Bezirksjägertag 2019

 

BJM Rudolf Kapsammer begrüßte zum Bezirksjägertag am 2. März 2019 im Veranstaltungszentrum Manglburg ca. 400 Teilnehmer der Jägerschaft. Zahlreiche Ehrengäste zeichneten mit ihrer Teilnahme den Jägertag aus. Unter ihnen befanden sich unter anderem LAbg. Peter Oberlehner, Bezirkshauptmann Mag. Christoph Schweitzer, Landesjägermeister Sepp Brandmayr, Landesforstdirektorin Dipl.-Ing. Elfriede Moser, BBK-Obmann Bgm. Martin Dammayr, Vertreter der Jagd- und Forstbehörde, Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer, Bezirksjägermeister und Medienberichterstatter. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jagdhornbläsergruppe Hausruck unter der Leitung von Hornmeister Fritz Eigelsberger.

In einer Gedenkminute wurde der seit dem letzten Bezirksjägertag verstorbenen Weidgefährten gedacht:

Rudolf Wiesinger, Taufkirchen, 93. Lj., Goldener Bruch; Ferdinand Roitinger, Weibern, 92. Lj., Goldener Bruch; Johann Zauner-Wagner, Heiligenberg, 90. Lj., Goldener Bruch und 60 Jahre Jagdausübung; Josef Hofinger, Pollham, 90. Lj., Goldener Bruch und 60 Jahre Jagdausübung; Josef Schauer, St. Agatha, 88. Lj., Goldener Bruch; Johann Weidenholzer, Waizenkirchen, 86. Lj., Goldener Bruch und 60 Jahre Jagdausübung; Anton Köpf,  Natternbach, 84. Lj., Goldener Bruch; Alois Standhartinger, St. Georgen/Gr., 83. Lj , Goldener Bruch; Johann Öhlinger, Gaspoltshofen, 81. Lj.; Alfred Reinthaler, Taufkirchen, 80. Lj., Goldener Bruch; Rudolf Leßlhumer, Waizenkirchen, 76. Lj.; Gerhard Payrhuber, Schlüßlberg, 74. Lj.; Hans Augustin, Grieskirchen, 63. Lj.

BBK-Obmann Bgm. Martin Dammayr: Wie der letzte Sommer zeigte, werden auf die Waldbesitzer neue Herausforderungen waldbaulicher Natur zukommen und sprach unter anderem auch die Borkenkäferproblematik an. Es sollte künftig doch möglich sein, dass die Aufforstungsflächen ohne Zäune entsprechend wachsen.

Der LHR Bernhard Littich brachte infolge Abwesenheit von Gerhard Hofinger den Bericht für den Bezirk: Zur Brauchbarkeitsprüfung am 14.10. sind 10 Hundeführer mit ihren Hunden angetreten. Sechs Hunde mussten die gesamte Prüfung absolvieren; zwei haben die Prüfung nicht bestanden. Ein besonderer Dank wurde dem Taufkirchner JL Wolfgang Wimmer und seinen Helfern für die Auslegung der Prüfung ausgesprochen. Derzeit sind im Bezirk 147 Jagdhunde, aufgeteilt auf 23 Rassen, gemeldet, wovon 123 geprüfte und 13 in der Ausbildung sind; 11 Hunde haben keine Prüfung.  Aus dem Hundefonds wurden im Jagdjahr 2018/2019 an 8 Hundeführer € 2858 ausbezahlt, im Vorjahr waren es € 640. Auf die Vorgaben zur Erfüllung der Voraussetzungen zur Erlangung einer Entschädigung wurde besonders hingewiesen (konkretes Ausfüllen des Antrages samt Unterschrift des JL  – bei Unglücksfall in fremdem Revier Unterschrift des zuständigen JL – und Übermittlung aller Anträge samt Rechnung an den BHR).

Mit einem Zitat von Ernst R. Hauschka beendete der LHR den Bericht von Gerhard Hofinger:

„Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen“

Mag. Brigitte Kornhuber als Vertreterin des Jagdreferates brachte einen Überblick über die Tätigkeit der Behörde im abgelaufenen Jagdjahr. Im Bezirk Grieskirchen gibt es 918 Jagdkartenbesitzer die die Beiträge für das Jagdjahr 2018/2019 eingezahlt haben; Jagdkartenbesitzer gibt es im Bezirk ca. 950. Für die Einhaltung der Abschusspläne ist nicht nur der Jagdleiter sondern sind alle Jagdausübungsberechtigten (Pächter, die im Pachtvertrag namentlich aufscheinen) verantwortlich. Im abgelaufenen Jahr wurden 10 Strafverfahren eingeleitet. Der Jagdschutz wird von 133 Jagdschutzorganen ausgeübt.

Landesforstdirektorin Dipl.-Ing. Elfriede Moser berichtete, dass der Bezirk zu einem ¼ bewaldet ist und zu den besten Rehwildrevieren gehöre. Zu den Vegetationsbeurteilungen führte Sie aus, dass von den 39 Jagden im Bezirk insgesamt 18 begangen wurden, 16 wurden in Stufe I beurteilt. Sie führte weiter aus, dass sich die Verbissbeurteilung wesentlich gebessert hat. Der Erfüllungsgrad beträgt 100 %, wobei dieser zwischen 84 und 117 % schwankt.

LAbg. Bgm. Peter Oberlehner begann seine Ansprache mit dem Hinweis, dass seine Themen bereits Gegenstand von Reden waren. Er betonte, dass es eine besondere Ehre für ihn sei, dass er den Landeshauptmann und den Landesrat vertreten darf. Er als Nichtjäger ist familiär mit Jägern verbunden und wisse was die Jäger leisten.

Der Hornmeister der JHB Hausruck, Fritz Eigelsberger, bedankte sich für die Spende. Im abgelaufenen Jahr gab es 83 Ausrückungen ((Maiandachten, Begräbnisse und sonstige Feierlichkeiten). Er wies darauf hin, dass die Jagdhornbläsergruppe dringend Nachwuchs benötige. Es müsste doch möglich sein, dass bei einem Jägernachwuchs von 30 Personen sich auch welche fürs Jagdhorn entscheiden zumal das Jagdhorn zum Brauchtum gehöre. Abschließend bedankte er sich beim scheidenden BJM für die hervorragende Zusammenarbeit.

BJM Rudolf Kapsammer eröffnete seinen Bericht mit einem Rückblick auf die Jagdprüfung im Mai 2018: 20 Kandidaten angetreten, 18 haben die Prüfung bestanden.

Zum Rehwildabschuss führte der BJM aus, dass dieser im Bezirk zu 99,99 % erfüllt wurde. Es ist somit eine „Punktlandung“ gelungen und er weist auf die Handschlagqualität zwischen Grundbesitzern und Jägern hin. Solche Ergebnisse gab es z.B. auch schon 1991, 2007 und. 2013.

Zum Rehbockabschuss: 59,8 % (Vorjahr 59) entfallen auf Klasse III, 27,4 % (27) auf Klasse II (2 bis 4-jährige) und 12,8 % (14 ) auf Klasse I (5-jährige und älter). Das Durchschnittsalter der mehrjährigen Böcke beträgt 3,8 (3,8) Jahre. Das Durchschnittsgewicht der Trophäen der 3-jährigen und älteren Böcke beträgt 305 g (309). Es wurden insgesamt 87 Böcke als Fehlabschüsse eingestuft (5 %).

Bei der ersten Bezirksjagdbeiratssitzung wurden alle Abschusspläne einvernehmlich festgelegt.  Bei der zweiten ging es erstmalig um die Überprüfung von Jagdpachtvertragsentwürfen. Für den BJM ist nicht nachvollziehbar, dass, da ohnedies von der Landwirtschaftskammer und dem Landesjagdverband Musterpachtverträge erarbeitet wurden, nunmehr neue Pachtvertragsentwürfe an die Jagdgenossen ausgegeben werden. Es sollten nicht von Beratern der Kammer, denen kommt ohnehin eine andere Aufgabe zu als sich mit Jagdpachtverträgen zu beschäftigen,  neue Pachtvertragsentwürfe verbreitet werden. Sie sollten nicht als „Brandbeschleuniger auftreten“ – Zitat von LAbg. Sepp Rathgeb; DI Schlemper’s Aufgabe ist ein Mediator zu sein zumal sich die Waldstrukturen für alle sichtbar zum Positiven geändert haben. Anschließend wurde eine Landtagsrede von LAbg. Sepp Rathgeb abgespielt (unter  landtag.ooe.gv.at/28/32  abrufbar).

Der BJM wies insbesondere darauf hin, dass Jagd Tradition ist und unverzichtbare Werte habe und das Brauchtum hoch zu halten sei; genauso wie veränderte moderne Lebensraummitgestaltung. Die Jagd übernimmt Verantwortung und braucht auch entsprechende Freiräume um Freude an der Jagd zu haben, was dann auch mit einem entsprechenden Erfolg verbunden ist.

Im Hinblick auf die Veranstaltungen im Bezirk 2018 wies er auf die Bezirksmeisterschaft im jagdlichen Wurftaubenschießen hin und sprach einen besonderen Dank der JG Gaspoltshofen für die Organisation aus. Ergebnisse: Bezirkssieger JL Wolfgang Wimmer, Taufkirchen; er darf dafür auch die nächste Bezirksmeisterschaft ausrichten; 2. Kaltenböck Werner, Pollham, 3. Stefan Offenzeller, Pollham; Mannschaftswertung: Taufkirchen/Tr. vor Bad Schallerbach und Pollham.

Seniorenwertung: JL Friedrich Gründlinger, Gaspoltshofen, vor Karl Dallinger, Pollham und Willi Gruber, Schlüßlberg.

Hinsichtlich Tradition berichtet der BJM über Hubertus-Maiandachten und Hubertusmessen und bedankte sich besonders bei den Jagdhornbläsern. Im Hinblick auf die Niederwildstrecke wies er darauf hin, dass, begünstigt durch die positive Witterung aber auch durch die intensive Raubwild- und Raubzeugbejagung, eine deutlich höhere Strecke erlegt werden konnten (Hase 25 %, Fasan 45 %).

Im Anschluss an die Ehrungen erfolgte die Wahl des neuen Bezirksjägermeisters und Bezirksjagdausschusses welche ein einstimmiges Ergebnis brachte.

Der scheidende BJM bedankte sich abschließend bei allen, die den gemeinsamen Weg in den letzten zehn Jahren mit ihm gegangen sind; insbesondere der Jagd- und Forstbehörde und den JL des Bezirkes. Besonders bedankte er sich bei den Mitgliedern des BJA und der Jägerschaft von Grieskirchen und Schlüßlberg, welche  die Saalgestaltung und das Schmücken seit Jahren durchführen. Der LJM Sepp Brandmayr verlieh Rudolf Kapsammer  vom  Oö. Landesjagdverband das Silberne Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die heimische Jagd und bedankte sich für die sehr gute Zusammenarbeit. Weiters wurde er anschließend vom Bezirksjägertag zum Ehrenbezirksjägermeister ernannt.

Der neu gewählte BJM Adolf Haberfellner, von Beruf Landwirt, bedankte sich in seiner Vorstellungsansprache für seine einstimmige Wahl und auch die des Bezirksjagdausschusses. Er führte aus, wie er das Ehrenamt des Bezirksjägermeisters anlegen möchte. Er gehe davon aus, dass so mancher Jäger große Wünsche an ihn, im Hinblick darauf, dass alles besser werde, haben werde. Soweit es in seiner Möglichkeit stehe, werde er dafür sorgen, dass auch das „Machbare“ verwirklicht werde. Er wolle vor den Jägern stehen und nicht hinter den Jägern, damit er den Schutz bieten kann, welches ein Leittier dem Rudel schuldig ist. Er habe immer ein offenes Ohr für die Anliegen, möchte aber auch darauf hinweisen, dass die Jäger nur das Jagdrecht gepachtet haben und nicht auch die Bewirtschaftung, was so mancher verwechselt. In Richtung Grundbesitzern und deren Vertretern hatte er die Bitte, dass sie ihr Eigentum gegenüber anderen Naturnutzern mit gleicher Vehemenz verteidigten sollten so wie es gegenüber den Jägern erfolgt. Wenn das Jagdrecht für einen gewissen Betrag gepachtet wird, so besteht auch das Recht zur Ernte und auch das Recht Wild zu sehen. Kein Bauer würde einen Hektar mit der Auflage pachten, keine Ernte einfahren zu dürfen. Um vieles zu erleichtern sollen daher die Jäger mit dem Grundbesitzer mitdenken und der Grundbesitzer mit dem Jäger. In Richtung Behörde verwies der neue BJM, dass die Grieskirchner Jägerschaft auch in Zukunft nach den gesetzlichen Bestimmungen weidwerken werde aber die Behörde nicht päpstlicher als der Papst sein soll. In Richtung Landesregierung sprach er an, dass die Bezirksjägertage jährlich von rund 9.000 bis 10.000 Personen besucht werden und dies einem Landesrat oder einem Landeshauptmann auch außerhalb eines Wahljahres einen Besuch wert sein sollte. Betreffend Medien wies er darauf hin, dass es keine Auskunft gebe, solange er keine ausreichende Information über etwas habe.

Zum Abschluss bedankte sich Rudolf Kapsammer vor dem Bezirksjägertag bei seiner Ehegattin Gitti, welche immer hinter ihm gestanden ist, für ihr Verständnis. Es ist für eine Nichtjägerin nicht selbstverständlich wenn es wieder mal heißt, ich bin kurz weg und der Einsatz für die Jäger im Bezirk dauerte wie so oft halt wieder länger als erwartet.

Zum Besuch der Bezirksjägermeister führte er an, dass sagenhafte 12 von 15 Bezirksjägermeistern, teilweise mit den Delegierten bzw. BJM-Stv.  anwesend waren. Für ihn bedeute dies eine große Wertschätzung und mache ihn stolz, da es eine Bestätigung sei, dass er nicht so viel falsch gemacht haben kann.

Der BJT endete unter den Klängen der Jagdhörner der Gruppen Geboltskirchen und Hausruck mit dem von Adolf Haberfellner initiierten und von Franz Kastenhuber komponierten „Rudi Kapsammer Marsch“.

Ehrungen und Auszeichnungen:

Silbernes Ehrenzeichen des Oö. Landesjagdverbandes für besondere Verdienste um die heimische Jagd:

Rudolf Kapsammer

Goldene Brüche:

Baldinger Josef, Altenhof;  Frühauf Rupert, Pötting; Kaltseis Josef, St. Agatha; Kirchsteiger Adolf, Geboltskirchen; Köpf Karl, Hofkirchen;  Ing. Magauer Friedrich, Gallspach; Sandberger Franz, Heiligenberg; Schallgruber Erwin, Pichl/W.; Schrögendorfer Friedrich, Rottenbach; Weinberger Otto, Schlüßlberg; Zeilinger Max, Hofkirchen

Ehrungen 60 Jahre Jagdausübung:

Kraft Erich, St. Agatha; Wiesinger Franz, Grieskirchen

Ehrungen 70 Jahre Jagdausübung:

Kumpfmüller Ludwig, Wendling

Die Ehrenurkunde für besondere Verdienste um die heimische Jagd des Oö. Landesjagdverbandes wurde verliehen an Julius Schmid, Geboltskirchen

Diplom für wildfreundliche Lebensraumgestaltung:

Ing. Astrid und Ing. Georg Doppler, Waizenkirchen

Raubwildnadel: Lindorfer Hubert, St. Agatha

Beste Rehbocktrophäen: Gold: Hofkirchen/Tr., Anzengruber Franz, 540 g, 148,70 Pkt.; Silber: Kallham, Dornetshumer Erich, 510 g, 135,88 Pkt.; Bronze: St. Agatha, Gerstberger Dominik, 490 g, 133,75  Pkt.

 

 

 

   
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