Bezirksjägertag Linz 2026

HÖRSCHING. Rund 450 Jägerinnen und Jäger aus dem Bezirk Linz/Linz-Land kamen am 21. Februar 2026 zum Bezirksjägertag ins KUSZ Hörsching. Im Mittelpunkt standen neben der Hegeschau die Rolle der Jagd in einer sich wandelnden Kulturlandschaft, der Klimawandel sowie Verantwortung und Ethik in der Jagdausübung.
Arbeit im Verborgenen gewürdigt
Die Arbeit der Jägerschaft geschehe oft im Verborgenen und ist geprägt von Umsicht, Respekt und Fachwissen, leitet Bürgermeister Klaus Wahlmüller die Veranstaltung ein.
Bezirkshauptmann Manfred Hageneder würdigte die Qualität der Trophäen, die Übererfüllung des Abschussplans sowie die disziplinierte Jagdausübung im Bezirk. Positiv hob er hervor, dass es aus jagdlichen Gründen keine Jagdkartenentzüge gegeben habe und der Bezirk als Vorreiter in der Direktvermarktung von Wildbret gelte. Er appellierte an einen sicheren Umgang mit Waffen und konsequente Beachtung des Tierschutzes.
Landwirtschaft und Wald im Fokus
Elke Leitner dankte im Namen der Oö. Landwirtschaftskammer für die gute Zusammenarbeit der Jägerschaft mit der Landwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung der Biber- und Federwildmanagementverordnung.
Bezirksforstinspektor Mathias Lettner hob die sehr gute Abschussplanerfüllung hervor, die sich positiv auf die Waldentwicklung auswirke. Gleichzeitig warnte er vor massiven Folgen des Klimawandels für die heimischen Wälder, vor allem für Lärche und Tanne.
Nachwuchs und neue Herausforderungen
Bezirksjägermeister Christian Pfistermüller berichtete vom großen Interesse an den Jagdkursen: Aktuell bereiten sich 75 Teilnehmende auf die Jagdprüfung vor. Zudem wurden zahlreiche Ehrungen für jahrzehntelange Jagdausübung verliehen. Jagd, Landwirtschaft und Forstwirtschaft stünden in einem engen Zusammenspiel mit klaren Regeln. Als neue Nutzer des Lebensraums des Wildes seien verstärkt Naturnutzer hinzugekommen, weshalb gegenseitige Rücksicht entscheidend sei.
Mehr Wertschätzung gefordert
Landtagsabgeordnete Margit Angerlehner betonte, dass die Mehrheit der Bevölkerung keinen direkten Bezug zur Jagd habe und deren Leistungen oft unterschätzte. Viele Aufgaben – von Wildfütterung über Einsätze bei Wildunfällen bis zur Regulierung zum Erhalt gesunder Bestände – würden ehrenamtlich geleistet. Ihr Appell: „Tue Gutes und sprich darüber“.
Jagdstatistik 2025/2026
Abgebildet sind die Abschlussmeldungen im Zeitraum vom 1. April 2025 bis 31. Jänner 2026:
(Die vollständige Abschussstatistik Jagdjahr 2025/2026 wird im OÖ Jäger Nr. 191/Juni 2026 veröffentlicht)
| Wildart | 2024/25 | 2025/26 |
| Böcke | 1.694 (34 %) | 1.777 (35 %) |
| Geißen | 1.803 (36 %) | 1.713 (34 %) |
| Kitze | 1.510 (30 %) | 1.603 (31 %) |
| REHWILD GESAMT | 5.007 | 5.093 |
| Schwarzwild | 24 | 137 |
| Feldhase | 2.234 | 1.890 |
| Fasan | 1.427 | 1.225 |
| Wildtaube | 264 | 39 |
| Schnepfe | 37 | 31 |
| Wildente | 981 | 1.143 |
| Graugans | 35 | 21 |
| Fuchs | 231 | 204 |
| Dachs | 80 | 69 |
| Steinmarder | 203 | 155 |
| Baummarder | 93 | 88 |
| Iltis | 73 | 72 |
| Wiesel | 5 | 2 |
| Mink | 11 | 9 |
Herausragende Trophäen
Ein besonderes Weidmannsheil gebührt den Schützen der herausragenden Böcke unseres Bezirks:
Siegfried Feizelmayr, Oftering / Bernhard Fischlmayr, Kronstorf/ Andreas Gruber, St. Marien / Mathias Gstöttenmayr, Enns / Johannes Hießmayr, Hargelsberg / Gerald Jungmair, Kirchberg-Thening / Johann Kaiserseder, Niederneukirchen / Michael Mayr, Kirchberg-Thening / Josef Nöbauer, Hofkirchen / Peter Öhlinger, Wilhering / Peter Schwarzlmüller, Kirchberg-Thening / Manfred Sturmberger, St. Marien / Ing. Bernhard Winkler, EJ Achleiten / Karl Zeilinger, Allhaming
Raubwildnadel
Herausragenden Einsatz zur Raubwildbejagung im Bezirk wurden geleistet von:
Franz Georg Derntl, Traun und Andreas Sturmberger, St. Marien
Zahlreiche Ehrungen
50 Jahre Mitgliedschaft beim OÖ LJV – Goldener Bruch
Josef Berger, Niederneukirchen / Johann Blaimschein, Piberbach / Karl Blaimschein, St. Marien/ Albert Dicketmüller, St. Marien/ Franz Fischer, Piberbach / Ludwig Gallner, Ansfelden / Kurt Gintersdorfer, Hargelsberg / Andreas Gschwendtner, St. Florian / Johann Hauhart, Neuhofen / Ing. Bernhard Lehner, Wilhering / Manfred Luckeneder, Hofkirchen / Florian Mayer, St. Florian / Karl Mayrbäurl, Niederneukirchen
60 Jahre Mitgliedschaft beim OÖ LJV
Johann Mairanderl, Pucking / Josef Heibl, St. Florian / Franz Keimelmayr, Linz / Franz Krawinkler, St. Florian
Ehrung:
Hannes Hiesmayr, Hargelsberg: für seine Leistungen als Obmann der Jagdhornbläsergruppe Hohenbrunn.
Günther Schmirl, Ansfelden: für seine Leistungen um das Schiesswesen bzw. die Aktivitäten um den JWC Ansfelden
Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner: Leidenschaft und Ethik
Zum Abschluss richtete Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner den Blick auf die Werte der Jagd. Jagd sei gesetzlicher Auftrag, Dienstleistung und Funktion – der eigentliche Antrieb sei jedoch ein emotionaler: Leidenschaft und Passion bewegten rund 22.000 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich.
Er warnte vor einem unreflektierten Einsatz moderner Technik, der das Wild permanent in die Verliererposition drängen könne. Entscheidend sei die Wahrung von Fairness und Ebenbürtigkeit zwischen Jäger und Wild. „Auch mit leerem Rucksack, aber vollem Herzen von der Jagd heimzugehen, gehört zur jagdlichen Ethik“, so Sieghartsleitner.
Der Bezirksjägertag zeigte eindrucksvoll, dass die Jagd im Bezirk Linz weit mehr ist, als Abschusszahlen zu erfüllen: Sie ist gelebte Verantwortung für Natur, Wild und Gesellschaft – heute und in Zukunft.







