Winterliche Fairness in der Natur

Winterliche Fairness in der Natur, OÖ LJV

Hinaus in die freie Natur, eins werden mit ihr, durchatmen – ein Trend, der sich heuer Corona bedingt besonders verstärkt zeigt. Viele Oberösterreicher versuchen sich heuer erstmals als Tourengeher, doch das kann schwerwiegende Folgen für unsere Wildtiere haben, wenn Routen nicht auch im Sinne unserer „Ureinwohner“ gewählt werden. Sie müssen nämlich im Winter sehr sparsam mit ihrer Energie umgehen und jede Flucht ist deshalb gefährlich. Außerdem geraten sie dabei oft in gefährliches Gelände oder gar in den Straßenverkehr.

Wildtiere haben keine Stimme! Ihre Bedürfnisse bleiben oft unerkannt.

Der OÖ. Landesjagdverband setzt sich seit geraumer Zeit ein, um einerseits eine Lenkung der Besucherströme zu forcieren, andererseits eine Wildtierlebensraumkartierung zu installieren. Vieles, was das Verhalten in der Natur anbelangt, läuft Gott sei Dank gut und bräuchte keine spezielle Regelung. So halten sich zahlreiche Wanderer an Wege und die meisten Mountainbiker an freigegebene Trails; auch Hundebesitzer achten meist auf ihren vierbeinigen Gefährten, die Nachtruhe wird vielerorts beachtet und auf andere Naturgenießer sowie -nutzer Rücksicht genommen.

Dennoch braucht es gesetzliche Regelwerke und rechtliche Rahmenbedingungen, um die gesteigerte Naturnutzung zukunfts- und gesellschaftsfähig zu gestalten.

Mehr Raum für einen Plan

Eine (Wild)Ökologische Raumplanung ist jenes richtungsweisende Konzept, das aus Sicht des OÖ. Landesjagdverbandes die Reglungen in der Natur unterstützen soll. Unter Einbindung aller Eigentums- und Nutzungsrechte sowie relevanter Nutzungsansprüche wird sicher ein gemeinsamer Weg für diese große Herausforderung unserer Zeit gefunden. Dabei gilt es, die Wildtierlebensraumansprüche und jene der Menschen in der Natur zu harmonisieren. Ein derartiges Nutzungskonzept ist Weg weisend, um die sensiblen Abläufe und Funktionsfähigkeiten unserer einzigartigen und kostbaren Natur sicher zu stellen. Von vielen Seiten (Grundeigentümer, Nutzungsberechtigte, Politik, Tourismus, manche Alpinvereine, Naturschutz-NGOs etc.) wurden für diesen gemeinsamen Weg bereits Interesse und Mitwirken signalisiert.

Ein harmonisches Miteinander

Ein möglichst störungsfreies und harmonisches Miteinander aller „Naturnutzer“ einschließlich der „wilden Bewohner“ soll damit erreicht werden. Besondere Sensibilität, notwendige Verhaltensregeln und Wissen um Ansprüche der anderen Naturliebhaber, aber auch die Bedürfnisse der Wildtiere zu kennen, wird die gemeinsame Existenz und Qualität unserer naturverbundenen Lebensweise absichern. Biodiversität darf kein leeres Schlagwort bleiben!

Mit reiner Appellpädagogik und immer nur streng erhobenem Zeigefinger wird dieses wichtige Ziel aber nicht erreicht! Bewusstseinsbildung, verstärkte Aufklärung der Bevölkerung und rechtliche Rahmenbedingungen werden die Hauptschwerpunkte des OÖ. Landesjagdverbandes in den nächsten Jahren dahingehend sein.

In Planung sind regionale Veranstaltungen, Pilotprojekte einer (Wild)Ökologischen Raumplanung und eine gezielte, breite Informationskampagne für die Wildtiere und die Natur in Oberösterreich. Das Projekt einer Ökologischen Raumplanung ist nicht nur höchst notwendig, sondern ein ganz wichtiges Bekenntnis zur Biodiversität in unserer Zeit. Wir alle wollen Wildtiere in ihren Lebensräumen auch noch in Zukunft sehen und erleben.

   
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