Jagd ist Verantwortung für Wild und Lebensraum

Rehnachwuchs im Revier

In den Monaten Mai und Juni wurden wieder zahlreiche Rehkitze geboren, gesetzt, wie es in der Weidmannssprache heißt

Die Setzplätze der Rehgeißen liegen vorwiegend in der Waldrandzone, wobei Stellen mit dichtem Krautbewuchs bevorzugt werden. In Gebieten mit starker Wald-Feldgliederung setzt aber auch ein großer Teil der Geißen in Wiesen und teilweise auch in Getreidefeldern. Bereits einen Monat vor der Geburt suchen sie sich ihren Setzplatz aus und verteidigen diesen gegen andere Geißen. Ist der Setzplatz einmal gewählt, wird er unabhängig von der herrschenden Witterung beibehalten. Bestimmte Setzplätze werden von den Geißen Jahr für Jahr bevorzugt aufgesucht. Die Geburtsphase dauert beim Rehwild etwa 4-5 Stunden, wobei die Kitze in der Regel mit Kopfendlage geboren werden.

Nach dem Setzen werden die Jungen sofort von der Muttergeiß trocken geleckt. Anschließend säubert sie den Setzplatz sorgfältig. Nachgeburt und Eihäute werden von ihr verzehrt, damit Raubfeinde das bzw. die Kitze nicht finden. Kurz nach der Geburt besteht bei dem Kitz bereits die Nachfolgereaktion, die in der ersten Lebenswoche durch bewegende Körper ausgelöst werden kann. Es kann also vorkommen, dass ein Kitz dem Wanderer, der sich dem Kitz nähert und es bestaunt hat, bei seinem Weggang folgt. Dies sollte aber nicht mit dem Umstand verwechselt werden, dass die Mutter ihr Kitz nicht angenommen hätte!

Erst im Alter von zwei Wochen folgen die Kitze nur noch ihrer Mutter, oder, wenn sie lange allein gelassen werden, anderen Rehen. Das richtige Fluchtverhalten der Kitze tritt erst im Alter von 3 bis 4 Wochen ein. Zwillingskitze entfernen sich meist in verschiedene Richtungen und liegen oft weiter voneinander entfernt. Dies trägt zum Schutz gegen Raubfeinde bei. Zum Säugen ruft die führende Geiß, so nennt man das Muttertier, die Kitze. Wenn ein Landwirt oder Jäger vor dem Mähen ein Kitz mit der nötigen Vorsicht austrägt und die unmittelbare Umgebung absucht, kann er also nicht sicher sein, ob und wo sich eventuell ein zweites Kitz derselben Geiß befindet.

Wer die Natur und ihre Geschöpfe liebt, kann sie nur schützen, wenn er Kenntnisse über die Vorgänge besitzt. Ein unachtsamer Eingriff aus Unkenntnis oder Bedenkenlosigkeit wird leicht zu einer Qual für Wildtiere. Gönnen Sie bitte daher den Rehen besonders in der Setz- und Aufzuchtzeit ihre Ruhe, indem Sie Wanderwege nicht verlassen, die Hunde anleinen und keine Kitze berühren. Sie können helfen, wenn Sie Auffälligkeiten beim Wild feststellen, indem sie den zuständigen Jäger informieren.

Artikel und Foto von Mag. Christopher Böck / Oö Landesjagverband www.ooeljv.at

Den Artikel (als Word-Dokument) sowie das Foto in druckfähiger Auflösung finden Sie links in der Downloadbox oder Sie fordern die Daten in unserer Geschäftsstelle an. Wir bitten um Quellenangabe!

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