Anschaffung & Haltung

Wer mit dem Gedanken spielt sich einen Jagdhund anzuschaffen und zu führen, sollte sich vorher einige Gedanken über dieses Thema machen.

Hundemeldung an den Bezirkshunderreferent

Seit Oktober 2019 sind Jagdhunde (sowie auch die Abschussmeldungen) elektronisch in der Jagdapplikation JADA vom Jagdausübungsberechtigten (Jagdleiter) zu melden. Nähere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Bezirkshundereferenten.

Anschaffung eines Jagdhundes – Checkliste

Ist, der Größe des Hundes, entsprechend genug Platz vorhanden? (Wohnung, Haus, Garten, ev. Zwinger)

Mindestanforderungen für die Haltung von Hunden

Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden?

Wohin mit dem Tier während des Urlaubs?

Welche Rasse bevorzuge ich und habe ich ein geeignetes Revier bzw. geeignete Arbeitsmöglichkeiten für diese Rasse?

Hündin oder Rüde ? Hündinnen werden zweimal im Jahr (Frühling & Herbst/ manchmal häufiger) für ca. 3 Wochen läufig. Rüden markieren gerne ihr „Revier“.

Habe ich genügend Zeit, dem Hund die Pflege, den Auslauf und die Ausbildung zu geben, die er benötigt?

Welpe oder Junghund?

Kostenfaktor! – Anschaffung, Chipen, Versicherung, Tierarzt, Futter, Ausbildung, Prüfungen usw…

Verfüge ich über genügend Wissen um die Ausbildung des Hundes selbst vorzunehmen oder kann ich an einem Hundeführerkurs teilnehmen? (Zeit, Kosten)

Ist ein Sachkundenachweis vorhanden ?

Wo (Wie) transportiere ich den Hund? (Auto,Transportbox)

Das Tierschutzgesetz (§24) regelt das Kennzeichnen von Hunden neu. Welpen, die nach dem 30.06.2008 geboren werden, müssen spätestens bis zum 3. Lebensmonat gechipt und in die Heimtierdatenbank eingetragen werden. Bei nicht gechipten erwachsenen Hunden muss diese elektronische Kennzeichnung bis spätestens 31.12.2009 erfolgen. (Bitte Tierarzt kontaktieren)

Weiters ist es sehr zu empfehlen sich vor der Anschaffung eines Hundes sich eingehend mit der einschlägigen Fachliteratur zu beschäftigen.

Auszug aus dem Tierschutzgesetz

Änderung Hundehaltegesetz 2017

 

Buchempfehlungen – hier finden Sie wertvolle Tipps

  • Wilhem Sieveke: „Frühsterziehung der Vorstehhunde“   (ISBN 978-3-7888-1123-5)
  • Hans Jürgen Markmann: „Vom Welpen zum Jagdhelfer“   (ISBN 978-3-440-09566-9)
  • Eberhard Trumler: „Mit dem Hund auf du“   (ISBN 978-3-492-21135-2)
  • Heinz Weidt: „Der Hund mit dem wir leben, Verhalten und Wesen“ (ISBN 978-3826384165),
  • Ulli Köppel; „Hunde verstehen mit dem Rudelkonzept“ (ISBN 978-386127796-5)

Haltung

Die Grundausstattung für den Hund besteht aus : Wasser- und Futternapf / Halsband / Leine / Erkennungsmarke / Pflegeutensilien (z.B. fein- und weitzinkiger Kamm, Bürste, Schere) / Hundekorb mit Einlage (z.B. Decke, Kissen, Hundehütte, bei ev. Zwingerhaltung Größe beachten)

Pflege

Ein Hund muss mehrmals am Tag ausgeführt werden, um ihm den notwendigen Auslauf sowie die Möglichkeit zu geben, sein „Geschäft“ zu verrichten. Die Dauer hängt vom Bewegungsdrang, der Größe der entsprechenden Rasse und dem Alter des Hundes ab. Das Trinkwasser muss zweimal täglich (im Sommer öfter) erneuert werden. Die Fütterung erfolgt bei erwachsenen Tieren in ein oder zwei Portionen, jeweils abends bzw. morgens und abends. Wenn im Frühling und im Herbst der Fellwechsel stattfindet, muss der Hund jeden Tag gekämmt und/oder gebürstet werden. In der übrigen Zeit des Jahres richtet sich die Art der Fellpflege nach der entsprechenden Fellsorte. Fellpflege je nach Fellart (Langhaar,Drahthaar,Kurzhaar) mindestens wöchentlich kämmen oder bürsten. Die notwendigen jährlichen Impfungen durchführen (Tierarzt kontaktieren)

Häufige Krankheiten

Es gibt viele Symptome, die auf eine Erkrankung des Hundes hindeuten:

  • häufiges Kratzen der Haut
  • Reizungen an Ohr/Auge/Nase
  • Appetitlosigkeit
  • übermäßiges Trinken
  • anhaltender Durchfall oder Erbrechen
  • Probleme beim Absetzen von Kot und Urin
  • Lähmungen von Gliedmaßen
  • Beschwerden beim Atmen
  • Krämpfe/Kollabieren
  • angeschwollener Bauch
  • erhöhter Haarausfall/kahle Stellen
  • Blutaustritt aus einer Körperöffnung
  • häufiges Niesen/Husten
  • Gewichtsverlust

Beim Auftreten einzelner oder mehrerer derartiger Symptome sollte der Hund unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden, da in manchen Fällen akute Lebensgefahr bestehen kann. Es können innere oder äußere, erworbene, ererbte oder rassespezifische- Krankheiten, aber auch Vergiftungen, Parasiten, Ernährungs- und Haltungsfehler, verschluckte Fremdkörper, Verbrennungen oder Verletzungen die Ursache dafür bilden. Zu den Parasiten gehören Flöhe, Zecken, Läuse, Milben, die auf dem Hund sowie Sporentierchen, Band-, Spul- und Hakenwürmer, die im Hund leben. Außenparasiten entfernt man mit Insektizidsprays, Bädern oder Cremes bzw. durch Herausdrehen (Zecken). Die Innenparasiten werden mit Hilfe einer Wurmkur abgetötet. Diese muss in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um einem Befall vorzubeugen. Eine besonders bei großen Rassen auftretende Fehlbildung des Hüftgelenks ist die Hüftdysplasie (HD). Kurzbeinige Hunde können an einer Bandscheibenerkrankung leiden, der Dackel-Lähme. Hier kann eine Operation notwendig sein.

Beihilfen des OÖ LJV (Jagdhundebeihilfe)

Der OÖ Landesjagdverband gewährt unter bestimmten Voraussetzungen eine finanzielle Beihilfe bei Verlust oder Verletzung Ihres geprüften oder in Ausbildung stehenden Jagdhundes.(Jagdhunde Beihilfenordnung) Die Formulare finden Sie in der Kundenzone.

Sollten Sie Fragen zum Thema Jagdhunde Beihilfenordnung, Jagdhaftpflichtversicherung oder zur Anschaffung und Haltung eines Jagdhundes haben, kontaktieren Sie den Bezirkshundereferenten ihres Bezirkes. Er berät Sie gerne und gibt Ihnen Auskunft zu diesem umfangreichen Thema.

Jagdhaftpflichtversicherung

Die Jagdhaftpflichtversicherung beinhaltet einen bestimmten Versicherungsumfang über Schäden, die der/die eigene/n Jagdhund/e anrichten. Z. B. Jagdhund verursacht während einer Nachsuche einen Verkehrsunfall: Der Schaden am Auto ist durch die Jagdhaftpflichtversicherung gedeckt, da in diesem Falle der Hundeführer als Schädiger angesehen wird. Wie ist im Schadensfall vorzugehen? Jagdschadensmeldung – vollständig ausgefülltes und vom Schädiger unterschriebenes Formular an OÖ Versicherung AG senden. Im Schadensfall füllen Sie bitte dieses Formular aus. Sie können es ausdrucken und an die „OÖ-Versicherung AG Gruberstr. 32 Postfach 97 senden, per E-Mail senden an: schadenservice@ooev.at oder an 05789191267 faxen.

Formular Hundehaftpflicht-Schadensmeldung – OÖ. Versicherung

Aus all diesen Punkten ist ersichtlich, wie viel Zeit und Wissen notwendig sind um einen Jagdhund zu halten und zu führen und ihm die Zuneigung und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen die er mit Gewissheit verdient hat. Aber sämtliche Pflichten und manchmal auch Mühen können die Freuden über die  jagdlichen Erfolge nicht trüben, die man mit einem gut ausgebildeten Jagdgefährten im Laufe eines Hundelebens erfahren darf.

„Natürlich kann man ohne Hund leben – es lohnt sich nur nicht!“ (Heinz Rühmann) Ho- Rüd- Ho

LHR Bernhard Littich
LHR Stv. Ing. Alois Auinger

   
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