue Plattform „Fragen zur Jagd“ soll einbrechen in die Vorurteile gegenüber der Jagd und Verständnis schaffen für alle die mit und von der Natur leben.

Sehr deutlich geht er auch auf die Fakten bei der Problematik mit dem Wolf ein und weist darauf hin, „wo der Wolf kommt-geht der Almbauer“ denn der Schaden zerstört vielfach die langfristigen Bemühungen des Landwirtes in der Aufzucht.

zurück drucken  teilen