Das war der Jungjäger-Empfang 2022

Das war der Jungjäger-Empfang 2022, OÖ LJV

Am vergangenen Dienstag war Lodengrün die dominierende Farbe in Oberösterreichs zweitgrößter Stadt: Der OÖ Landesjagdverband lud zu einem Jungjägerempfang in die Stadthalle in Wels. Geladen waren die Absolventen der Jagdprüfungen der Jahre 2019 bis 2021. Rund 600 Jungjägerinnen und Jungjäger sowie deren Ausbildner und Ehrengäste folgten der Einladung und genossen nach einer entsprechend langen, pandemiebedingten Pause einen kurzweiligen Abend in jagdlich gemütlicher Atmosphäre.  

 

Hausherr und Bürgermeister Dr. Andreas Rabl eröffnete den Abend mit einem „kräftigen Weidmannsheil“ und erinnerte daran, dass der Begriff „Jungjäger“ nichts mit dem Alter zu tun habe. Er selbst habe vor vier Jahren die Jagdprüfung abgelegt und er genieße seine neue Leidenschaft: „Man kommt richtig angenehm runter. Es passiert mir manchmal sogar, dass ich kurz einschlafe.“ 

Von Müdigkeit war aber an diesem Jagdabend weder unter der Vielzahl der Jungjäger noch unter den zahlreichen Ehrengästen – darunter Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, die zweite Landtagspräsidentin Sabine Binder, Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Ski-Star Vincent Kriechmayr und der Generalsekretär von „Jagd Österreich“ Jörg Binder – keine Spur. 

Oberösterreichs Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner führte in seinen Grußworten zunächst aus, warum dessen Lederhose an diesem denkwürdigen Abend im Schrank geblieben ist: „Wenn ich mir die Oberschenkel von Vincent Kriechmayr anschaue, dann hätte ich mich geniert mit meinen Spatzenwadln.“ Abseits der heiklen Frage nach der richtigen Abendrobe merkte Sieghartsleitner dann an, dass die Jagdprüfung „der erste große Meilenstein am Weg ins Jägersein ist“. Aber es brauche noch mehr: „Es ist die Herzensbildung, ist seine Gesinnung, das muss man sich selber aneignen.“ Jagd könne kein Hobby oder Zeitvertreib sein, nie Sport sein. Sieghartsleitner: „Jagd ist ein tiefes Bekenntnis zur Natur, eine Gesinnung.“

Die Jagd werde immer auch ein Spiegelbild der zeitlichen Epoche sein: „Jagd ist ein Bestandteil unserer Kultur, unserer Heimat. Jagd ist Verbundenheit, tiefste Ehrfurcht, tiefe Verbeugung vor der Natur.
Es sei ein Recht des Menschen zu jagen, weil die Jagd den Menschen immer begleitet habe. „Wir haben das Recht, Beute zu machen – in einer pfleglichen, nachhaltigen Form. Die Natur ist eine Schatzkammer, die Wildtiere sind die Juwelen.“ Es sei die DNA der Oberösterreichischen Jäger: „Wir lieben, leben und gestalten die Natur mit Wissen, Leidenschaft und Respekt!“  

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer merkte dann in seiner Rede an, dass der Jagd eine große und wichtige Rolle zukomme: „Jagd ist Tradition in einem gut verstandenen Sinn. Die Jagd ist eine schöne Aufgabe, sie ist Verantwortung. Die Jäger und Jägerinnen übernehmen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und das ist gut so.“ Auch würden Sie das Miteinander festigen. Stelzer: „Was gerade jetzt enorm wichtig ist. Im Zuge der Pandemie kam es zu Rissen und Verwerfung in der Gesellschaft, an denen wir noch länger zu knabbern haben.“ Der Leitsatz der Jagd zu schauen, dass es der Natur geht, sei ein „großer Auftrag“. Stelzer richtet dann auch explizit seinen Dank an die Jägerschaft: „Danke, dass die Abschusszahlen auch in den letzten Jahren erfüllt wurden – trotz aller Schwierigkeiten.“ 

Der Austausch unter Gleichgesinnten und das „Netzwerken“ standen bei der Veranstaltung im Vordergrund. Der Abend sollte auch Gelegenheit zum Kennenlernen mit den Funktionären des OÖ Landesjagdverbandes bieten.  

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Jagdhornbläsergruppe Bad Wimsbach-Neydharting sowie vom Micheldorfer Jagag´sang.  

Ausgestattet wurde jeder Teilnehmer mit einem Jägerrucksack, der dank der vielen großzügigen Sponsoren vollgefühlt mit allerlei Praktischem und Notwendigem für die Jagd war. Ein Highlight des Abends war die Tombola mit vielen tollen Preisen wie z.B. ein Jagdgewehr, Jagdkleidung uvm.  

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger setzen sich aktiv und intensiv täglich für den Natur- und Artenschutz ein. Jährlich absolvieren rund 600 Jagdkartenanwärterinnen und -anwärter die Jagdprüfung. Die Jagd wird auch für das weibliche Geschlecht immer attraktiver, der Frauenanteil steigt stetig und liegt bei über 10%. Der oberösterreichische Landesjagdverband freut sich über den konstanten Zuwachs an Jägerinnen. Dazu GF Mag. Christopher Böck: „Immer mehr Frauen begeistern sich für die Jagd, da sie die Zusammenhänge des Ökosystems und des Lebensmittels Wildbret noch intensiver verstehen möchten. Manche legen die Prüfung nicht um der aktiven Jagd willen ab, sondern beschäftigen sich gerne mit der Natur.“   

Insgesamt üben derzeit 20.300 Jägerinnen und Jäger aktiv das Weidwerk in Oberösterreich aus.  

Jagdprüfung schult ganzheitliches Denken der Prüflinge 

Um die ökologische und nachhaltige Pflege des heimischen Wildes sowie den Schutz der Lebensräume zu gewährleisten, wird von den Oberösterreichischen Jägerinnen und Jägern großes und komplexes Wissen verlangt. In etwa 180 Stunden werden die Jagdprüfungswerber auf die praktische und theoretische Prüfung vorbereitet. Gerade im Bereich des Natur- und Artenschutzes ist das Verständnis des Ökosystems und ihrer Zusammenhänge unabdingbar.

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Fotos: OÖ Landesjagdverband/Peter Mayr

   
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