Bezirksjägertag 2018 in Vöcklabruck

Bericht: Bezirksjägertag 2018 in Vöcklabruck

 

Traditionell beginnt der Bezirksjägertag in Vöcklamarkt mit einer Hubertusmesse, in diesem Jahr gelesen von Pfarrer Mag. Thomas Lechner aus Oberwang. Die Lesung aus dem Buch Genesis bezieht sich auf die Evolution der Organismen bis zum Menschen. Gott überantwortet die Tiere und Pflanzen den Menschen und stellt sie ihm als Basis seiner Ernährung zur Verfügung.

Im Evangelium wird über die Verwandlung Jesu vor den Augen seiner auserwählten Jünger erzählt. „Und eine Stimme aus der Wolke“ mahnt den Menschen sich seiner Aufgaben auf Erden bewusst zu sein. Die Predigt bezieht sich auf jene Aufgaben, die Gott den Menschen auferlegt – zum Bespiel die Natur als eine Gabe Gottes an den Menschen zu erkennen, mit der er haushalten muss. Achtung, Ehrfurcht, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Geschöpfen wird vom Geber eingefordert. Pfarrer Lechner interpretiert diese Verantwortung speziell für die Jäger in Richtung Lebensraumerhaltung, nachhaltige Jagd, Bewahrung der Biodiversität und nicht zuletzt die Rückstellung von Eigeninteressen, sofern es einem höheren Ziel dienlich ist.

Auch die Fürbitten untermauern die Interpretation des Evangeliums indem sie um mäßigendes Verhalten des Menschen im Lebensraum der Tiere, um Schutz vor Unfällen am Arbeitsplatz Wald und Einsicht der Verantwortlichen zur Erhaltung des Naturraumes bitten.

Im Totengedenken wird den verstorbenen Weidkameraden des Jagdjahres 2017/18 gedacht:

JG Atzbach, JHB Johann Haslinger

JG Fornach, JL Hubert Treml (43)

JG Neukirchen/V., Johan Loy (85)

JG Nierderthalheim, BJM-Stv. a.D. Franz Fellinger (80)

JG Oberhofen, Mag. Walter Wachtler (54), Wolfgang Grünsteidl (63)

JG Oberwang, Johann Innerlohinger (67)

JG Regau, Gottfried Hochmayr (76)

JG Seewalchen, Josef Six (68)

JG Tiefgraben, Johann Schruckmayr (68)

ÖBF Kollomannsberg, Georg Gishammer (61), Josef Kramberger (83)

Der Bezirksjägertag ist neu konzipiert und organisiert. Ein Impulsfilm fokussiert auf die folgenden Programmpunkte, die von Mag. Martina Klinger und Philipp Stögner MBA, MPA moderiert werden. Einen sehr offiziellen Rahmen bildet die große Menge an Ehrengäste:

Bezirkshauptmann Dr. Martin Gschwandtner, Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr, Landesrat Max Hieglsberger, NAbg. Gerhard Kanjak, LAbg. Michaela Langer-Weninger, Amtstierarzt Herbert Seiringer, HR Hans Lichtenwagner, HR Leo Hofinger, Gabi Bretbacher, Manuela Glocker, die Bezirksförster, BBKO ÖR Hans Schachl, Vizebgm. Manuela Achleitner, Andreas Krempl, die Bezirksjägermeister: Anton Helmberger, Herbert Sieghartsleitner, Hans Enichlmayr, Kons. Gerhard Pömer, Rudolf Kapsammer, Franz Stadler u.v.a.

Drei Themen prägen die Stellungnahmen der zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Behörde:

Vielfach gelobt wird die außerordentlich gute Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Grundbesitzern, Behörde und Jägerschaft. Sie zeigt sich vor allem im hohen Erfüllungsgrad des Abschussplanes und der Bereitschaft zur spontanen lokalen Problemlösung wie z.B. nach Windwurf- oder Käferkalamitäten. Appelliert wird, die Tanne als nicht verzichtbare Art zu sehen. Sie ist neben dem Laubholz ausreichend klimafit, um den Wald auch für die Zukunft wirtschaftlich und ökologisch zu sichern.

Die Schwarzwildproblematik nimmt erneut zu. Manche Maisflächen können nur durch Einzäunen zur Ernte gebracht werden. Das kann nicht das Ziel sein. Nicht namentlich genannte Großgrundbesitzer werden zur Vernunft und Mäßigung hinsichtlich Schwarzwildhege aufgerufen bzw. wird auch von der Politik eine Gesetzesanpassung hinsichtlich eines Verursacherprinzips im Schadensfall gefordert. Prophylaxemaßnahmen sind vor allem im Hinblick auf die afrikanischen Schweinepest (ASP) notwendig. Diese hochvirulente und bis dato in Mitteleuropa unbekannte Seuche ist bereits 80km vor den österreichischen Grenzen nachgewiesen worden. Ein Ausbruch in Oberösterreich wäre für die zahlreichen Schweine-Bauern existenzbedrohend. Aufgrund der hohen Virulenz und leichten Übertragbarkeit wird aus Rücksicht auf die Schweinebauern um äußerste Vorsicht und um Unterlassung von Jagdtourismusreisen in die betroffenen Gebiete Osteuropas gebeten. Alle Redner weisen geschlossen auf die Erkenntnisse hin, dass die Seuche auch über Jagdausrüstung, Reifen oder Lebensmittel übertragen werden kann.

Einer erneuten Etablierung des Wolfes in der heimischen Wildtierfauna stehen sämtliche Redner skeptisch gegenüber. Solange es keinen nachhaltigen Managementplan bzw. ein funktionierendes Regelwerk bei landwirtschaftlichen Problemszenarien gibt, ist es utopisch, illusorisch und unverantwortlich, die Natur in einem intensiv genutzten Kulturland sich selbst zu überlassen. Der Wolf wird über die FFH-Richtlinien gefördert, Abgeltungen für die Betroffenen sind derzeit unzureichend eingeplant. Der Grundtenor lautet daher „Wer den Wolf will, muss im Bedarfsfall auch zahlen!“. LJM Brandmayr fordert vor allem eine Unterstützung der Almbauern und warnt vor einem Verlust unserer Almwirtschaft mit unvorhersehbaren dramatischen Auswirkungen auf die OÖ. Landeskultur.

Jahresstrecken:

Wildart Abschussquote Abschussquote Vorjahr
Rehwild 6564 6364
Rotwild 100 119
Gamswild 100 100
Muffelwild 25 67
Schwarzwild 224 172
Feldhasen 754 675
Füchse 942 887
Dachse 168 179
Fasane 234 244
Rebhühner 0 6
Wildenten 829 936
Baummarder 64 72
Steinmarder 261 255
Iltis 22 31
Hermelin 16 41
Waldschnepfen 39 23
Wildtauben 341 410

 

Ehrungen:

Goldener Bruch: ÖR Johannes Lennkh, BFÖ Gerhard Schlichtner, OSR DI Franz Fellinger, Walter Eder, Alois Holl, Ing. Herbert Kastenhuber, LJM ÖR Sepp Brandmayr, Josef Föttinger, Maximilian Eder, Ferdinand Maderecker, Erich Baumgartner, Rudolf Asen, Adolf Sitter, Josef Schiller, Alois Föttinger, Heinrich Brunner, Franz Astecker

60 Jahre Jäger: Felix Wiener, Horst Hochmayr, Alois Dämon, Friedrich Baumgartinger, Franz Scheibl, Johann Schwaighofer, Walter Lixl, Wilfried Kaltenleitner, Johann Staudinger, Anton Pflügl, Hermann Beham, Willibald Dax

Jagdhornbläserehrung : 20 jährige Mitgliedschaft: Obmann Günther Werner

Ehrenurkunde: Hegemeister a.D. Herbert Fettinger

Raubwildnadeln: Hegering 1: Roman Dachs, Hegering 5: Günter Aiterbichler, Hegering 7: Franz Brandmayr, Hegering 4: Florian Hessenberger, Hegering 6: Rupert Cechner

   
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