Bezirksjägertag 2020 – Toscana Kongresszentrum Gmunden

Von 21.03.2020 bis 21.03.2020

Am 1. März 2020 fand im Bezirk Gmunden der alljährliche Bezirksjägertag im Kongresszenturm Gmunden statt. Auch heuer wurde der Tag wieder von unserem Landesjägerpfarrer Hermann Scheinecker mit der Hubertusmesse eingeleitet. Die Messe wurde durch die Jagdhornbläsergruppe Laakirchen musikalisch gestaltet.

Um Punkt 10:00 Uhr wurde der Bezirksjägertag durch unseren BJM Johann Enichlmair mit Umrahmung der Jagdhornblasgruppe Bad Ischl feierlich eröffnet. Auch heuer durften wieder zahlreiche Ehrengäste am Bezirksjägertag begrüßt werden, unter anderem

in Vertretung von LR Hieglsberger NR Bettina Zopf, Landtagspräsident Dipl.-Ing. Dr. Adalbert Cramer und LAbg. Bürgermeister Rudolf Raffelsberger, Bgm. Elisabeth Feichtinger, Bgm. Franz Eisl, LJM Herbert Sieghartsleitner, als Vertreter der Grundeigentümer BBK Christian Zierler, Bezirkshauptmann Ing. Mag. Alois Lanz, Leiter der Bezirksforstinspektion Gmunden DDipl.-Ing. Dr. Ulrich Wolfsmayr, Bgm. Mag. Stefan Krapf, sowie Altbürgermeister Heinz Köppl, vom ABZ Altmünster Dir. DI Barbara Maier, vom Waldcampus Traunkirchen DI Florian Hader, Landesjägerpfarrer Hermann Scheinecker, alle anwesenden Mitglieder und Ersatzmitglieder  aus dem Landesjagdausschuss, für den BJA den Delegierten im Landesjagdausschuss Alois Mittendorfer und  Franz Wampl, für die JHBG Bezirksobmann Ing. Sepp Amering.

Nach Begrüßung der Ehrengäste wurde an unsere im vergangenen Jagdjahr verstorbenen Kameraden mit dem Signal „Halali – Jagd vorbei“ gedacht. Walter Hutterer (Laakirchen), Hans Gassenbauer (Bad Goisern), Franz Stadler (Grünau), Ernst Loitelsberger (Gschwandt), Franz Josef Nußbaumer (Kirchham), Siegfried Eder (Kirchham), Karl Wallner (Scharnstein), Herbert Fleischanderl (Scharnstein), Sepp Rieger (St. Wolfgang), Max Austaller (Vorchdorf), Hans Egger (Gosau), Karl Moser (Pinsdorf), Franz Graf (St. Wolfgang).

BBK Obmann Christian Zierler

Anschließend wurden die Grußworte von den Ehrengästen an die Jägerschaft gerichtet. So sprach zu Beginn   BBK Obmann Christian Zierler von der guten Zusammenarbeit mit der Jagd und dass auch der zukünftige Dialog mit den Nutzern unserer Natur sehr wichtig sein wird. Zierler bekannte sich ganz klar zur Jagd als Regulativ der Wildbestände, welches auch immer im Sinne der Grundeigentümer liege. Dabei unterstrich er immer wieder den Dialog auf Augenhöhe und wie wichtig die jährliche Ausbildung der Jungjäger sei. Zum Abschluss machte er noch auf die Afrikanische Schweinepest aufmerksam und verwies auf die genaue Einhaltung der Hygienebestimmungen. Gmundens Bürgermeister Mag. Stefan Krapf sprach davon, dass die Jagd einen unermesslichen Beitrag zum Klimaschutz, Tierschutz und zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes beiträgt. Krapf betonte auch die große Verantwortung, die die Jägerschaft trage und sprach ihr höchsten Respekt und große Wertschätzung aus. Danach berichtete Dr. Ulrich Wolfsmayr aus Sicht des Forstdienstes und sprach von einer schwierigen Situation infolge von Wind, Schnee und Borkenkäfer. Die Forstwirtschaft ist gerade im Gebirge sehr auf die Naturverjüngung angewiesen und es sei dabei sehr wichtig dass „Forstmänner“ und „Weidmänner“ aufeinander zugehen und gut zusammenarbeiten.

DDipl.-Ing. Dr. Ulrich Wolfsmayr

Er präsentierte in seiner Rede die Ergebnisse der Begehungen des letzten Jahres. Die nachhaltigen 1er Jagden wurden dabei nicht beurteilt. Von den beurteilten Jagden wurden 64 mit der Stufe 1, 27 mit der Stufe 2 und nur 1 Jagdgebiet mit der Stufe 3 bewertet. Somit liegen mehr als 75% der Jagdgebiete im Bereich der Stufe 1 und stellt somit eine leichte Verbesserung zum Vorjahr dar. Noch vor fünfzehn bis zwanzig Jahren lag nur ein Viertel in der Stufe 1, die Mehrheit in der Stufe 2 und ca. 10% in der Stufe 3. Es gebe jedoch noch immer Jagdgebiete mit unbefriedigender Verbisssituation, die zu wenig für die Verringerung des Wildverbisses unternehmen. Hierauf werde der Forstdienst ein besonderes Augenmerk legen. Wolfsmayr meinte, dass ohne ausreichende Verjüngung im Gebirge langfristig hohe Kosten für die Grundeigentümer und die Gesellschaft entstehen werden.

Bericht des BJM Johann Enichlmair

Nach einigen Ehrengastrednern war BJM Enichlmair mit seinem jährlichen Bericht an der Reihe. Zu Beginn sprach Enichlmair, dass die Jagd in der Erfüllung der Abschusspläne nachhaltig sei und es der Jagd im Bezirk Gmunden insgesamt sehr gut gehe. Beim Rotwild und Rehwild befinde man sich in der Erfüllung der Pläne auf sehr hohem Niveau, beim Gamswild lag der Erfüllungsgrad im vergangenen Jahr jedoch nur bei 74%. Dies ist vor allem auf die sinkenden Gamsbestände durch zu intensive Bejagung zurückzuführen.

BJM Johann Enichlmair

Enichlmair weist in seiner Rede auf steigende Bevölkerungszahlen und verstärkten Siedlungsdruck hin, sodass es immer schwieriger werde, Jagd, Wild und Natur in Einklang zu bringen. Es sei daher sehr wichtig die gute Zusammenarbeit mit allen in Zukunft fortzusetzen. Enichlmair nutzt dabei die Gelegenheit, sich bei Grundeigentümern, Behörden aber auch den Jägerinnen und Jägern für deren Einsatz zu bedanken. Jagd müsse weiterhin für jeden zugänglich und auch leistbar sein. Enichlmair spricht in seiner Berichterstattung auch immer wieder vom „Jäger vor Ort“ der sehr wichtig sei. Die Jagd darf keine elitäre Sache werden, sonst gibt es keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Die Jägerschaft besitze eine hohe Kompetenz und sei ein sehr verlässlicher Partner. Er bittet weiterhin um die Unterstützung der Jägerinnen und Jäger und um ein gemeinsames Vorgehen. Man stehe vor großen Herausforderungen wie etwa der Afrikanischen Schweinepest, die vor der Tür steht. Ein klarer Apell ergeht an die Jägerschaft, Jagdauslandsreisen in betroffene Gebiete zu unterlassen.

Nach der Ausführung von BJM Johann Enichlmair wurden die Ehrungen und Auszeichnungen durchgeführt. Danach berichtete Bezirkshundereferent Hubert Spitzer von den abgehaltenen Brauchbarkeitsprüfungen vergangenen Herbst in Kirchham. Von den drei angetretenen Hunden bestanden zwei die Prüfung. Auch kommendes Jahr wird es wieder Möglichkeiten für Brauchbarkeitsprüfungen geben, die auf der Homepage bekannt gegeben werden.

Im Anschluss wurde gemeinsam mit Unterstützung der Bad Ischler Jagdhornbläser die Jahresstrecke verblasen.

Referat von LJM Herbert Sieghartsleitner

Als Höhepunkt des BJT wurde der neue Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner um sein Referat gebeten. Sieghartsleitner bedankte sich zu Beginn seiner Rede bei BJM Enichlmair für die Ausrichtung des Bezirksjägertages und bei der gesamten Jägerschaft des Bezirkes Gmunden für die geleistete Arbeit im vergangenen Jagdjahr.

Er berichtete, dass sich der Landesjagdverband zurzeit sehr intensiv mit der Position der Jagd in der Gesellschaft bzw. zu anderen Interessensgruppen beschäftige. Die Jäger müssen gerade in diesen Zeiten sehr viel ertragen und man stehe oft im Kreuzfeuer der Kritik. Es brauche daher Geduld, Zähigkeit aber vor allem Zielfokussiertheit um weiterhin die Aufgaben der Jagd zu erfüllen und ihre Bedeutung hervorzuheben.

Die Jagd ist eingebettet in verschiedenste Regelwerke wie etwa dem Jagdgesetz, Forstgesetz und dem Tierschutzgesetz. Am Ende des Tages geht es aber vor allem darum, einen Mehrwert für die Lebensräume, die Tierwelt aber auch für die Gesellschaft zu erreichen. Die Jagd zeichnet sich durch hohe fachliche Kompetenz aus und dabei spielt die ständige Aus -und Weiterbildung eine sehr wichtige Rolle. Er lade daher alle recht herzlich ein, das zahlreiche Angebot des Landesjagdverbandes in Anspruch zu nehmen.

Sieghartsleitner spricht auch den Einsatz von Technik in der Jagd an. Demnächst werde im oberösterreichischen Landtag die Verwendung von Nachtsichttechnik für die Bejagung von Schwarzwild freigegeben. Der Landesjagdausschuss habe diesem bereits zugestimmt, Sieghartsleitner weist jedoch auf eine restriktive Handhabung hin, sodass es zu keinem Missbrauch bei der Anwendung der Nachtsichttechnik komme. Diese Technik dürfe auf keinen Fall bei der Bejagung von Rotwild, Rehwild, Raubwild oder anderen Wildtierarten eingesetzt werden.

Sieghartsleitner berichtete in weiterer Folge auch über die aktuelle Situation mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Er sprach dazu ausdrücklich eine Reisewarnung für betroffene Länder aus. In diesen Zeiten sollte ein klares Signal von der Jägerschaft gesetzt werden und der Verband sieht sich sehr nahe an der Seite mit der Landwirtschaft und den Grundeigentümern, die von der Schweinewirtschaft leben.

Zum Abschluss sprach unser LJM von unseren veralteten Bewertungsmodellen bei den Trophäen. Oberösterreich sei das letzte Bundesland, das nach wie vor an diesen alten Bewertungsmethoden festhalte. Grammwagen, Millimetermaßbänder und Volumensverdrängungsprozente seien nicht mehr zeitgemäß. Er spricht sich für eine Überarbeitung dieser aus und man werde der Jagd dabei etwas Gutes tun, so Sieghartsleitner.

Für die Zukunft wünscht er sich, dass der Zugang zur Jagd ein vielfältiger bleibt und dass die Jagd jugendlicher und auch weiblicher wird. Er freue sich auf das kommende Jagdjahr und wünsche den Jägerinnen und Jägern alles Gute.

Weidmannsheil!

   
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