Bezirksjägertag 23.2.2019 – Rohrbach

Erstmals im Veranstaltungssaal CENTRO – Neuorganisation des Rohrbacher Bezirksjägertages

Die Jagdhornbläsergruppe Böhmerwald eröffnete den Rohrbacher Jägertag am 23. Februar. Zuvor wurde in der Stadtpfarrkirche von Weidkamerad Pfarrer Dr. Stefan Prügl die Messe zelebriert und von den Bläsern umrahmt.

Bei vollem Haus begrüßte BJM Martin Eisschiel an die 600 Besucher und Ehrengäste, heuer erstmals im Veranstaltungszentrum CENTRO. Der Lokalwechsel wurde notwendig, da die Bezirkssporthalle für derartige Veranstaltungen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Moderne Ton-, Licht- und Präsentationstechnik trugen wesentlich zum guten Gelingen im CENTRO bei.

Mit einer Trauerminute und dem Signal „Halali – Jagd vorbei“ wurde der im letzten Jahr verstorbenen 14 Weidkameraden gedacht: Franz Dorfner (86) – GJ Sarleinsbach, Josef Fölser (71) – GJ Helfenberg, Ludwig Haider (73) – GJ Aigen-Schlägl, Thomas Huber (46) – EJ Obermühl, Hermann Jell (79) – GJ Sarleinsbach, Josef Lindorfer (86) – GJ Arnreit, Josef Mitgutsch (87) – GJ Julbach, Johann Niederhuber (70) – GJ Niederwaldkirchen, Hans Jörg Oberngruber (68) – GJ Rohrbach-Berg, Herbert Schneeberger (81) – GJ Neufelden, Josef Springer (91) – GJ Oepping, Johann Weinzierl (95) – GJ Klaffer, Josef Wurm (71) – GJ Julbach, Karl Zach (88) – GJ Lichtenau.

Statistik

Ehrungen und Auszeichnungen:

Goldener Bruch (50 Jahre Jagdausübung)
Ernst Fischer – GJ Pfarrkirchen, Albin Kitzberger – GJ Altenfelden, Erwin Lichtenauer – GJ Julbach, August Pühringer – GJ Nebelberg, Ing. Johann Reininger – EJ Stift Schlägl, Karl Reiter – GJ Oepping, Norbert Thurner – GJ Neustift, Hermann Zeller – GJ Altenfelden

Anstecknadel 60 Jahre Jagdausübung
Richard Neubauer – GJ Rohrbach-Berg, Alois Priglinger – GJ Niederwaldkirchen, KR Friedrich Ransmayr – GJ Rohrbach-Berg, Siegfried Sailer – GJ Haslach, Georg Salburg – EJ Altenhof, Erwin Wallinger – GJ Kirchberg o.D.

Raubwildnadel
Konrad Andexlinger – GJ Kleinzell, Franz Binder – GJ Klaffer a.H., Josef Grimps – GJ Julbach, Kurt Hölzl – GJ Hörbich, Alfred Kneidinger – GJ St. Peter a.W., Adolf Natschläger – GJ Oepping, August Stöbich – GJ Sarleinsbach

Rebhuhnnadel
Alfred Wiltschko – GJ Ulrichsberg

Dank und Anerkennungsurkunde langjährige ausgeschiedene Jagdleiter

Josef Mittermaier – GJ Schlägl (2000-2018), Johann Peter – GJ Aigen (2003-2018), KR Friedrich Ransmayr – GJ Rohrbach (1981-2018), Stefan Schütz – GJ Haslach (2006-2018)

Jagdhornbläserabzeichen 35 Jahre
Wolfgang Falkner – Gruppe Pfarrkirchen

Jagdhornbläserabzeichen 30 Jahre
Ewald Eckerstorfer – Gruppe Pfarrkirchen

 

Insgesamt besitzen im Bezirk 938 Jäger eine gültige Jagdkarte, darunter 65 Jägerinnen.

Jägerausbildung: Bei der Jungjägerprüfung im Juni 2018 sind 28 Kandidaten angetreten, wobei 28 die Prüfung bestanden. Alle Prüfungswerber haben am Vorbereitungskurs der Bezirksgruppe teilgenommen. 2019 hat neuerlich ein Kurs mit 34 Jungjägern und 2 Jagdschutzorganen in Sprinzenstein begonnen.

Jagdhornbläser: Der BJM bedankte sich bei den 3 Gruppen Böhmerwald, Pfarrkirchen und Ulrichsberg für das Engagement, insbesondere bei JHBG Böhmerwald für die musikalische Gestaltung des Jägertages.

Im vergangenen Jahr wurde ein Jagdhundeführerkurs mit 9 Gespannen abgehalten, 7 davon bestanden die Brauchbarkeitsprüfung. Im Heurigen Jahr wird wieder ein Jagdhundeführerkurs abgehalten, der am 4. Mai 2019 beginnt. Anmeldung beim neuen Bezirkshundereferent Günter Märzinger. Die Brauchbarkeitsprüfung ist für 5. Oktober geplant. Im 2 Jahres-Rhythmus wird auch ein Hundeführerstammtisch organisiert, dieser findet am 5. April 2019 im Gasthaus Haidvogel in Oepping statt.

 

Massive Freizeitnutzung in den Wäldern

Die Entwicklung des Waldes zur Freizeitnutzung ist besorgniserregend. Wir müssen den Wald in erster Linie wieder als das sehen, was er ist: nämlich als Lebensraum für das Wild. Sicher haben alle Naturnutzer im Wald Platz nur ohne der Einhaltungen bestimmter Regeln wird es in Zukunft nicht gehen.

Rückkehrer und Zuwanderer

In den vergangenen Monaten gingen immer wieder Elche in die Fotofallen der Jäger – noch vor einigen Jahren undenkbar. Auch der Luchs fühlt sich im Böhmerwald immer wohler: „Der Bestand ist stark, steigt und ist vor allem gesichert. Um den Luchs muss man sich keine Sorgen machen“. Wünschenswert wäre, dass Luchsrisse beim Rehwild in die Abschusszahlen eingerechnet werden. Der Wolf macht derzeit im Bezirk Rohrbach noch keine Probleme, allerdings sollen die ständigen Umfragen zur Akzeptanz des Wolfes hinterfragt werden, insbesondere werde dazu befragt wird. Würden diese nur in ländlichen Regionen durchgeführt, in denen die Menschen mit dem Wolf leben müssen, würde die Akzeptanz schnell Richtung Null gehen. Von benachbarten Bezirken wisse man, dass es zunehmend Probleme mit Goldschakalen gebe. Dieses Thema müsse man im Auge behalten. Ebenso wie das Thema „Afrikanische Schweinepest“: „Es ist wichtig, dass wir die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen peinlich genau einhalten um eine Ausbreitung zu verhindern“.

Abschusspläne erfüllt

Was die Abschusspläne betrifft, liegen die Jäger im Bezirk Rohrbach voll im Plan, dieser wurde mit 102% beim Rehwild sogar übererfüllt. Von den knapp 1000 aktiven Jägerinnen und Jägern wurden im abgelaufenen Jagdjahr 5721 Rehe erlegt. Mit den 480 Stück Fallwild ergibt sich eine Gesamtstrecke von 6201 Rehen. Auch mit der altersmäßigen Verteilung der Abschüsse zeigte sich Eisschiel zufrieden: „Wir sind bemüht, dass wir sorgfältig in den Wildbestand eingreifen. Es ist aber auch keine Schande, wenn man sich über einen guten mehrjährigen Bock freut. Das hat mit Trophäenkult nichts zu tun und gehört dazu“.

Schwarzwild

Nach dem Rekordabschuss im Vorjahr beim Schwarzwild ist hier ein Rückgang von 316 auf 112 Stück zu verzeichnen, was sich sehr positiv auf die Verringerung der Schäden in der Landwirtschaft auswirkte.

Feldhase – aktive Raubwildbejagung und der Krähen und Elstern

Besonderes Augenmerk müssen die Jäger in den kommenden Jahren auf den Feldhasen legen. „Wir müssen den Bestand der Feldhasen nachhaltig steigern. Ich glaube der Schlüssel liegt in einer verstärkten Krähen- und Elsternjagd“, riet der Bezirksjägermeister. Zwar sei man, was die Jagd auf die gefiederten Quälgeister betrifft „Landesmeister“, man müsse aber am Ball bleiben. Davon würden übrigens auch Landwirte profitieren, die ohnehin keine Freude mit dem hohen Bestand von Krähen und Elstern haben.

 

Neuwahl Bezirksjagdausschuss und Bezirksjägermeister

Beim Heurigen Bezirksjägertag standen unter anderem die Neuwahl des Bezirksjagdausschusses und des Bezirksjägermeisters auf der Tagesordnung. Alle bisherigen Mitglieder stellten sich der Wiederwahl, die bei allen einstimmig erfolgt. Heinz Grüll aus Aigen-Schlägl, nunmehriger Obmann der Jagdhornbläsergruppe Böhmerwald, wurde als Vertreter der Jagdhornbläsergruppen sowie des Jagdlichen Brauchtums neu in den Bezirksjagdausschuss kooptiert. Alle übrigen Mitglieder und Kontaktdaten finden sie auf der Homepage des OÖLJV.

 

Georg Ecker, Landtagsabgeordneter und Bezirksbauernkammer-Obmann

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Landwirten bescheinigte auch Bezirksbauernkammer-Obmann und Landtagsabgeordneter Georg Ecker (VP), der in Vertretung des Landeshauptmannes zum Bezirksjägertag sprach: „Die Wildbestände sind gut an unseren Wald angepasst“, sagte er. Was die kritisierte Freizeitnutzung betreffe, werde es aber nicht ohne die gegenseitige Rücksichtnahme auf die Interessen des Einzelnen gehen. „Seitens der Jagd muss man auch eine gewisse Weiterentwicklung in den Wäldern zur Kenntnis nehmen“, bat Ecker, der vor allem hinsichtlich der enormen Schadholzmengen aus dem vergangenen Winter auf eine gute Zusammenarbeit hofft. „Dort, wo es große Schadholzmengen durch den Käfer oder den Schneedruck gab, hoffen wir auf eine entsprechende Naturverjüngung. Die Flächen müssen gut geschützt werden“, appellierte er an die Jägerschaft.

Jagden werden neu verpachtet

Diese Zusammenarbeit beschwor auch Bezirksjägermeister Martin Eisschiel. „Heuer stehen einige Jagden im Bezirk zur Neuvergabe an. Ich bitte euch, mit den Grundeigentümern auf einer partnerschaftlichen Ebene zu verhandeln“, sagte er. Hochkomplizierte Pachtverträge und die Feilscherei um jeden Cent brächten nämlich niemandem etwas. Dort, wo man sich auf Augenhöhe begegne, funktioniere auch das Zusammenleben hervorragend.

   
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