Katzen – Eine Gefahr für die Artenvielfalt?

Katzen – Eine Gefahr für die Artenvielfalt?, OÖ LJV

Hauskatzen sind für gewöhnlich nicht von der Futtersuche in der Natur abhängig. Nichtsdestotrotz besitzen Katzen einen Jagdtrieb, der zu ihren Urinstinkten gehört. Auch wenn eine Katze satt ist, wird beim Anblick potentieller Beute ihr Jagdtrieb aktiviert. Dabei ist es unwesentlich, ob es sich um eine Freigängerkatze, Wohnungskatze oder in der Wildnis lebenden Katze handelt.

Das Beutespektrum reicht von Singvögeln über Bodenbrüter wie Rebhühnern bis zu Junghasen und Eichhörnchen. Besonders problematisch ist der Jagdtrieb der Katzen im Frühling, also zu der Jahreszeit, in der viele Jungtiere auf die Welt kommen.

Der Tierschutz darf nicht bei den traditionellen Haustieren enden. Auch unsere freilebenden Wildtiere  wie etwa Rehe, Hasen, Fasane, Rebhühner, Schnepfen oder Singvögel haben ein Recht auf Tierschutz.

Wie viele Wildtiere durch freilaufende Katzen (Haustiere und verwilderte, streunende Tiere) tatsächlich zu Schaden kommen, kann nur geschätzt werden. Im menschlichen Siedlungsbereich sind Katzen jedenfalls ein ernstzunehmender Faktor, der zu einem Rückgang von Vögeln, Reptilien, Amphibien und Kleinsäugern führen kann. Laut einem Bericht der NABU (Naturschutzbund Deutschland) wird davon ausgegangen, dass allein in Deutschland jedes Jahr bis zu 2 Millionen Vögel den Katzen zum Opfer fallen: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/katzen/15537.html

Katzen – Eine Gefahr für die Artenvielfalt?, OÖ LJV
© 2020 JAK WONDERLY PHOTOGRAPHY Mit seinem preisgekrönten Foto „Caught by Cats“ (dt.: von Katzen gefangen) gewann Jak Wonderly den ersten Platz in der Kategorie Mensch/Natur des Fotowettbewerbs BigPicture Natural World 2020 und illustriert damit ein Problem für die Artenvielfalt.

Einen interessanten Artikel zum Streifverhalten von Katzen finden Sie hier: https://www.ooeljv.at/presse-medien/fachartikel/monitoring-des-streifverhaltens-von-hauskatzen/

Tierleid verhindern

„Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur Zucht verwendet werden.“ (Auszug aus der Anlage 1 der 2. Tierhaltungsverordnung).

Durch Kastration der Katzen kann eine ungewollte und unkontrollierte Vermehrung verhindert werden. Da Katzen bis zu drei Mal im Jahr Junge bekommen können, die wiederum im Alter von vier bis fünf Monaten selbst paarungsfähig werden, können aus einem Katzenpaar innerhalb von nur zwei Jahren über 60 Nachkommen entstehen. Die Kastration von Katzen stellt also einen wichtigen Beitrag zum aktiven Tierschutz dar.

Kastrationspflicht für Katzen verschärfen!

Seit 2005 gilt in Österreich bereits eine gesetzliche Kastrationspflicht für Katzen, Ausnahme ist lediglich die Zucht. Da eine solche aber nur gemeldet und nicht bewilligt werden muss und keine Kontrollen durch die Behörden vorgesehen sind, kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Freigängerkatzen unter dem Titel „Zucht“. Folge dieser Umgehung der Kastrationspflicht ist Tierleid, da auf diese Weise große Populationen von verwilderten Hauskatzen entstehen und der Ernährungs- und Gesundheitszustand der betroffenen Tiere oft schlecht ist.

In einer Petition von Streunerkatzen OÖ, einem Verein zum Schutz verwilderter Katzen wird daher eine verpflichtende Kastration gefordert, samt Tätowierung für alle Katzen mit der einzigen Ausnahme der kontrollierten Zucht, wobei dafür ein Sachkundenachweis, eine Bewilligung sowie eine regelmäßige behördliche Kontrolle Voraussetzungen sein sollen. Außerdem soll das Kastrationsalter mit 5 Monaten festgelegt und eine Verpflichtung zur Kennzeichnung mittels Microchip sowie zur Registrierung aller Katzen in jeder Haltungsform eingeführt werden. Verwilderte Hauskatzen sollen an die Bezirkshauptmannschafen gemeldet werden müssen. Nur die Umsetzung aller Forderungen als Gesamtpaket ermöglichet eine nachhaltige und tierschutzkonforme Lösung der Katzenproblematik.

Petitionstexte und Forderungen:
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/PET/PET_00057/index.shtml

Zustimmungserklärung:
https://www.parlament.gv.at/SEC/Zustimmen.shtml?ityp=PET&gpCode=XXVII&inr=57

Stellungnahme:
https://www.parlament.gv.at/PtWeb/Portal2.0/SN/StellungnehmenP.shtml?P_GP_CODE=XXVII&P_INR=57&P_ITYP=PET

Streunerkatzen OÖ – Verein zum Schutz verwilderter Katzen
www.facebook.com/streunerkatzen.ooe

 

 

 

 

   
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