Rehwildmarkierung

Die Wildmarkierung hat den Zweck durch zweifelsfreie Kennzeichnung gesicherte Angaben über Herkunft (Setzort), Entwicklung, Verhalten, Lebensweise, Wanderungen etc. zu bekommen.


 
gerade Jahre = rechter Lauscher
ungerade Jahre = linker Lauscher

Eine Liste mit den Kontaktdaten der Markierungsbeauftragten in den Bezirken finden Sie hier: Wildmarkierungsbeauftragte

Wildmarkierung – Warum eigentlich?

Für einen Außenstehenden sehen zunächst Rehe alle gleich aus. Vielleicht tragen einige davon Geweihe als erstes Unterscheidungsmerkmal. Bei näherer Betrachtung fallen jedoch weitere Unterschiede auf, vorrangig Größe, farbliche Varianten oder sonstige Merkmale. Begegnen wir diesen Tieren erneut, möchten wir sie individuell wieder erkennen. Dies ist auf Distanz, bei manchmal schlechten Licht- und Sichtverhältnissen praktisch aber nicht möglich.

Bei oftmaligen und intensiven Beobachtungen wird es uns Jägern gelingen, einige Einzeltiere an Verhaltensauffälligkeiten oder erscheinungstypischen Merkmalen zu unterscheiden. Oftmals haben wir schon Schwierigkeiten, einzelne Böcke nach dem Geweih zu identifizieren, sie im nächsten Jahr – womöglich mit völlig anderer Geweihform – wieder  richtig einzuordnen. Beim weiblichen Wild ist dies – wie wir alle wissen – schon ungleich schwieriger. Zweifel beim Wiedererkennen sind angesagt!

In der Hege und Abschussplanung möchten wir allerdings mit möglichst absoluten Werten planen und operieren. Dabei hilft die Rehwildmarkierung.

Die Wildmarkierung hilft daher wichtige biologische Grundfragen zu klären und wissenschaftliche Erkenntnisse für eine erfolgreiche Rehwildbewirtschaftung zu liefern. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, ist es aber erforderlich, die Wildmarkierung mit entsprechender Ernsthaftigkeit, Flächendeckung, Genauigkeit und Kontinuität aber auch Transparenz zu betreiben.

Dazu sind alle Jäger aufgerufen und können einen aktiven Beitrag durch das „Schaffen eines positiven Klimas“ für die Rehwildmarkierung leisten:

Aktive und zahlreiche Durchführung der Wildmarkierung gemäß den Richtlinien und Empfehlungen des Landesjagdverbandes und lückenlose baldige Meldung an den Bezirksbeauftragten.
Gewissenhafte Rückmeldung aller markierten Stücke, sei es erlegt oder als Fallwild aufgefunden, bzw. sonstige Beobachtungen wie Markenfunde bei Fuchsbauten etc.
Markiertes Wild ist – Normalentwicklung vorausgesetzt – vorrangig zu schonen, um die Entwicklung bzw. das Verhalten über mehrere Jahre hindurch beobachten zu können. Dennoch können oder sollen sogar schwache oder kranke Stücke (auch Schwerpunktbejagung etc.) selbstverständlich entnommen werden;  diese Fälle sind aber unbedingt zu melden, da diese besonderen Umstände oder Erlegungsgründe sehr wichtig und für Detailauswertungen von Bedeutung sind!
Erster Ansprechpartner ist in allen Markierungsfragen der Bezirksbeauftragte, selbstverständlich auch Information des Jagdleiters über besondere Beobachtungen.
 

Eine funktionierende Rehwildmarkierung mit entsprechender Rückmeldequote kann unter anderem Details zu biologischen Erkenntnissen wie regionale Setztermine (schwerpunktmäßige Markierungszeiten), Abhängigkeit der Setztermine von unterschiedlichen Faktoren der Witterung – beispielsweise schneereiche oder extrem milde Winter, Bedeutung der Mähverluste, Kitzsterblichkeit allgemein, Gesetzmäßigkeiten in der Einstandstreue bzw. Abwanderung nach Entfernung, Alter und Geschlecht udgl. liefern, um nur einige Themen zu nennen. Selbstverständlich ist aber auch eine Kontrolle der Altersschätzung nach dem Zahnabschliff vorgesehen.

In Summe eine Auswahl von Fragen, an deren Lösungen und Antworten alle verantwortungsvollen Jägerinnen und Jäger interessiert sein müssen, aber auch entscheidend mitwirken können! Informationen finden Sie regelmäßig im OÖ Jäger.

Helmut Waldhäusl

Koordinator der Wildmarkierungen in Oberösterreich

 

 

   
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