Bezirksjägertag Perg 2026: Zufriedenheit als jagdliches Leitmotiv

Mit folgendem Zitat eröffnete BJM Franz Hanl den diesjährigen Bezirksjägertag in Perg vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Saal und gab damit zugleich das Motto vor: „Zufriedenheit. Für uns Jägerinnen und Jäger ist sie das stille Glück, das aus unserem verantwortungsvollen Umgang mit Wild und Lebensraum entsteht, aus dem sichtbaren Erfolg unserer Hege und Arbeit sowie aus dem tiefen Bewusstsein des Privilegs, Natur in diesem Umfang und in respektvoller Abstimmung mit den Grundeigentümern erleben und nutzen zu dürfen.“
Unter den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Machland begrüßte BJM Franz Hanl zahlreiche Jägerinnen und Jäger sowie die Ehrengäste aus der Politik, darunter den Hausherrn und Bürgermeister der Stadt Perg, LAbg. BGM Anton Froschauer, sowie Landesrätin Michaela Langer-Weninger, PMM. Die Anwesenheit von LJM Herbert Sieghartsleitner, LJM-Stv. Ing. Andreas Gasselsberger, LJM-Stv. Ing. Volkmar Angermeier sowie mehrerer Bezirksjägermeisterkollegen, Mitglieder des Landesjagdausschusses und des Ehrenbezirksjägermeisters Dr. Ulf Krücklzeichnete die Veranstaltung aus.
Seitens der Bezirkshauptmannschaft Perg konnten Bezirkshauptmann Ing. Mag. Werner Kreisl, Mag. Dominik Behr, Ing. Leopold Gruber und Ing. Stefan Wahl begrüßt werden. Auch Landesforstdirektor DI DI Gottfried Diwold beehrte den Bezirksjägertag mit seiner Anwesenheit. Als Vertreter der Bauernschaft nahmen die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Rosemarie Ferstl und BBK-Obmann Ing. Christian Lang teil.
Totengedenken
Im Jahr 2025 schieden folgende Jagdkameraden aus dem Leben: Karl Lehner, Naarn; Johann Kranzl, Pergkirchen; Alfred Friedrich Maria Waldhäusl, Klam; Georg Kragl, Pergkirchen; Josef Nißlmüller, Mitterkirchen; Josef Stiermayr, Bad Kreuzen; Anton Unterauer, Windhaag und Karl Ebenhofer, Lebing.
Bezirkshauptmann Mag. Werner Kreisl betonte in seinen Grußworten, dass die Bezirkshauptmannschaft nicht nur zufrieden, sondern vor allem sehr dankbar für die von den Jägerinnen und Jägern geleistete Arbeit sei. In diesem Zusammenhang stellte er mit Mag. Dominik Behr den neuen Ansprechpartner für Jagdagenden der BH Perg vor. Mag. Behr, selbst aktiver Jäger, ersuchte in seiner neuen Funktion um eine weiterhin gute Zusammenarbeit. Zudem berichtete er über den Rehwildabschuss im Bezirk, der mit 110,2 Prozent deutlich übererfüllt wurde, und sprach dafür seinen Dank aus.
BBK-Obmann LKR Ing. Christian Lang gratulierte BJM Hanl zur außerordentlich regen Teilnahme der zahlreichen Jägerinnen und Jäger aus dem Bezirk am Bezirksjägertag. Diese starke Präsenz sei ein sichtbares Zeichen des gelebten Zusammenhalts innerhalb der Jägerschaft und wirke auch nach außen als Ausdruck einer geschlossenen Gemeinschaft. Zugleich verwies er auf das Motto „Zufriedenheit“, das gerade in unserer schnelllebigen Zeit zu mehr Besinnung einladen solle. Abschließend bedankte er sich im Namen aller Grundeigentümer für die gute Zusammenarbeit sowie für den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander.
In seinem Tätigkeitsbericht gab Bezirksjägermeister Franz Hanl einen umfassenden Überblick über die zahlreichen Veranstaltungen und vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten der Jägerschaft im Bezirk Perg. Dabei ersuchte er die Jägerinnen und Jäger, dieses große Engagement auch künftig in gleicher Weise fortzuführen – etwa bei Ferienaktionen, im Rahmen derer Kindern die Aufgaben und Tätigkeiten im Revier anschaulich nähergebracht werden, um nur ein Beispiel zu nennen.
Sein Dank galt auch den Jagdkursleitern Mag. Peter Gründling und Christian Hanl für die Organisation und Durchführung der Jagdkurse im Bezirk. Im vergangenen Jahr bestanden 39 Jägerinnen und Jäger erfolgreich die Jagdprüfung. Damit ist die Gemeinschaft auf insgesamt 1.324 Jagdkartenbesitzerinnen und -besitzer angewachsen, darunter 144 Jägerinnen.
In der Jagdstatistik wies Hanl darauf hin, dass sich die Bestände von Feldhasen und Fasanen in den Revieren deutlich erholt haben.
Mit dem bewusst gewählten Motto „Zufriedenheit“ gab BJM Franz Hanl dem diesjährigen Bezirksjägertag einen nachdenklichen und zugleich verbindenden Leitgedanken. Bei der Suche nach diesem Motto erinnerte er sich an einen seiner Morgenansitze im Dezember: absolute Stille im Revier, klare Winterluft und eine überwältigende Stimmung beim ersten Licht des Sonnenaufgangs. Es seien genau diese Momente, so Hanl, die den besonderen Wert der Jagd spürbar machten.
Er verwies dabei auf das große Privileg, die Natur im Einklang mit ihr und in respektvoller Abstimmung mit den Grundeigentümern erleben und nachhaltig nutzen zu dürfen. Wahre Zufriedenheit entstehe, wenn man sich als Teil dieses natürlichen Ganzen verstehe – im bewussten Miteinander von Mensch, Tier und Lebensraum. Zugleich sei es die Gemeinschaft innerhalb der Jägerschaft, das Pflegen von Tradition und Brauchtum sowie das gemeinsame Verantwortungsgefühl, die diese Zufriedenheit vertieften und tragen. Dafür gelte es dankbar zu sein.
In diesem Zusammenhang stimmte Hanl die Jägerschaft darauf ein, auch weiterhin aktiv Verantwortung für den Lebensraum zu übernehmen. Maßnahmen wie das Setzen von Hecken und die gezielte Biotopgestaltung seien wichtige Beiträge zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Wildtiere. Davon profitierten nicht nur jagdbare Arten, sondern ebenso Insekten, Singvögel und zahlreiche weitere Tierarten, die diese Strukturen als Rückzugs- und Nahrungsraum nutzen. Die nachhaltige Lebensraumgestaltung sei damit gelebter Naturschutz und zentraler Auftrag einer modernen, verantwortungsbewussten Jagd.
Bezirkshundereferent Hubert Reumann betonte die große Bedeutung der Hundeführer für eine weidgerechte Jagdausübung und hob hervor, dass der Bezirk mit über 120 geprüften Jagdhunden über der erforderlichen Anzahl liegt. Besonders dankte er den Ausbildnern und würdigte das hohe Niveau der Ausbildung.
Landesrätin Michaela Langer-Weninger, PMM, dankte der Jägerschaft für ihren engagierten Einsatz und betonte, dass es verantwortungsbewusste Jägerinnen und Jäger brauche, damit Oberösterreich „dahoam“ landschaftlich so schön und ökologisch wertvoll bleibe. Die nachhaltige Pflege der Natur- und Kulturlandschaft sei nur durch ein starkes Miteinander von Jägerschaft, Grundeigentümern und Landwirtschaft möglich.
Zugleich hob sie die Bedeutung von regionalem Wildbret als hochwertiges Lebensmittel sowie die professionelle Öffentlichkeitsarbeit der Jägerschaft hervor. Den Erfolg des neuen OÖ. Jagdgesetzes führte sie auf die enge Einbindung von Jägerschaft und Grundeigentümern zurück. Auch im Wolf- und Federwildmanagement sowie im Monitoring gebe es praktikable Fortschritte – stets in konstruktiver Abstimmung mit dem OÖ Landesjagdverband.
Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner verwies darauf, dass die vergangenen Jahre für die Jägerschaft von zahlreichen Herausforderungen – von gesetzlichen Neuerungen bis hin zu steigendem Erwartungsdruck – geprägt waren. Gerade deshalb stellte er die emotionale Dimension der Jagd und das Motto „Zufriedenheit“ bewusst in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.
Dabei sprach er auch den tief im Menschen verwurzelten Beutetrieb an, stellte jedoch klar, dass entscheidend ist, „wie“ wir jagen. Weidgerecht zu jagen bedeute, dem Wild nachzustellen, ihm eine faire Chance zu geben und nicht jede technisch mögliche Erleichterung für den raschen Erfolg zu nutzen. Die Fairness der Jagd finde ihren Ausdruck in der Weidgerechtigkeit – einem zentralen Wert, der Orientierung gebe.
Gerade in einer Zeit, in der sich Werte verschieben und technologische Entwicklungen – bis hin zum möglichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Wildortung – neue Fragen aufwerfen, gelte es, diese Grundsätze bewusst hochzuhalten. Jagd dürfe nicht zum reinen Effizienzstreben werden, sondern müsse von Respekt, Achtsamkeit und Demut gegenüber der Natur getragen sein. Daraus erwachse jene tiefe Zufriedenheit, die ein echtes Jagderlebnis ausmache – verbunden mit Dankbarkeit und ethischer Verantwortung.
Angesichts immer vielfältigerer Zugänge zur Jagd sei es umso wichtiger, sich auf diese Werte zu besinnen. Jeder einzelne Jäger sei gefordert, als Botschafter der Jagd zu wirken und diese Haltung – die Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit einschließt – an die Jungjägerinnen und Jungjäger weiterzugeben.
Ehrungen und Auszeichnungen:
Goldener Bruch: Leopold Stütz, Josef Gilhofer, Helmut Trinkl, Langenstein; Josef Brandstetter, St.Thomas/Blasenstein; Johann Emhofer, Pergkirchen; Josef Kühberger, Anton Lehbrunner, Eduard Schweighofer, Saxen; Friedrich Wahl, Schwertberg
60 Jahre Jagdausübung: ÖR Alfred Reindl, Perg-Weinzierl; ÖR Karl Waldhör, Pergkirchen; Erich Hofstätter; Gottfried Ebner, Pabneukirchen
65 Jahre Jagdausübung: Horst Moser sen., Schwertberg; Horst Haider, Pabneukirchen; Josef Voggeneder, Erwin Wahl, Naarn-Revier Naarn Ort;
70 Jahre Jagdausübung: Ing. Ernst Froschauer, Naarn-Revier Au/Donau
Jagdhornbläser-Abzeichen (alle JHBG Machland): 25 Jahre: Josef Killinger, Anton Lehbrunner, Anton Böhm; 45 Jahre: Christian Penner; 50 Jahre: Johann Mayrhofer; OSR Ernst Grüll
Ehrenzeichen verdienter Funktionäre: Gerhard Gubi, Grein, Kassier seit 50 Jahre
Text: Christof Neunteufel / Fotos: Johann Raab






