Klimafitte Wälder und nachhaltige Jagdwirtschaft – Zielkonflikte vermeiden

Die Forstwirtschaft und die Jagd sind oft konfliktbehaftet, obwohl sie sich im Grunde genommen ergänzen (müssten). 

Um neue Ideen oder durchaus auch Bestätigung beim bestrittenen Weg zu erlangen, wurde in Oberösterreich  in diesem Jahr das Projekt „Klimafitte Wälder und nachhaltige Jagdwirtschaft – Zielkonflikte vermeiden“ gestartet. Bereits 2017 war die Idee für dieses Projekt geboren, wobei Unwegsamkeiten im Förderwesen und zuletzt die Verschiebung aufgrund der Coronarestriktionen das Projekt erst mit dem Beginn des Sommers 2020 starten ließen. 

Acht genossenschaftliche Jagdgebiete lassen sich nun von ausgewählten Projektanten untersuchen, wobei zwei Projektgebiete abgegrenzt wurden – Projektgebiet Mühlviertel und Projektgebiet Hausruckviertel. Beide Projektgebiete beinhalten jeweils vier Jagdgebiete. 

In allen acht Jagdgebieten herrscht von Seiten der Jägerschaft und von Seiten des Jagdausschusses die Bereitschaft, das Gebiet mit fachmännischer Unterstützung untersuchen und projektieren zu lassen. 

Das Hauptanliegen des Projektes ist es, Zielkonflikte zu vermeiden. Wesentlich ist hierbei, eine Ist-Analyse durchzuführen. Die Projektanten haben eine Reihe von Fragen, die forstlicher und jagdwirtschaftlicher Natur sind, zu beantworten. Nach welchem Schema die Fragen beantwortet werden, obliegt den Projektanten. Nach einer gemeinsamen Ist-Analyse erfolgt die Zielsetzung der Projektanten mit den jeweiligen Interessensfeldern. 

Aufgabe der Projektanten wird es dann sein, die Zielsetzungen der verschiedenen Interessengruppen untereinander abzustimmen und eine ganzheitliche und integrale Zielsetzung zu erarbeiten. Wichtig hierbei ist, dass die Projektanten die Ziele den jeweiligen Interessensfeldern nicht vorgeben, sondern die Jagdgesellschaft oder der Jagdausschuss genau definiert, was er haben will bzw. braucht. Die Feinabstimmung und die Zusammenführung, vor allem die Begleitung und die Moderation des Prozesses und somit der Ziele, wird die Aufgabe der Projektanten sein. 

Im letzten Schritt gilt es, die Maßnahmen, die jagdlich, touristisch, forstlich und landwirtschaftlich sein können, räumlich und zeitlich festzusetzen, sodass diese aufeinander abgestimmt sind.

Der OÖ Landesjagdverband und die Landwirtschaftskammer für OÖ begleiten das Projekt aus der Vogelperspektive und sind gespannt, welche Zielsetzungen die Jagdausschüsse und die Jagdgesellschaften gemeinsam definiert haben, und welche Maßnahmen seitens der Projektanten empfohlen werden, um mögliche Zielkonflikte zu minimieren. Vor allem das Herausarbeiten und Zusammenführen der Zielsetzungen im Sinne der gemeinsamen Allianz von Grundeigentum und Jagd, wird die Projektwerber und die Projektanten vor eine große Herausforderung stellen.

 

Damit Wald und Wild im Einklang stehen, sind Forstwirtschaft UND Jagd gefordert. Die Forstleute bzw. Bauern müssen für Licht und andere Faktoren im Forst und außerhalb des Waldes sorgen, die Jäger für angepasste Wildbestände und richtige Lenkung des Wildes. Foto: Ch. Böck 

 

Ein Artikel von Wolf-Dietrich Schlemper (Landwirtschaftskammer OÖ)
Quelle: OÖ Jäger Nr. 169 (Dezember 2020)

   
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