Forstabteilung HR DI Johann Lichtenwagner

Für die Regulierung der Wildbestände ist die Jagd aus forstlicher Sicht notwendig.

Bedeutung der Jagd aus der Sicht des Forstdienstes:

Die Waldflächen des Bezirkes Vöcklabruck im Ausmaß von rund 43.000 ha oder 40 % der Bezirksfläche, erfüllen vielfältigste Aufgaben als Wirtschaftsfaktor – Schutzwald – Erholungs- und Lebensraum. Die Waldausstattung variiert zwischen 10 % im Raum Schwanenstadt und 75 % in Redleiten. Jährlich und nachhaltig werden über 300 000 Erntefestmeter Holz entnommen. Neue Herausforderungen ergeben sich durch die klimabedingten Gefährdungen der Fichte (Borkenkäfer), die ein Umdenken auf andere Baumarten wie Tanne und Eiche etc. erforderlich machen. Dazu wird auch die Unterstützung der Jagd notwendig sein.

Um die im Forstgesetz 1975 aufgelisteten Wirkungen des Waldes nämlich Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung bestmöglich zu gewährleisten, ist die Herstellung einer tragfähigen Wilddichte, welche das Aufkommen der für einen gesunden Waldaufbau notwendigen Mischbaumarten zum Ziel hat, unbedingt notwendig. Die Erhaltung bzw. die Begründung standortsangepasster Mischwälder liegt nicht nur im forstlichen, sondern auch im öffentlichen Interesse, umso mehr nur natürlich aufgebaute Wälder alle geforderten Wirkungen des Waldes optimal erfüllen können und vor allem im Schutzwald teure, technische Verbauungen zum Teil ersetzen können.

Mit der O.ö. Abschussplanverordnung 1994 wurde ein Instrument geschaffen, mit welchem die Verträglichkeit der Wildbestände für die Naturverjüngung direkt im Wald beurteilt wird. Es ist festgelegt, dass der Abschussplan für Schalenwild im Interesse der Landeskultur so zu erstellen ist, dass eine ökologisch und wirtschaftlich tragbare Wilddichte hergestellt und erhalten wird. Diese ist dann erreicht, wenn Waldbestände einschließlich der Weißtanne und der Laubhölzer auch für diese Baumart geeigneten Standorten nach natürlicher Verjüngung oder Aufforstung ohne Flächenschutz aufwachsen können.

Eine erfolgreiche Jagd erfordert in der heutigen Zeit einen immer höheren Zeitaufwand. Vielerorts ist daher die Durchführung verschiedener Jagdmethoden, z.B. Drückjagden, Bewegungsjagden, Riegeljagden neben der traditionellen Ansitzjagd notwendig. Intervallbejagung und Schwerpunktbejagung sind heutzutage gängige Begriffe. Zwangsabschüsse sollten auf das unbedingt erforderliche Ausmaß beschränkt bleiben.

Im Bezirk Vöcklabruck wurde die Abschussplanverordnung von der Jägerschaft auf großen Flächen erfolgreich umgesetzt, sodass nur in Teilbereichen Handlungsbedarf verbleibt.

Das zwischen der Jägerschaft, den Grundbesitzern und dem Forstdienst bestehende gute Verhältnis soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.

 

Dipl. Ing. Johann Lichtenwagner

   
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